Drachenrose

bitterbös und zuckersüß

DraRos

glücklich 06/98


Kerzen leuchten warm
schau mir in die Seele
nehmen uns in den Arm
auf das uns nichts mehr quäle

Wangen werden salzig
Lippen brennen heiß
Gestammel
erreicht das Ohr

Herzen pumpen
roten Saft durch uns're Leiber
dein Keuchen
macht mich rasend

nun endlich
ist der Punkt erreicht

geben uns die Nadel


darkness 06/98


Im Hintergrund blue moon,
die dunkle Seite siegt.
Der Laser Diamant
wird nachgeladen,
die Zirbeldrüse
schwillt jetzt an,
mein Gegner gleich entflieht.
Doch schnell
vernichtet ihn die Macht.
Sauge die Säfte
in mich auf
und übernehme die Welt -
um sie

zu zerstören!


Selbstfindung 06/98


Den ganzen Tag
mich selbst gesucht
und euch
nur hier gefunden.

Vermutlich
existier ich nicht.
Ich hab 's
noch nicht verwunden.

Doch such ich euch,
so find ich mich!
Soziale Spurenüberkreuzungen
bestätigen
mein Dasein
in neuronalen Transmitterbereich
eurer Emotionen.



Kreislauf  (07/98)

Denke nicht morgen,
lebe den Tag,
laß andere verhungern.
Das Sternenschloß
schließt seine Pforten,
der Abendstern verlischt.

Regen fällt, Atem steigt,
Augen leuchten in der Dunkelheit.

In der Halle der Galaxis
empfängst du deine Weihe,
verwende sie
wie's dich vergnügt
und had’re nicht, verzeihe.

Sterne brennen, Seele  steigt,
Feuer strahlen in der Dunkelheit.

Die Nacht birgt hier
den Tod in sich,
ganz freundlich und zufrieden
gehst du
im großen Kreislauf auf,
dein Karma läßt dich siegen.
So dreht es sich
in Ewigkeit,
das große Rad der Zeit.
Du wirst mich also wiederseh’n,
halte dich bereit!

Regen fällt, Atem steigt,
Augen leuchten in der Dunkelheit.




Erkenntnis   (07/98)

Mir bleibt nur der Gedanke
an unsere Zeit,
bald ist es nur noch eins,
Vergangenheit.

Doch hast du mich sehr viel gelehrt
und mich in meinem Charakter genährt.
Viele meiner Fehler, aus denen ich lernte
und hoffentlich bald Früchte ernte.

Ich hatte dich so oft gemein behandelt,
doch hat sich mein Denken nun gewandelt.
Ich werde in Zukunft anders beginnen,
möcht ich einen Mann für mich gewinnen.

Ich schaff es nur durch Offenheit,
mit Hingabe und Gefährlichkeit.
Die Vergangenheit muß endlich ruh’n,
ich werde versuchen, mein Bestes zu tun.

Muß aufhör’n, Menschen zu vergleichen,
dann werd ich in der Liebe mehr erreichen.
Ich danke dir für diese Zeit
und hoffe, das uns diese Erfahrung bleibt,
du warst und bist sehr wichtig für mich.
Ich kann dir nur sagen: Ich liebe Dich!

Coco

 

Selbstschutz (07/98)

Sarkasmus
und auch Ironie,
ich lieb sie
ohnegleichen,
denn sie
verdecken meine Seele.

Der Schmerz
trifft nur die Oberfläche
und kann
mich nicht erreichen.



Schmerzsinn (07/98)

Den Sinn des Lebens
suchte ich
und fand
viel Schmerz und Leid,
Gemeinheit und auch Grausamkeit,
so wollt ich schon verzagen.

Da traf ich dich,
es wurde hell, es wurde schön
und jetzt war ich es,
der dich leiden ließ.
Liegt denn der Sinn
im Schmerz?   

 

Betrachtungsweise      (07/98)

Das Leben streift vorüber,
ich seh
die ganze Welt.

Liebe und Krieg
berühren mich nicht,
ich schau nur zu!

Alles schon gesehen!
War alles schon mal da!
Werdet ihr
nie weiser?
Ist euch
noch zu helfen?

Wie viele meiner Söhne
muß ich noch senden,
die ihr ans Kreuz nur schlagt
und weiter Mammon huldigt?

 

später mal (07/98)

Was geht mich
fremdes Elend an?
Meistere
mein Leben selbst!
Laß and’re leiden,
um glücklich zu sein,
ist nur Derivat.

Einst werd ich
sterben,
wie ich gelebt,
einsam und grau.


Freiheit 06/98


Spreng die Ketten,
spreng den Rahmen.
Will hier raus!
Ist mir zu eng.
Wie Fleisch vom Knochen
löst sich
mein Geist vom Leib.
Saturn zieht vorbei,
Gruß an Kassiopeia,
das Licht
bleibt hinter mir zurück.
Bin zu schnell,
wird dunkel.
Ich sollte
vielleicht weniger trinken?



Kampf (07/98)

In dunklen Höhlen
schmachten sie
und träumen noch von Sieg.
Komm mit
und verwirre sie!
Gewinnen wir den Krieg.

Gefühle müssen langsam tasten,
Tentakel wachsen nach.
Die Explosion löscht dir das Hirn,
Vergessen heißt hier Schmach.

Alle warten
auf die Rächer,
damit sie uns erwecken.
Niemand
rechnet mit den Zwergen,
sie träumen nur von Recken.

Vernichtet nun die ganze Brut,
sonst wächst noch etwas nach.
Vergessen sollen sie werden,
es ist nicht uns’re Schmach.

 

 

Der Vollstrecker   (07/98)

Rosenrot und fingerdick
schäumt es aus seiner Kehle.
Äthergleich und blitzesschnell
entschwebt nun auch die Seele.

Der Körper
war schon lange tot,
hat’s nur noch nicht gewußt.
Mein Messer
endlich ihn erlöst,
er sich nun nicht mehr quäle.


untreu (07/98)

Treue zu dir aufgegeben,
zurückgestoßen jetzt.
Liebe dich noch immer!
Steh am Fenster,
schau hinab,
liebenswerte Tiefe.

Schließ die Augen,
sieh den Wind,
hör den Puls der Welt!
Ist nicht mehr meine!

Gelöst hast du dich nun von mir
für immer und für ewig.
Liebe dich noch immer!
Der Wagen prescht mit Mörderspeed
dem nächsten Baum entgegen,
der Aufprall ist Erlösung.

Schließ auch die Ohren,
hör den Sturm,
fühl den Puls der Welt!
Ist nicht mehr meine!

Die Schlinge
liebkost meine Haut,
ein Sprung bringt nun das Ende.
Vertrauen gebrochen,
Verzeihung vorhanden.
Liebe dich nicht mehr.

Öffne die Lunge,
schrei in den Sturm,
bin selbst der Puls der Welt!
Ist nämlich meine!



schöne Welt  (08/98)

Geh durch das Tor
aus allen Farben
in deine eig’ne Welt,
nur hier
bist du zu Haus.
Die Buche
neigt sich leicht vor dir
und spricht dich höflich an.
Die Wölfe
sichern dir den Weg.
Auf den Schoß
klettern Kinder,
stecken dir
Kränze ins Haar.
Du hast unendlich Zeit
und wirst
glücklich erwachen.

 

böse Welt   (08/98)

 
Gehst durch das Tor
aus kalten Mondlicht
in die wilde Fremde.
Das ist dein
Leben.
Die kranke Eiche blutet
und erschlägt dich fast.
Die Wölfe
sind hier deinesgleichen,
verfolgen jeden Tritt.
Auf deinen Schoß
mit Messern zeigend
fordern Kinder den Tribut.
Liebe
ist hier ausverkauft.
Du bist
schon viel zu lange hier,
geh weiter träumen.



erinnere dich 10/98


Tausend Katzen sollen dich zerkratzen,
wenn du vergisst, wer Miro ist!

Hab dein Herz gegessen,
werd es nie vergessen.
Seligdunkle Schatten jagen hier das Licht,
ohne dieses zu erreichen,
entkommen kann es nicht.
Schatten werden nun hier herrschen
in stockdunkler Nacht,
mit den Gargoyels stark im Rücken
besitzen sie die Macht.

Tausend Tiger schütteln dich ins Fieber,
wenn du vergisst, wie schön das Leben ist.

Asphaltstille, Friedhofsruh
schließen dir die Sinne zu.
Nackt kriecht das Fleisch zum tiefen Grund,
abwärts geht’s in den tödlichen Schlund.
Mit dünnem Winseln aus zerschundener Brust
und roten Augen elendig wimmernd,
wird keiner es stoppen.
Das Dunkel glänzt schimmernd.

Tausend Hyänen reißen dich mit Zähnen,
wenn du vergisst, wie schön die Liebe ist.

Trotz Napalmbrand und Todesreiter
läuft das Gefecht im Dunklen weiter,
mit Phantasie geht’s in den Krieg,
Kindermacht erringt den Sieg.
So ziehen sie gar lustig trällernd
mit reiner Seele zum Altar,
bereit den heil’gen Kampf zu streiten,
es siegt die lust’ge Kinderschar.

Tausend Schulden müsstest du erdulden,
wenn du vergisst, wie schmerzlich Kindheit ist!



im Ring 10/98


Einsam stöhnt mein Herz
in kalter Novembernacht.
Mit kühler Arroganz
bist du auf Distanz bedacht.
Die Welt ist kalt und tot,
erzählen meine Sinne.
Wir schmiegen uns ineinander,
halten plötzlich inne.

Wir laufen im Ring,
selbst wenn du schneller bist,
rutsch ich dir an die Fersen!

Alt in Würde sterben,
dies war dein großes Ziel,
der Wunsch nach Würde sei gewährt.
Der schwarze Bote pädophil,
es hatte nicht geschehen sein sollen,
hörst auch du das dumpfe Grollen
des großen Zwerges
in der Hitze des Berges?

Wir laufen im Ring,
selbst wenn du besser bist,
bin ich nah an dir dran.

Selbstvernichtung programmiert,
der Countdown läuft bis hundert.
Dein Kuß brennt tief voll Leidenschaft,
was mich bei dir verwundert.
Schau tief in meine Augen,
erblick Gevatter Tod.
Stundenglas läuft leer.
Laken färbt sich rot.

Wir laufen im Ring,
selbst wenn du schneller bist,
bleib ich der Sieger.


ImRing





Zukunft 11/98


Das Heute strahlt im morgen
ganz blaß,
wie weggewischt.
Jetzt ist die Zeit zu leben,
das Glück
wird aufgetischt.

Willst du später ernten,
dann säe
heute Freud.
So wirst du noch mal leben
im Glück
der ander’n Leut.

 

 

 

 Geborgenheit(11/98)

Der Himmel grau,
der Himmel weint,
gar scheußlich stürmt es draußen.

Wir sitzen drin,
wir sitzen warm,
laß den Sturm ruhig sausen.

Der Himmel grau,
die Luft so kalt.
Wir sitzen in der Stube,

lachen viel
und herzen uns,
spielen in der Grube.

Der Himmel grau,
mich fröstelt schon...,
Mag gar nicht daran denken,

doch wird mir warm,
denk ich an uns
und wie wir uns beschenken.

 

 

 

 Schade(11/98)

 

Seh die Sonne,
seh den Himmel,
schau auf die Stadt,
welch ein Gewimmel
mit Frohsinn, Freude, Heiterkeit.
Endlich sind alle mal gescheit.

Kinder winken lachend,
Frauen küssen mich,
auch du drückst mich so herzlich,
plötzlich wie ein Stich...,
ein Schmerz mich voll durchfährt,
lag leider nur verkehrt
und bin nun aus dem Bett gekracht.

War nur ein Traum! Gute Nacht!

 

 

 

 Erlösung(11/98)

Niemand kann beschreiben,
was ich muß erleiden.
Streift mich dein holder Blick,
rast mein Herz vor Glück,
gerate auch in Nöte,
ins Gesicht schießt mir die Röte.

Die Beine werden weich.
Gesicht wird wieder bleich,
doch wahr ist's, was letzte Nacht passiert.
Du hast meinen Vater massakriert!

Wie schon lang kam er in mich,
Mutter ließ mich eh im Stich.
Auf mir lag er immer fetter,
und du warst mein großer Retter.

Doch keiner darf es wissen,
daß auch wir uns heimlich küssen,
herzallerliebster Bruder mein!


Mammon 11/98


So düster
auch die Macht des Mammon
wirkt sie auch
auf das Helle ein,
zieht Fäden
und Intrigen,
und lullt uns sachte ein.

Das traurige Erwachen
erfolgt im Schuldenturm,
denn gegen solche Drachen,
bist du doch nur ein Wurm.

Die Freiheit deiner Zukunft
stiehlt man dir hier im Heute
und sind die Kinder dann versklavt,
jubelt die ganze Meute.

Das Opfer für den Götzen
pünktlich stets erbracht,
läßt viele Menschen leiden,
erhält doch SEINE Macht.



 Glaubensfrage(11/98)

Sie klagen und sie beten
für die Erlösung einst
und während and're feten,
planen sie voraus.

Sie schlagen und sie töten
für ihre bess're Welt.
Sie klagen und sie beten
für ihr Seelenheil

und fleißig sie auch kneten
an ihrem Paradies.
Sie schlagen und sie töten
uns're Toleranz.

Sie klagen und sie beten
für ihre Märtyrer,
beschließen in den Räten
und sagen's durch Propheten,

wie böse wir doch sind.
Denn wir sind dran mit töten
den Schuh, der uns getreten
und löschen alle aus.

 

 Jugend(11/98)

Sie ziehen
sich anders an, als wir
und denken nun,
sie sind es.

Sie sprechen
böse über uns
und denken nun,
sie hassen uns.

Sie verstoßen
gegen uns're Gebräuche und Sitten
und denken nun,
sie seien revolutionär.

Sie wissen nicht,
auch wir waren
anders, trotzig, Umstürzler
doch jetzt
hoffentlich tolerant.


Blicke 12/98


Nahm dich schon von Ferne wahr,
ließ meine Freunde steh’n.
Ein Blick ins Feuer deiner Augen
schon war’s um mich gescheh’n.

So hast du mich verzaubert,
verweilten ganz allein.
Stand hier wie angenagelt
mit Blei in meinem Bein.

Noch am nächsten Morgen
die Augen wie verbrannt,
wenn ich dich wiedersehe,
werd ich auch wieder krank.

 
Vermeiden Sie den ungeschützten Blick
in den Lichtschweißbogen.

 

 Winter(02/99)

Der Winter singt,
mein Kopf zerspringt
voll böser Depressionen.

Der Alltag
grau in grau verschlingt
die glücklichen Visionen.

Die Lebenszeit,
die rasch vergeht,
ist tödlich ohne Ziel,

drum nutze
alle Liebe aus,
davon braucht man sehr viel.

Wo ist die Zeit für meine Kinder?
Wo ist die Zeit für dich und mich?
Sie strömt vorbei
mit Derivaten,
wir merken’s einfach nicht!

 

Pech gehabt 12/98


Wieder einmal überlebt
den täglich Krieg auf Straße.
Nun hab ich zwar PS zum Protzen,
muß trotzdem über Stärk’re kotzen.

Genötigt, gedrängelt, geschnitten
hab doch sonst nur ich,
muß nun mit dem Rad mich quälen,
mein Baby ließ mich im Stich.



der Mensch ist gut (12/98)

Der Mensch ist gut.
Das vermutlich einzig denkende Wesen im All,
dessen Bestimmung es ist,
seine eigene Art
ohne Notwendigkeit zu quälen und zu töten.

Der Mensch ist gut.
Er erfand Gott,
um Schuld delegieren zu können.
Der Mensch ist gut.
Er schuf die Säge,
um sich selbst die Lebensgrundlage zu entziehen.

Der Mensch ist gut.
Er erkannte die Atomkraft
als wirksames Massenvernichtungsmittel.
Der Mensch ist gut.
Er technisierte die Genetik,
um Krankheiten und Seuchen selbst zu produzieren.

Der Mensch ist gut,
denn er wird die Welt,
die er mißhandelt, quält und tötet,
allein von sich selbst befreien.
Effektive Menschizide machen wir doch selbst.
Der Mensch ist gut!




 Weihnacht(12/98)

Es weihnachtet,
oh welch ein Graus,
ich sitze ganz allein zu Haus.

Die Frau lief weg,
nahm Kinder mit,
sehr lustig feiern sie zu dritt.

Ich könnte jammern,
heulen vor Schmerz,
zerbersten wird mir nun das Herz.

Die zweite Flasche
ist schon leer,
jetzt hole ich mein Schießgewehr.

Die Mündung
in den Schlund gedrückt,
hat dieses Fest mich voll entzückt.

 

 auf ein Neues (01/99)

Das neue Jahre frisch eingeläutet,
neue Herzen gleich erbeutet.
Der Optimismus macht sich breit.
Ich liebe dich, du schöne Zeit.

Mit Komplimenten, Artigkeiten
werd ich diesen Weg beschreiten
und in allen Lebensrunden
genießen alle schönen Stunden.

Denn weich ich ab von diesem Pfad,
dann schaufle ich mir selbst das Grab.
Eines darf mir nicht passieren,
meine Familie zu verlieren.

du und ich 02/99


Ich finde dich
beneidenswert,
wenn deine Augen glitzern,
weil du spürst,
ich liebe dich.
Leider ist dies selten.

Ich finde dich
bedauernswert,
wenn deine Tränen laufen,
weil du spürst,
ich lieb dich nicht.
Leider ist dies oft!


brain metamorphose 03/99


Ein Tag wie heute knapp und selten
bringt das Licht nur schwer in mich.
Die Kinder trotzig noch vom Schelten
und du mit Laune fürchterlich.

Schlägt aufs Gemüt mir noch das Wetter,
das kalt und düster ist,
bleibt Alkohol als letzter Retter.
Ich flücht mich in den sel`gen Rausch.

Der nächste Morgen dann mit Sonne
erquickt die Seele voller Wonne,
jetzt steht mir ins Gesicht geschrieben,
ich kann euch alle wieder lieben!


 

trotzdem 03/99


Verzweifelt und verbittert
höre ich dich klagen,
was für ein schlechter Mensch ich sei.
Was mußtest du ertragen
in all den ganzen Jahren
und durftest nicht verzagen!
Wie hast du’s nur geschafft,
so lange durchzuhalten,
in all dem Streit und Zank
unser Leben zu verwalten.
So scheint es ganz normal,
daß die Gefühle jetzt erkalten.

Trotzdem,
mein lieber Schatz
haben wir uns mal geliebt
und Kinder brauchen Väter.

 

 

 Gedanken eines Kindes (03/99)

Papa hat mit mir geschimpft.
Gehorsam wurd mir eingeimpft.
Lieg ganz allein in meinem Zimmer,
Gedanken kommen so wie immer,
denn
was werdet Ihr heulen,
was werdet Ihr flennen,
mit Blumen
an mein Grab Ihr rennen.

Was werdet Ihr mich vermissen
und abends schluchzen in die Kissen.
Es war doch so ein liebes Kind
und machte alles so geschwind.

Werdet merken,
wie ich Euch fehle
und nicht nur
die Zeit Euch stehle.

Ich bin dann tot,
tut mir leid....
Schlaf langsam ein
mit Lächeln breit.

 

 


 Im Gebirge (03/99)

Wandern in den Bergen,
genießen die Natur.
Die Luft ist klar und milde,
erhalten Sonne pur.

Der Blick streift in die Ferne,
der Blick streift auch die Schlucht,
so dunkel haben wir’s gerne
wie in einer Gruft.

Stehen auf der Klippe,
wir beide eng umschlungen,
bewundern diesen Baum,
wie weit er vorgedrungen.

Klammert sich am Felsen fest,
strotzend hier vor Kraft.
Obwohl nur Stein hier existiert,
holt er sich seinen Saft.

An magisch dunkler Schlucht
saugt sich der Blick nun fest,
würde sie jetzt brennen,
es gäbe uns den Rest.

Sie lockt uns nett,
kommt, springt doch bald,
hier könnt ihr ruh’n
in meinem Wald.

Wir wagen diesen Schritt!



 Leben(04/99)


Die Nacht
hat uns zum Schrei’n gebracht,
als Witt in Wolfsheim war.
Endlich Gefühle deutlich klar,
die uns
das Leben spüren lassen.
Du kannst mich
lieben oder hassen,
trotzdem
ist es meins!

Ich liebe dich,
du glaubst mir nicht,
nach außen
strahlt nur Herzensgicht,
die Welt verlangt es so.
Das ist der Betrug.
Doch wir
erhalten nie genug,
brauchen uns
zum Leben.
Wir allein?
Die Erde würde beben!

Der dunkle Sound des Untergang’s
durchdringt uns absolut
und würd es jetzt zu Ende sein,
war es doch trotzdem gut.


 

 

 überall ist Kosovo (05/99)


Geh nur an Euch vorbei,
schmecke deine Faust,
als Rippen in mir bersten,
seh ich das Glitzern der Hakenkreuze
in euren Augen.
Triumpfgefühl,
endlich auch mal Sieger sein
über Schwächere.
Euer Frust
trifft den Falschen,
ihr wisst es.
Blutbesudelt schlage ich aufs Pflaster
und nehme noch
euer serbisches Grinsen wahr.
Ich fühle mich so Kosovo.

 

 

 All uns're Kinder (05/99)

War stets dabei
als ihr das Licht erblicktet
im Kreislauf dieser Welt.
Die erste halbe Stunde
hat ich euch ganz allein.
Ganz still
hörtet ihr mir zu,
wie auch zuvor im Bauch.
Später
bauten wir Türme,
windelten Puppen,
lernten Laufen, Rad fahren und vieles andere mehr.

Wir versuchten
euch viel Zeit zu geben,
zum Reifen und Gedeihen.
Wir kuschelten und schmusten
und balgten um die Wette.
Eure staunenden Augen
ließen die Welt neu erstehen.

Es ist schön
euch wachsen zu sehen.
Wir sind stolz auf euch,
auf alle uns're Kinder!

 

 

 

 Rechfertigung?(06/99)


Mich kann man gar nicht lieben,
füg andern Leid nur zu,
ertönt’s von deinen Lippen
und aus den Augen fließt
die Liebe gleich heraus.

Redeten miteinander
recht oft und ziemlich viel,
verstanden uns nur wenig,
immer vorbei am Ziel.

Gingen miteinander
recht ungeschickt noch um,
vorbeigeredet, angeblafft,
frag mich oft, warum?

Wir zwei sind so verschieden
und ohne Toleranz,
kann’s nicht in Worte fassen,
bald ist vorbei der Tanz.

Hab leider bei den Kindern
allzuviel versäumt,
denn hatten wir Probleme,
hab ich nur geträumt.

Sie werden oftmals fragen:
Wieso? Weshalb? Warum?
Schnell werden sie’s kapieren,
denn Kinder sind nicht dumm.




 Träumer(07/99)


Pflückt sie auseinander,
macht sie mir kaputt
meine öden Reime,
alles nur Betrug.

Real ein kleiner Puscher,
im Traum ein großer Held
ist alles Ersatz doch nur,
der meinem Hirn gefällt.

 

 Medien(10/99)


Information macht Meinung
ich gebe sie euch vor
braucht gar nicht mehr zu denken
folgt mir
ich mach es leicht

Krieg tobt in den Köpfen
Krieg tobt im TV
wie sie uns auch schröpfen
wir machen uns selbst zur Sau

So langsam ganz allmählich
beherrsch ich euch total
ihr wisst nur
was ihr wissen dürft
Denken wird zur Qual

Krieg tobt in den Köpfen
Krieg tobt im TV
wie sie uns auch schröpfen
wir machen uns selbst zur Sau

Lenk euch ab mit Glimmer
mach wichtig einen Pfortz
ihr reagiert ganz prächtig
doch ganz nah
wird Auschwitz wieder mächtig!

 

 

 

 Yahoo01/00

 

Ich hab’s geschafft und find es nett.
Ich stehe jetzt im Internet,
doch leider nur am schwarzen Brett,
denn niemand kann mich hier noch leiden,
weil ich tu solch Gedichte schreiben.

 

 

 Gerechtigkeit 01/00


Die Biokurve wieder sinkt,
weil mir gerad wieder etwas stinkt.
Hab dir gerad eine geknallt,
es war der Urinstinkt Gewalt.

Doch mein Ego sackt um Stufen,
ich brauch mich nur darauf berufen,
denn du rufst nach dem Staatsanwalt
und mir wird der Beutel kalt.

Doch ehe hier
der Richter richtet,
kommt erst der Schlichter mal
und schlichtet.

Oben reiben sich die Asse
die Hände, ob der klingenden Kasse.
Dein Schreien nach Gerechtigkeit
wird nach dem Richterspruch dir leid.

 

 

 

 Leere 01/00


Soviele lyrische Gedanken
kommen mir zur schlechten Zeit,
Alltäglichkeiten
fressen sie auf.

Schreiben
geht nur schwer zur Hand
bei Hauskramallerlei.

Irgendwann
explodiert der Kopf
und nichts
ist dann mehr da,
was aufzuschreiben sich noch lohnt.

Doch auch Erinnerung
tut weh!

 

 

 

 Frieden01/00


Der Tag tat weh,
in meinen müden Knochen
und auch
in der Seele kochen
Emotionen
kurz vor’m Tod,
Augen
sehen nur noch rot.

Die Wellenlängen
sind verschieden,
du brauchst
einen anderen Frieden.

 

 

 Lawinen02/00

 
Wandern im Gebirge,
der Blick ist stumpf und kalt.
Schnee liegt meterhoch,
der Schritt wird langsam alt.

Gleißend helles Licht
dröhnt in das Gemüt,
nimmst es gar nicht wahr,
für Schönheit abgebrüht.

Die Lunge wird erfüllt
von eiskalter Luft
und auch irgendwie
liegt darin der Duft
von der Unendlichkeit des Sein’s.

Schlummerst ein
unter Obhut von Schneemassen.
Dein Herz wird
kalt wie deine Seele.
Retter finden
eine grinsende Leiche.

 

 

 Zurück ist vorwärts 10/00


Kreise um die Erde, liebe diese Welt,
so blau, so schön, so friedlich
und doch
dem Untergang geweiht,
wenn wir sie weiter killen
der Mutter Gäa Leib!

Ich geh zurück ins Gestern,
wo heute noch die Zukunft ist
und helfe dieser Erde,
damit es heute schöner wird.

Ich helfe im Neandertal
den Menschen dort bei ihrer Qual.
Die schöne Zukunft zu erreichen,
muss erst der Homo Sapiens weichen,
ist aggressiv und dominant,
hat diese Erde bald verbrannt.

 

 Schluss! 10/00


Irgendwann ist Schluss
mit der Bescheidenheit,
nicht nach jedem Kuss
kommt gleich die Glückseligkeit.

Der Chef sagt, koche Kaffee.
Mein Mann sagt, hole Bier.
Ihr habt wohl eine Macke,
bin doch kein Arbeitstier!

Chef bin ich jetzt alleine,
mein Mann liegt nun im Grab
und mit dir beim Kuschelsex
merk` ich,
das ich das Leben wieder mag.

 

 

 

 Schwein gehabt 10/00


Du sitzt vor mir und duftest toll,
gekleidet ganz dezent.
Begehrlichkeit
weckt deine Stimme
ganz unten in mir drin.

Ganz gekonnt
dein Augenaufschlag
verfärbt gleich mein Gesicht.
Die Phantasie
geht mit mir durch,
ich sehe uns schon kuscheln.

Da kommt dein Mann;
Entschuldigung, ich muss jetzt gehen,
höre ich mich noch nuscheln.


 

 Mein Land, mein Deutschland (11/00)


Wo bin ich hier, ist kalt,
kein Mitgefühl, nur feuchte Kälte,
Menschen dreh’n sich weg.
Mein Land,
mein Deutschland.

Hier zählt nur Status, zählt nur Geld,
keine Wärme, die dich hält.
Mein Land,
mein Deutschland.

Fremde mögen sie hier nicht,
mögen sich kaum selbst!
Mein Land,
mein Deutschland.

Im Osten geht die Sonne auf,
in Deutschland geht sie unter,
denn hier ist das Abendland.
Mein Land,
mein Deutschland.

Beginn


Solch ein Gedicht,
wohnetrunken voll Poesie,
besteht nur selten noch aus Reimen.
Wie sollte besser ich sonst schleimen?

Der Stil verbessert,
die Rhetorik ungehalten,
so stell ich mich hier dar
und werd euch nicht erwärmen.

Dino Durchschnitt
Zirkel schreibender Arschkriecher