Drachenrose

bittere und helle Zeiten

Beginn


Manch Gedanke
in der Nacht
hat mich um den Schlaf gebracht.
Kam er in der Tagessonne
schrieb ich ihn auf
mit voller Wonne.

Dino Durchschnitt
Zirkel schreibender Arschkriecher


Grundlage aller dieser Zeilen ist ein dekadent optimistischer Realpessimismus ohne Wirklichkeitsbezug.

das Leben 12/00 (Gedanken des Abends)


Es ging schon so seit Jahren,
beichtest du verheult,
ich hielt ihn
für 'nen Freund.
Bildete mir ein, ich kenn dich,
hatte blind Vertrauen,
war leider einfach blind.
Redest gleich von Scheidung,
bist so schuldbewusst.
Mit feuchten Wangen
trennst du dich von uns beiden.

Kann ich dir noch trauen?
Was wird aus uns'ren Kindern?
Was wird aus meinen Kindern?
Ich werde dich dran hindern!

Orgasmen von Adrenalin
durchströmen meinen Leib,
ich muss hier raus.
Hab kaum Freunde mir gemacht
und sitz hier
mit mir selbst,
doch das auch du mich ausgelacht,
zerreißt nicht nur
mein Herz.

Muss mich nun entscheiden,
was will ich?
Irre durch die Stadt,
Anonymität der Masse,
Gedanken zerschießen meinen Kopf.
Rette mich zu Bayreuth zwei,
er schafft es immer wieder.

Flüchte mich
im tiefen Keller,
genieße diesen Schmerz.
Gedanken klaren sich auf,
Körper reagiert.

Die Beine bringen mich
zur Brücke,
Gleise wie ein Fächer
in die weite Welt.

Werfe hier
allen Ballast von mir
und finde
zu dir zurück.



neue Hoffnung 12/00 (GdA)


Niemals werde ich vergessen
das Glück
in deinen feuchten Augen,
als ich mich offenbarte.
Ich liebe dich,
nur das hat dir gefehlt.
Ich weiß,
ich gab sie dir
sehr selten
und du hast 's kaum gespürt.
Verwundet, vernarbt,
wollt ich mich bedecken,
Schutz vor neuen Wunden,
auch du hast sie geschlagen,
denn ich bin doch so hart.

Das ich mich dir öffnete,
wird mein größter Schutz.

Worte 12/00


Vertrauen,
welch großes Wort
für solch kleine Sünde.

Liebe,
welch großes Wort
für ein bisschen Spaß.

Verzeihen,
welch kleines Wort
für ein neues Leben.

Körper 12/00 (GdA)


Worte
gibt es nicht dafür,
nur selbst erleben, fühlen, spüren
wie mein Körper reagiert
auf dich.

Blut pulst schneller durch mein Herz,
Neuronen entfalten ein Mikrovoltgewitter,
Muskeln krampfen meine Glieder fest,
Pupillenerweiterung, du wirst fokussiert,
Lungen saugen Sauerstoff für meine Mitochondrien.

Testosteron und Adrenalin
überfluten meinen Körper,
denn du
bist mein größter Feind.
Ich sehe dich ...
 
im Spiegel.



Rezept 12/00


Sonnenschmerz fühlt mein Herz.
Schlechte Welt nicht gefällt.
Lieg im Schnee, Kopf tut weh.
Seelenpein,
Witt muss rein
und auch die Lakaien.

Fell versengt, Herz gesprengt,
große Not, Vertrauen tot,
Nur genarrt, Liebe starb.
Ganz allein
Seelenpein,
Witt muss rein
und auch die Lakaien.


Pein 12/00 (GdA)


Kannst dich
nicht mehr retten,
schreist um Hilfe nun,
sollte ich
Erbarmen zeigen?
Bin vor Schmerz ganz stumm.

Hast mich
hintergangen,
ziemlich lange schon.
Hab ich nicht mit dir gefühlt,
war er da,
er tat 's.

Spürtest du nicht meine Liebe,
ging es ihm sehr gut.
Er verlangt jetzt
die Entscheidung,
nicht das erste Mal
und das Finden der Gedanken
bereitet dir nur Qual.

Möchtest weg hier,
gleich von beiden,
welche dich jetzt
lassen leiden.

Was hilft dir schon dein Gejammer,
du kommst mit mir in die Kammer.
Kannst du dich nicht bald entscheiden,
muss dein Körper eben leiden!

Wimmernd fliegst du
durch das Fenster,
dieses Haus
hat nun Gespenster,
und
ich springe hinterher.


verschieden 12/2000 - GdA - etc.


Frag mich selbst,
was du verstehst
von Glück und Harmonie,
stammst du doch
von Scheidungseltern
und die lernen 's nie.
Mein Vorurteil
erhärtet sich,
wenn du schreist wie 'n Vieh.

Später
wandert deine Hand
lieb in meinen Schritt,
Kuscheln
mag ich ja ganz gern,
also mach ich mit.
Und wir schlafen,
ganz verknotet
der nächsten Sonne zu.

Total entspannt
und lieb geweckt,
erwartet uns ein Frühstücksbrett
und mit Harmonie und Liebe
futtern wir
zu fünft im Bett.

 

 

Flucht 12/00 - Gedanken des Abends


Sie meint
es schlecht mit dir,
die Welt,
weil keiner
die Versprechen hält
von Mut und Ehre, Tapferkeit
und schieben alles
auf die Zeit.

Da bleibt dir nur die Flucht,
die Flucht in dich,
die Flucht in dich selbst.

Mütter töten
Kindesväter,
selbst der Papst
ist ein Verräter.
Medien
schrei'n nur Sensationen,
wo kann
hier noch was Gutes wohnen.

Da bleibt dir nur die Flucht,
die Flucht in dich,
die Flucht in dich selbst.

Du liebst die Frau
und sie betrügt dich
mit deinem Freund
ganz offensichtlich.
Kollegen neiden
dir den Posten,
vom süßen Leben
darfst du nicht kosten.

Da bleibt dir nur die Flucht,
die Flucht in dich,
die Flucht in dich selbst.

Jeder Traum
ist mal zu Ende
und endlich
reibst du dir die Hände,
dann bleibt ihnen nur

die Flucht,
die Flucht in sich,
die Flucht in sich selbst.

 

 
Familienglück? - 12/00 - Gedanken des Abends


Du sitzt nun
ganz allein zu Haus.
Dein Mann ist weg,
er wollte raus.

Die Kinder fragen nach Papa,
warum
ist er g'rad jetzt nicht da.

Du glaubst,
sie werden 's nicht verstehen,
wenn wir jetzt auseinander gehen.

Du wirst
um den Schlaf gebracht,
Kindertränen in der Nacht.

Liegt Papa jetzt auf der Station?
Ist er gar im Himmel schon?

Doch dein Mann,
das fiese Stück,
sucht mit tränenleerem Blick
einfach einen and'ren Fick!

 

 

Paradigma - 12/00

Harte Schale aufgeweicht
und den zarten Kern erreicht,
schießt Stacheln, Pfeile nun hinein,
schmerzend tief, einfach zum Schrei’n.

Zuckend, kreischend krümm ich mich
unter jedem neuen Stich.
Aus mir fließen Rotz und Tränen,
du machst weiter ohne Schämen!

Und vor lauter Pein und Not
mache ich mich selber tot,
Herz versteinert, kalt und bös,
macht kein Stachel mehr nervös.

Herr bewaffnet Kommissar,
ich kam mit meiner Frau nicht klar.
Zu Haus liegt sie
in uns’rem Bett
und ist jetzt
für immer nett!
 

 

Jahreswechsel - 12/00

Ein Hammerschlag von Schweremut
trifft mich am Jahresende,
jetzt fehlen mir deine Zärtlichkeit
und deine warmen Hände.

Ich schau nach draußen in die graue Welt,
mein Gesicht spricht Bände.
Wofür
hab ich bis jetzt gelebt,
kaum etwas
das sich lohnt.

Auch wenn
ich einmal glücklich war,
bin ich
doch längst entthront.

Orakel und Mysterium
nichts wurde davon wahr.
Das Elend
zieht mich in den Schlund
tiefer Jahr um Jahr.

Habe mich ergeben
der grenzenlosen Pein.
Der Schmerz in mir
bahnt sich hinaus,
doch keiner
hört mein Schrei’n.

Hab Angst,
das es so weiter geht,
hab Angst
vor ander’n Menschen.

Niemand
der mich rettet.
Nichts,
was mich hier hält!

Muss nun endlich handeln
und verlasse diese Welt.

 

 

In einer lauen Sommernacht..  (04/01)

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Ich saß hier unten
und weinte bitterlich,
große feuchte Augen,
schluchzend tief betrübt.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Umarmten sich zwei innig
mit Liebe ohne Ende,
schmeckten sich ganz süß,
kuschelten glücklich.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Erschlugen zwei den Dritten
mit hartem gelben Neid,
befriedigt schlichen sie davon
mit Beute voller Hass.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Ich saß hier unten
und weinte bitterlich,
große feuchte Augen,
schluchzend tief betrübt,
weil ich nur sah
den Hass und Neid
und für die Liebe blind.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

 

Weihnacht II 11/01

Weihnacht steht nun wieder an
mit Werbung und Geschenken.
Ich hasse dieses Konsumfest.
Willst du es mir verdenken?

Was interessiert mich Jesu Christ
und das er nun geboren ist?
Die Schuld der Menschheit auf dem Rücken
konnt ihn der Tod doch nur entzücken.

Weiß ist immer noch der Schnee,
die Welt ist bös´ wie eh und je,
rot das Blut an deiner Hand,
Gewalt gewinnt die Oberhand.

Draußen fern im kalten Raum
ballt sich Armageddon.
Hunderttausend Tonnen Stein
läuten´s Menschenende ein.

Gäa seufzt und die Natur
erholt sich ohne Menschen nur.
 

 

Leerer Körper (01/02)

Das Leben einen Fehler dir
ganz selten nur verzeiht.
Es sammeln sich
im Lauf des Lebens
wahnsinnig viele davon an.

Innen völlig leer, nach außen voller Kraft,
die Maske sitzt perfekt.
Hast nichts mehr,
was du geben kannst,
doch funktionierst du noch.

Klammerst dich am Leben fest,
weißt gar mehr,
warum?

Es kommt der Tag,
du wirst gefragt,
wie hast du gelebt?

Erinnerungen steigen auf.
Tage voller Glück,
ein Lächeln froh ziert dein Gesicht.

Jetzt kannst du
in Frieden ziehen.
 


 

Kalte Weihnacht (01/02)

Weihnachtszeit, schlimmste Zeit,
zu Hause ganz allein.
Die Frau nahm auch die Gören mit,
für dich war'n sie Ballast
und diesen ganzen Festtagstrubel,
wie hast du ihn gehasst.

Sehnsucht nagt in dir, wieder läuft alles schief.
Du lechzt nach jenem Weihnachtsmief,
musst jetzt hier raus.
Läufst alleine durch die Stadt,
suchst ein wenig Wärme,
siehst helle Fenster, Kinderlachen,
dort wärest du sehr gerne.

Einsam stehst du draußen.

Ein weißer Hauch zog durch die Nacht.
Er hat die Erde kalt gemacht.
Alles wurde hier verdorben
die Liebe in dir ausgestorben.

 

 

 

Aufgegeben (01/02)


Wie kann ein menschlich Herz
das alles nur ertragen
Krisen, Krankheit, Elend, Armut,
es muss doch mal verzagen

Gewalt macht kalt
Neid bringt Streit
Unrecht siegt Glück bekriegt
Konsum macht nicht glücklich

Seh zurück mit trüben Blick
auf die grauen Jahre
Hoch vom Berg winkt ein Zwerg
zieht mich mit hinab

Düst'res Land ausgebrannt
Menschen meiden sich
voller Jauch stöhnt der Bauch
kommt alles wieder hoch
Herzenspein ganz allein kann 's nicht sein

Dieses Spiel ist ohne Ziel,
warum spiel ich 's noch?

Gar kein Fun bringt 's voran
alles öde grau
Drogenscheiß Sex ganz heiß
törnen mich bloß ab

mit vollem Speed zum Suizid
nur das bringt den Kick
Liebe tot Gefühl verroht
zeigt sich diese Welt

keinen Scherz nur Commerz
Mammon hat die Macht
Neandertal war einmal
jetzt ist Pleistozän

Diese Spiel ist ohne Ziel,
warum spiel ich 's noch?

 

 

 

Wiedergeburt (02/02)


Deine Tage hier auf Erden
sollen nun gezählet werden.
Zu sich ruft dich Gott der Herr,
schickt Gevatter Hein.

Die Gebeine bleiben liegen,
musst nun in den Himmel fliegen.
Denkst du an die schlimmen Sachen,
ist dir gar nicht mehr zum Lachen,
dir wird immer bang und bänger
und der Hals wird immer länger.

Deine Taten ohne Wertung
liegen vor IHM wie ein Buch,
doch du weißt, du warst kein Feiner
und so wirst du klein und kleiner.
Und du hörst die Engel raunen,
dann ertönen die Posaunen.
Du warst so ein schlimmer Lümmel,
du darfst niemals in den Himmel,
doch viel zu schade und zu teuer
ist 's auch mit dem Fegefeuer,
spricht zu dir die göttliche Fusion,
alle Erdengötter in Union.

Fragen machen sich nun breit,
wo verbringst du deine Zeit?
Nun die Antwort kommt sofort,
gehst vom Himmel über Bord,
auf die Erde fällst herab
geradewegs ins eig'ne Grab.
Frisst dich selbst, ist nicht zu schade,
bist jetzt eine Fliegenmade.

 

 

Albtraum (02/02)

 
SWAT und Furien jagen dich, Entsetzen, Grausen fürchterlich.
Ein Laserpunkt ziert dein Gesicht, bevor es auseinander bricht.
Über dem Kopf das Flammenschwert dein Leben war bis heut verkehrt.
Liegst auf dem Bock für Peitschenhiebe, in diesem Traum gibt 's keine Liebe.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!
 
Der Henker prüft des Seiles Dicke, erbärmlich zuckst du in der Mitte.
Ein Werwolf hat dir seine Klauen mitten durch den Leib gehauen.
Das Würgeeisen nimmt die Luft und deine Energie verpufft.
Am Boden schlägt das Flugzeug nieder, du warst darin, das war 's jetzt wieder.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!

Neben dir platzt ein Schrapnell, dieser Tod kam wirklich schnell
und mit Klötzen an den Füßen, solltest du die Fische grüßen.
Fest an einen Pfahl gebunden, wirst du mit Skalpell geschunden
und dein Blut, es spritzt sehr weit, denn sie nehmen sich viel Zeit.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!

Stirbst nun diesmal durch ein Feuer mit den Schmerzen ungeheuer.
Es zerreißt dich wie ein Kissen, wirst im Weltall raus geschmissen.
Holt Schamane sich dein Herz, spürst ihn nicht mehr, diesen Schmerz.
Hat der Tag die Nacht verjagt, erwachst von Ratten abgenagt.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!


Stillleben 02/02


Der Mondschein schien
am Mittagstisch.
Das Essen
ist nicht mehr so frisch.

Ein Schädel
ruht schon auf dem Boden,
er thronte mal
am Tische droben.

Zerbröselt sind auch
Speis und Teller,
die Zeit vergeht nun
wieder schneller,

weil keiner ist,
der sie noch misst.
Der Mondschein schien
am Mittagstisch.


 

 Verschüttet (02/02)



Draußen schuften die Brigaden,
wir hier drinnen spüren 's nicht,
müssen erst den Berg abtragen,
endlich scheint dann wieder Licht.

Drinnen wird es langsam stickig
und der Sauerstoff wird knapp.
Draußen gibt es ihn sehr üppig,
sickert nicht in unser Grab.

Und sie schuften wie besessen,
sind nur Hektotonnen noch,
doch wir fühlen uns vergessen
hier in diesem düst'ren Loch.

Sind nun endlich durchgebrochen,
Jubel ist gleich riesengroß,
doch kommt keiner angekrochen,
unten liegen Leichen bloß.

helle Zeiten

DraRos

Grundlage aller dieser Zeilen ist ein dekadent optimistischer Realpessimismus mit traumhaften Wirklichkeitsverlust.

Warten 03/02


Der Mond,
er steht am Himmel Wacht,
die Wölkchen zieh'n vorüber.

Die Sternlein
brennen voller Pracht,
sie blinzeln
zu mir nieder.

Ich weiß,
du bist gerad unterwegs
zu mir.
Ich fühl 's mit meinem Herzen.

'ne Wolke
schiebt ihn zu,
den Mond,
das Dunkel
macht mir Schmerzen.

Doch dann
kommst du
und es wird hell.
Du kriechst zu mir
ins Bett.

Der Mond,
er steht nun wieder Wacht,
die Sternlein
blinzeln nett.



Ringgefährten 03/02


Elbenkrieger steht auf Wacht,
schützt das Land gen Mitternacht.
Düster, drohend über ihm
schwebt der Fürst der Nazgül hin.

Himmel ist ganz schwarz verhangen,
dieses Buch nimmt dich gefangen.
Bist nicht mehr in dieser Welt,
wirst zu Frodo, bist ein Held,

fühlst du mit ihm alle Schmerzen,
doch mit Hoffnung groß im Herzen.
Schlacht gewonnen, Freudentränen
rinnen abwärts ohne schämen.

Legst du dieses Buch beseit,
macht sich Hoffnung in dir breit,
dass nun auch auf Obererde
Gutes endlich Sieger werde.


schuldig 03/02


Weit der Blick, groß das Meer
aus dem Schweiß der Kindersklaven
tauche ein in dich
dunkles Selbst
schwarze Menschenseele

betritt die Halle, dröhnt dein Ohr
angefüllt mit stummen Schrei'n
billiger Kinderhuren
tauche ein in dich
dunkles Selbst
schwarze Menschenseele

roter Hagel fällt vom Himmel
blutig gefrorene Tränen
eiskalter Kindersoldaten
tauche ein in dich
dunkles Selbst
schwarze Menschenseele

Durch`s Gebein
fährt Kinderpein,
darf nicht sein!


Seufzer 03/02

Mein Sein
allein
im Schleim
bringt den Reim,
doch vor Pein
dich zum Schrei'n.

Der Reim allein
im Schleim
ist nicht mein,
doch sein Sein
voller Pein
ist zum Schrei'n.


Gedankensplitter 04/02

am Abgrund stehen
grausig lockender Ruf
flüssig brodelndes Gestein
das Dunkel wartet

Entscheidung drängt
in mir Widerstreit
gut oder böse
das Dunkel lacht schallend

Freiflug nach unten
flammender Engel
Hitze hüllt mich schützend ein
das Dunkel verschmilzt

über den Wolken
unten nur Chaos
ordne das Ganze
streng rational
bin jetzt ............
ein flammender dunkler Engel

gestürzt 04/02

- für Frau2_sucht -

Liebe war schon lange tot,
glaubte ich ganz fest.
Da kam Gevatter Hein,
nahm dich mit
für immer nun.
Ich war ganz allein.

Spürte,
wie du mir doch fehlst,
es zerriss mein Herz,
versank in mir,
verzehrte mich.
Es geschah im März.

Elendig wimmernd in der Nacht,
doch am Tag auf cool gemacht,
Trost und Mitleid
prallten ab,
stand mit einem Bein
im Grab.

Gevatter Hein schon voller Eile,
als ich schrieb die erste Zeile.
Aus dem Stift
floss immer weiter
dieser depressive Eiter.

Fand das Leben plötzlich toll,
Hein ging mürrisch ohne Groll.
Deinen Tod nicht überwunden,
doch den Frieden
nun gefunden.

Irgendwann,
weiß ich genau,
jemand
in die Augen schau,
um uns tanzen Liebesfeen,
wir auf Anhieb uns versteh'n.

Täglich neu
wir uns begeistern,
fröhlich
unser Leben meistern
und an schönen Jahren reich
zieh`n wir ein ins Totenreich.




Ego2 04/02


Total genial
bin ich manchmal
und auch schön anzusehen.
Nicht,
das ihr denkt,
das ist Natur,
nein,
hab mich selbst beschenkt.

Mit starkem Willen
und viel Kraft
hab ich`s
endlich nun geschafft.
Ich bin nun
schön, schlau, bescheiden
und hab es
selbst heraus gefunden.


Worte 2 04/02


Worte
können schmerzen
Worte
können scherzen
Worte
lassen dich erröten
doch Worte
können töten
mit Worten
machst du Politik
um Worte
geht`s im Krieg
für Worte
gibt`s den Sieg
gebrauch sie mit Bedacht
Worte geben Macht
spricht Väterchen zu seinem Sohn,
ein kaltes Grinsen ist sein Lohn.

Eh Alter, du und deine Psalme
bringen mich langsam auf die Palme.
Ins Ohr die Stöpsel,
so wie immer,
verlässt der Sohn
wortlos das Zimmer
und genießt total beknackt

Worte
in Musik verpackt.

Lenz 04/02 + Rest


Mit voller Wucht
trifft mich dein Kuss,
es ist
totaler Wohlgenuss.

Der Lenz durchdringt
nun alle Hemden
und lässt erzittern
meine Lenden.

 

Paradigma II (04/02)

Verheult, zerzaust,
kommst du nach Haus,
mit der Fröhlichkeit
ist's aus.
Blut im Schritt, zerfetzter Slip,
nimmst mich
in dein Zimmer mit.

Liebstes meiner Töchterlein,
was wird mit dir geschehen sein?
War stets
der Wächter deiner Tugend
und beschützte
deine Jugend.

Tief im Wald warst du allein,
dort soll es geschehen sein.
Nahm dich dort mit böser Kraft,
verloren nun die Jungfernschaft.
Entsetzt, empört, zog ich los,
dachte nur an Rache bloß.

Schließlich bin ich
ganz benommen
im Wald
am Tatort angekommen.
Hier im dichten Unterholz
nahm er mir den größten Stolz.

Fand dort Spuren, Fasern, Blut
doch damit war es nicht genug,
als ich mal zum Himmel seh,
schwebt dort noch die Liebesfee.

Gab mir im Herzen einen Stich,
plötzlich seh ich dich und mich.
Heimlich liebend tief im Wald,
doch uns war es niemals kalt.

Verzeih mir
holdes Töchterlein,
musst nun
selber Wächter sein.

 
Machos Untergang (04/02)

Bist die Hellste
dort von allen,
doch du bist mir
nicht verfallen.
Hatte nie Problem mit Frauen
und verlor nun mein Vertrauen.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

Mein Sex war gut,
ich sah 's euch an,
begeistert
stand ich meinen Mann.
Romantik war noch nie mein Ding
und deshalb manches Mädchen ging.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

Mit hübschen Frauen
schmückt ich mich,
doch bei dir
kommt 's nicht zum Stich.
Für mich wirst du interessant,
doch deine Abwehr macht mich krank.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

Dich hat es
total entzückt,
dass mein Trieb
nun unterdrückt.
Du beginnst mit mir zu scherzen,
stilgemäß bei Wein und Kerzen.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

In deine Augen blick ich
fasziniert,
Mann, was war ich
doch vertiert.
Und ich seh bei dir es auch
Glücksgefühl in Kopf und Bauch.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies Machos Untergang!

 


Fühlingsmorgen (04/02)


Dichter Nebel,
undurchdringlich,
liegt über dem Land.
Traumwelt,
Elfenschatten, Zwergenkichern,
feuchte Spuren
im Gras.

Märchenhafte Stille
lässt mich mein Alleinsein spüren,
eins mit der Natur.
Über den Wipfeln
ein blutroter Kreis
kämpft langsam sich empor,
den Nebel zu lichten.

Die Traumwelt
kriecht
in sich zurück,
der Alltag bricht an.

 

Mein Com (04/02)

Sitz dir gegenüber,
strahlst mich an.
Stimmst mich freundlich.
Behutsam
gleiten meine Finger
über deinen Körper.

Ich brauch dich,
du brauchst mich.
Ich geb dir alles,
was du begehrst
und du
erfüllst mir meine Wünsche.

Manchmal
vernachlässige ich dich,
dann
entziehst du dich mir,
so wie jetzt -

blue screen of death!

 

Wunderschöner Tag?! (04/02)


Es war
ein wunderschöner Tag.
Kein Zoff, kein Streit,
nur Harmonie,
so wie ich es gerne mag.
Selbst die Natur
hat mitgespielt.
Am Abend
kuscheln wir uns eng,
schmusen, knutschen, herzen uns,
doch dann
schalten wir
die Nachrichten ein.

Hilflose Wut, Kummertränen,
die Welt ist schlecht.

 

 

Kein Traum ... (05/02)


Sinke nieder
auf mein Kissen,
ach, was werd ich
dich vermissen,
deine Küsse, deine Hände
sind weit weg jetzt in der Fremde.

Schließe langsam meine Lider,
finde mich im Traumland wieder.
Bin allein, ist dunkel, leer,
ist kein schönes Träumen mehr!
Scheint hier keinen Traum zu geben,
der schöner ist als 's wahre Leben.

 

 

Traumgespinst (05/02)


Im letzten Traum
nahmen wir uns
ganz lieb, doch stürmisch auch,
liebkosten und vernaschten uns.

Es war
nur ein Beginn,
zwar sind wir
verheiratet,
nur nicht miteinander.

Erwachte allein,
sah dich von fern
und wollt fragen,
war es wahr?

Begegne dir,
grüße freundlich,
mein Herz krampft,
das Gesicht zur Maske,
Versteckspiel.

Möchte dich
in den Arm nehmen,
streicheln, kuscheln, mehr ...
doch
die Moral setzt Grenzen!

 

 

Himmel (05/02)

Nehm dich in den Arm,
halt dich fest und warm.
Küsse dich ganz sacht,
dein Mund freundlich lacht.
Finger tasten, Zunge leckt,
wo es uns am Besten schmeckt.

Herzen klopfen mit Gerase,
Körper zucken vor Ekstase,
dringen endlich in uns ein,
das muss der 7te Himmel sein.

 


Sehnsucht (05/02)


Ich kann
dich nicht sehen,
ich kann
dich nicht hören,
ich weiß genau,
du bist hier.
Ich spüre dich!

Nackenhaare sträuben sich,
im Bauch
ein sonderbares Gefühl von Wärme, Unruhe, Leere, Sehnsucht.
Auf meinem Bauch
ein warmer Hauch
vom letzten Kuss.

Versuche
mich selbst abzulenken,
es wird schlimmer.
Schalt mich ab,
versinke
im traumlosen Nichts.

 

 


Fieberstund (05/02)


Umhüllt die Welt, ein Nebel grau,
Unheil ahnend, Magen flau,
eile ich zu sehen,
was hier soll verborgen werden.

Rauchende Trümmer, blut'ge Mieder
schreiend stöhnend fall ich nieder
zwischen die zerfetzten Leiber,
Männer, Kinder und auch Weiber.

Ich bin schuldig,
hatt' widerstanden
und mit wahnsinniger Macht
IHN davor noch ausgelacht.

Nun hat ER sich offenbart,
Liebe, Gnade wurd verscharrt.
Alle Pein
dringt in mich ein.

Lieg nun hier, ein Bündel Dreck,
putz nun endlich auch mich weg!
Hast gesiegt, ich gebe auf,
had're nicht mit Schicksals Lauf.

Hände patschen ins Gesicht
und 'ne Stimme, welche spricht.
Komm Papa, nun krieg dich wieder,
ist vorbei, dein feurig Fieber.


 


Gewitter (05/02)


Draußen donnert ein Gewitter,
drinnen großes Leibgezitter,
Haare spreizen sich vom Rücken,
deine Hände voll entzücken.

Es tobt der Gewittersturm,
winde mich hier wie ein Wurm.
Kommst über mich, Naturgewalt,
draußen wird's Gewitter alt,
doch hier drinnen brodelt Hitze,
zwischen uns zucken die Blitze.

Stöhnen klingt wie Donnergrollen
unsre Leiber überrollen
Decke, Laken, auch den Boden,
Körper in Ekstase toben.

Wild bewegen sich die Lenden,
müssen dieses Spiel beenden,
wie ein stürmisch Wasserfall
kommt der letzte Donnerhall.

Bettzeug, Laken sind zerrissen,
glücklich fall'n wir in die Kissen.
Hörst uns noch ein wenig tuscheln,
leiser wird es dann zum Nuscheln.
Weckt uns dann die Morgensonne,
kuscheln wir noch voller Wonne.

 

Tränen im Kopf (05/02)


Weiß nicht, wie ich's sagen soll.
Ist nicht schön zu hören.
Denke schon nichts and'res mehr,
Kopf wird nicht mehr frei.

Keiner merkt mir etwas an,
funktioniere gut.
Apathie kommt immer nur,
wenn ich bin allein.

Werde wieder depressiv,
nur tief in mir drin,
noch Außen noch der Alte bin,
doch es macht mir Angst!

Wie soll ich es dir nur sagen,
kann nicht mehr mit dir,
und wie wirst du es ertragen,
wenn ich mich entscheid?

 

 

An Claudia (05/02)


Lese deine Zeilen,
lese dazwischen,
Herz wird gespalten,
muss Augen auswischen.

Schmerz kommt von innen,
fühl mich ausgebrannt
und mit deinen Worten
im Tiefsten verwandt.

Les trotzdem weiter
und schöpf wieder Mut
aus der Kraft deiner Worte,
ich zieh meinen Hut.

Selbstmitleid und tiefe Trauer
sollen sein von kurzer Dauer.
Lebensfreud muss wieder fließen,
dort wo heute Dornen sprießen.

Jetzt nach Dunkelheit und Nebel,
setze ich mein Sonnensegel.

 

 

Wo bist du? (05/02)


Kopf im Nacken
schau hinauf,
glitzert, leuchtet, brennt.
Träum mich weg
zu einem Stern,
der uns beide kennt.

Fern
von dieser bösen Erde
verschmelzen uns're Seelen,
Gedanken
nur noch Einer sind,
niemand kann es stehlen.

Geben uns
viel Mut, viel Kraft
für die Zeit auf Erden,
dort
kennen wir uns nicht einmal,
niemals vereint sein werden.

Nur
auf diesem fernen Stern
brauchen wir nicht rufen.
Hier
in dieser Wirklichkeit
wir uns noch immer suchen.

 

Vollmond (06/02)


In tiefer Nacht der Vollmond schien
und du hast voller Lust geschrien.
Ich trank, ich leckte, schmeckte dich
und deinen süßen Leib,
duftende Haut wie Seide weich,
so lobe ich dich, Weib.

Meine Hände überall
kriegen nie genug,
erquicken dich an allen Stellen
und so geht's dir gut.
Labe mich an deinen Brüsten,
schwellen an wie Meeresküsten.

Saugend gleit ich dir zum Schoß,
du empfängst den Zungenstoß.
Deine Beine, schlanke Säulen
lassen mich voll Ehrfurcht heulen.

Wollust dich erzittern lässt,
auch das Laken ist benässt,
in mir regt sich das Entzücken,
denn du wirfst mich auf den Rücken,
nimmst ein Stückchen von mir auf
und der Ritt nimmt seinen Lauf.

Ich sehe deine Brüste springen,
möchte tiefer noch eindringen,
doch wir sind jetzt beide oben!
Es ist Schluss nun mit dem Toben.

In tiefer Nacht der Vollmond schien,
wir haben voller Lust geschrien.

 

Der Baum (09/02)


Die Welt
hielt nicht den Atem an
als dieser Baum
verschied.

Er war
der letzte seiner Art.
Er brach zusammen
unbemerkt,

nur das Wehklagen
nistender Vögel und flüchtender Kletterer
begleitete ihn.

Er war
das Herz dieses Waldes,
nun
fehlten seine Lebensströme,
seine Abwehrkräfte.

Der Wald krankte
in Trauer
und verging.




Tunguska (09/02)


Gleißendes Licht
durchschnitt den Wald,
Bäume
knickten reihenweise,
gigatonnen Stein
dringen in den Boden ein,

sekundenschnelle
verzehrende Hitze
verdampft die Tundra,
dunkles Frohlocken
schmerzt Gäa.

 


Flirtingfon und Chat (11/02)


Sie hatten sich
nie angeschaut
und nie zuvor gesehen,
doch als sie
ihre Stimmen hörten,
war es um sie gescheh'n.

Ein Blitz schlug ein
am lichten Tag,
Herzen lodern hell.

Im Chat
er nett
und sie kokett,
tauschen sie sich aus.
Die Flamme brennt
auch in der Nacht.
Herzen finden sich.

Nun endlich
ist es doch soweit,
sie stehen sich gegenüber.
Er steht hier.
Sie steht dort.
Zwischen ihnen
fällt kein Wort.

Vergessen ist
das Flirtingfon
und auch
der nette Chat.

Sie kennen sich
sehr lange schon,
nur anfangs
war es nett.

Sie schauen ganz erstaunt,
doch es ist wirklich wahr,
vor vielen langen Jahren
standen sie vor'm Altar.




Alpha und Omega (11/02)


Verdrillte Zeit
leeres All
nur zwei Giganten
umkreisen sich
unsichtbar
rasend schnell
in ihnen
die Unendlichkeit

Raumzeit
wirbelt, wabert, schwingt
Vereinigung erfolgt
das Universum
bricht zusammen
schrumpft
auf einen Punkt

und
expandiert
innerhalb
von Millisekunden

Neugeburt
Alpha und Omega
sind eins.

 

 

Tiefer Herbst (11/02)


Himmel tot und fahl
bereitet mir nur Qual.
Schlaffe Glieder, matter Geist,
aller Lebensmut vergreist,
kann nicht weinen,
kann nicht schrei'n,
lieg hier einfach rum,
allein!

 

 

Visionen (10/03)


Der Himmel hat sich zugezogen
in der Ferne zucken Blitze
was hat mich nur dazu bewogen
in mir brodelt böse Hitze
kann den Himmel nicht erkennen
dunkle Wolken türmen sich
höre garstig grausig Flennen
einsam allein und fürchte mich

Liebe um zu leben
Lebe um zu sterben

das Grauen wird nun über
eitert in der Brust
legt sich zum Sterben nieder
Lebensmutverlust

die kleine Elfe fliegt davon
ins Fäustchen lacht der Gnom
all mein Glück zerronn
steig herab vom Thron

Liebe um zu leben
Lebe um zu sterben
Lebe um zu sterben

es schwingen schon die Glocken
Sterben um zu erben
wollen jetzt zum Hades locken
treibst hinab den schwarzen Strom
zermalmt von Zweifel das Gemüt
dunkles Lachen dir zum Hohn
Gelächter vom geilen Gestüt

Liebe um zu leben
Lebe um zu sterben

 

 

 

Wolken (10/03)


Gebilde aus zarten Dampf
eine Welt für sich
ein Kopf
ein innig verschlungenes Liebespaar
durchdringen sich
zerfetzen, verweben, zerreißen
bilden
den Garten Eden
in der
Fantasie

 

 

Illusionen (10/03)

Zeit des Wartens,
Gedanken spielen frei.
Es entstehen
Illusionen,
wunderbare Träume,
Körper pulsen
vor Erwartung.

Zeitpunkt überschritten,
Sorgen bremsen aus
und dann ...
dann ...
wird´s unbeschreiblich,

wunderbar
doch voller Schmerzen,
einzigartiger Augenblick,
dafür
lebe ich!

 

 

Herz (11/03)

Ein blutend Herz aus toter Zeit
der Hall nie ganz verklingt
viel erlegt, verwundet, gehetzt
triumphierender Stolz
ist der Trauer nun gewichen.

Ein liebend Herz aus stolzer Zeit
der Hall klingt ewiglich
viel gelitten, geduldet, erwartet
ahnungsvolle Hoffnung
ist der Gewissheit nun gewichen.

Ein schmerzend Herz im Jetzt
der Hall verdrängt die Zeit
schwingt auf und ab
lebt immer dazwischen
statisch nur der Augenblick.

 

 

Freiheit (11/03)


endlich frei
Ketten nie gespürt
überprüfe die Weite
suche die Wand im Rücken
von überall
ungefiltert
prasselnde neue Eindrücke
nimm mich, kauf mich, werde glücklich, komm zu mir ...

Verwirrung und Entsetzen
Freiheit kann grausam sein
langsames Erkennen der Hierarchie
finde Gleichgesinnte
decken uns den Rücken

bauen Mauern
engen uns ein
fühlen uns
gefangen viel freier

 

 

Perspektive (11/03)

brodelnd Hitze tobt in mir
Kälte mordet meine Haut
Blick ist nicht fixiert
Traum von besserer Zeit
sehe meine Kinder vor mir
zum Abschied

gazettenkurze Auferstehung
„Die Überfüllung des Obdachlosenheimes kostete dem 42jährigen
Alfred das Leben. Die Streichung der Zuschüsse führte zu einer
Verringerung um zehn Schlafplätze.“

 

 

 
Erlöst 05/04

Am Horizont
die rote Sonne sich erhebt,
ihr Licht
erhellt die Welt!

Verbrannt und tot,
geschändet liegt sie offen,
kein Leben mehr,
auch die Söldner
kehren nicht zurück.

Ascheregen rieselt,
bedeckt den Boden grau,
verhungernde Feuerzungen
lechzen nach Futter.

Nichts weiter,
das noch erinnert,
an den Fluch
der vergangenen Jahrhunderte
-
den Menschen!

 

 

Abstand 05/04


Windgetöse, Wolkenfetzen
fegen durch die Luft
erkenne die Welt
unter mir
weites grünes Land
korngelbe Felder
schimmernd blaue See'n
nach unten führt der Fall

mit einem Ruck
entfaltet sich die Kappe
gebremstes Gleiten

Zeit zum Träumen
raus aus dieser Welt
ewig glücklich schweben
-
unverletzbar.

 

 

Schlächter (06/05)


Bedrohlich steigt er aus den Fluten,
herrlich schaurig anzuseh'n,
in der einen Hand die Ruten,
aus Mörderstahl und dennoch schön.
Edel, wehrhaft und sehr stark
schreitet er hinan.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

Böses er hier tilge
vom Angesicht der Welt
und hoffe nicht auf Milde,
das Urteil er selbst fällt.
Geh ein in dich
besinne dich auf böse Taten.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

Der Zinker ist auch Neider,
der Denunziant Vertreiber
und mordest du „nur“ Seelen,
und stahlst du auch „nur“ Stolz,
so wird er auch dich quälen
und packt dich ein in Holz.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

Rosenstolz und drachentreu
erfüllt er seinen Schwur.
Ideale sind nicht neu,
die Prinzipien nur.
Menschheit tanzt um's gold'ne Kalb,
wird durch Gotteszorn nicht alt.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

 

 

Introvertiert (07/05)


Wann hast du zuletzt geweint,
wann konntest du dich gehen lassen,
ohne das die ganze Meute
mit Häme dich gleich überfällt?

Schmerzen, Leid und Kummer
stauen sich in dir,
darfst hier nur Stärke zeigen,
immer nur der Sieger sein.

 


Drachenfeuer 10/05 – 07/13


Stille unnatürlich
zwängt ein meine Seele.
Keine Hilfe
von den Wächtern des Lichts.
Drachentreues Herz
nur für mich noch schlägt.

Regen rinnt den Himmel runter,
löscht das Feuer meines Drachen.
Versuch verzweifelt und erschöpft
es von neuem anzufachen.

Stimmen rufen,
herrlich Klang,
geben Mut und Kraft.
Auch mein Drache
leuchtet wieder,
haben’s bald geschafft.

Regen rinnt den Himmel runter,
löscht das Feuer meines Drachen,
doch mit Hilfe und mit Kraft
ist es wieder anzufachen.

 

 
Verzweiflung 10/05

Oh Herr,
was hast du getan
mich hierher zu setzen?
Falscher Ort,
falsche Zeit,
glücklich sein
kann ich hier nicht!

 

 

 

 

Verloren 12/05

Hab mich verloren
auf der Suche nach Glück
statt Nähe zu finden
ging ich nur zurück
hab verletzt und abgewiesen
um nicht selbst verletzt zu sein
verkroch mich in mir
verschloss mich total
hatte zwar immer wieder mal
auch ein wenig Spaß
doch fehlte meist
der letzte Kick
hab mich verloren
auf der Suche nach Glück

 

 

Seufzer 01/06

Ich wollte schreiben,
zog hinaus ans Meer.
Das Meer nahm mir die Worte!

 

 
Wasser 01/06


Massiert deinen Rücken – sanft und weich
zerschlägt Schiffe und Häuser – hart und brutal
trägt dich in die Ferne – geduldig und stark
lässt Seelen ergrauen – im ewigen Regen
Träger des Lebens – Ursprung des Seins

 

 

? ? ? 01/06


Schau auf die Wellen
Gischt tropft vom Kinn
Erspüre am Meer
des Lebens Sinn
vergessen die Menschen
vergessen die Zeit
in meiner Seele
Unendlichkeit
-
ich bin nichts

 
draros 5