Drachenrose

bittere Zeiten

Beginn


Manch Gedanke
in der Nacht
hat mich um den Schlaf gebracht.
Kam er in der Tagessonne
schrieb ich ihn auf
mit voller Wonne.

Dino Durchschnitt
Zirkel schreibender Arschkriecher


Grundlage aller dieser Zeilen ist ein dekadent optimistischer Realpessimismus ohne Wirklichkeitsbezug.

das Leben 12/00 (Gedanken des Abends)


Es ging schon so seit Jahren,
beichtest du verheult,
ich hielt ihn
für 'nen Freund.
Bildete mir ein, ich kenn dich,
hatte blind Vertrauen,
war leider einfach blind.
Redest gleich von Scheidung,
bist so schuldbewusst.
Mit feuchten Wangen
trennst du dich von uns beiden.

Kann ich dir noch trauen?
Was wird aus uns'ren Kindern?
Was wird aus meinen Kindern?
Ich werde dich dran hindern!

Orgasmen von Adrenalin
durchströmen meinen Leib,
ich muss hier raus.
Hab kaum Freunde mir gemacht
und sitz hier
mit mir selbst,
doch das auch du mich ausgelacht,
zerreißt nicht nur
mein Herz.

Muss mich nun entscheiden,
was will ich?
Irre durch die Stadt,
Anonymität der Masse,
Gedanken zerschießen meinen Kopf.
Rette mich zu Bayreuth zwei,
er schafft es immer wieder.

Flüchte mich
im tiefen Keller,
genieße diesen Schmerz.
Gedanken klaren sich auf,
Körper reagiert.

Die Beine bringen mich
zur Brücke,
Gleise wie ein Fächer
in die weite Welt.

Werfe hier
allen Ballast von mir
und finde
zu dir zurück.



neue Hoffnung 12/00 (GdA)


Niemals werde ich vergessen
das Glück
in deinen feuchten Augen,
als ich mich offenbarte.
Ich liebe dich,
nur das hat dir gefehlt.
Ich weiß,
ich gab sie dir
sehr selten
und du hast 's kaum gespürt.
Verwundet, vernarbt,
wollt ich mich bedecken,
Schutz vor neuen Wunden,
auch du hast sie geschlagen,
denn ich bin doch so hart.

Das ich mich dir öffnete,
wird mein größter Schutz.

Worte 12/00


Vertrauen,
welch großes Wort
für solch kleine Sünde.

Liebe,
welch großes Wort
für ein bisschen Spaß.

Verzeihen,
welch kleines Wort
für ein neues Leben.

Körper 12/00 (GdA)


Worte
gibt es nicht dafür,
nur selbst erleben, fühlen, spüren
wie mein Körper reagiert
auf dich.

Blut pulst schneller durch mein Herz,
Neuronen entfalten ein Mikrovoltgewitter,
Muskeln krampfen meine Glieder fest,
Pupillenerweiterung, du wirst fokussiert,
Lungen saugen Sauerstoff für meine Mitochondrien.

Testosteron und Adrenalin
überfluten meinen Körper,
denn du
bist mein größter Feind.
Ich sehe dich ...
 
im Spiegel.



Rezept 12/00


Sonnenschmerz fühlt mein Herz.
Schlechte Welt nicht gefällt.
Lieg im Schnee, Kopf tut weh.
Seelenpein,
Witt muss rein
und auch die Lakaien.

Fell versengt, Herz gesprengt,
große Not, Vertrauen tot,
Nur genarrt, Liebe starb.
Ganz allein
Seelenpein,
Witt muss rein
und auch die Lakaien.


Pein 12/00 (GdA)


Kannst dich
nicht mehr retten,
schreist um Hilfe nun,
sollte ich
Erbarmen zeigen?
Bin vor Schmerz ganz stumm.

Hast mich
hintergangen,
ziemlich lange schon.
Hab ich nicht mit dir gefühlt,
war er da,
er tat 's.

Spürtest du nicht meine Liebe,
ging es ihm sehr gut.
Er verlangt jetzt
die Entscheidung,
nicht das erste Mal
und das Finden der Gedanken
bereitet dir nur Qual.

Möchtest weg hier,
gleich von beiden,
welche dich jetzt
lassen leiden.

Was hilft dir schon dein Gejammer,
du kommst mit mir in die Kammer.
Kannst du dich nicht bald entscheiden,
muss dein Körper eben leiden!

Wimmernd fliegst du
durch das Fenster,
dieses Haus
hat nun Gespenster,
und
ich springe hinterher.


verschieden 12/2000 - GdA - etc.


Frag mich selbst,
was du verstehst
von Glück und Harmonie,
stammst du doch
von Scheidungseltern
und die lernen 's nie.
Mein Vorurteil
erhärtet sich,
wenn du schreist wie 'n Vieh.

Später
wandert deine Hand
lieb in meinen Schritt,
Kuscheln
mag ich ja ganz gern,
also mach ich mit.
Und wir schlafen,
ganz verknotet
der nächsten Sonne zu.

Total entspannt
und lieb geweckt,
erwartet uns ein Frühstücksbrett
und mit Harmonie und Liebe
futtern wir
zu fünft im Bett.

 

 

Flucht 12/00 - Gedanken des Abends


Sie meint
es schlecht mit dir,
die Welt,
weil keiner
die Versprechen hält
von Mut und Ehre, Tapferkeit
und schieben alles
auf die Zeit.

Da bleibt dir nur die Flucht,
die Flucht in dich,
die Flucht in dich selbst.

Mütter töten
Kindesväter,
selbst der Papst
ist ein Verräter.
Medien
schrei'n nur Sensationen,
wo kann
hier noch was Gutes wohnen.

Da bleibt dir nur die Flucht,
die Flucht in dich,
die Flucht in dich selbst.

Du liebst die Frau
und sie betrügt dich
mit deinem Freund
ganz offensichtlich.
Kollegen neiden
dir den Posten,
vom süßen Leben
darfst du nicht kosten.

Da bleibt dir nur die Flucht,
die Flucht in dich,
die Flucht in dich selbst.

Jeder Traum
ist mal zu Ende
und endlich
reibst du dir die Hände,
dann bleibt ihnen nur

die Flucht,
die Flucht in sich,
die Flucht in sich selbst.

 

 
Familienglück? - 12/00 - Gedanken des Abends


Du sitzt nun
ganz allein zu Haus.
Dein Mann ist weg,
er wollte raus.

Die Kinder fragen nach Papa,
warum
ist er g'rad jetzt nicht da.

Du glaubst,
sie werden 's nicht verstehen,
wenn wir jetzt auseinander gehen.

Du wirst
um den Schlaf gebracht,
Kindertränen in der Nacht.

Liegt Papa jetzt auf der Station?
Ist er gar im Himmel schon?

Doch dein Mann,
das fiese Stück,
sucht mit tränenleerem Blick
einfach einen and'ren Fick!

 

 

Paradigma - 12/00

Harte Schale aufgeweicht
und den zarten Kern erreicht,
schießt Stacheln, Pfeile nun hinein,
schmerzend tief, einfach zum Schrei’n.

Zuckend, kreischend krümm ich mich
unter jedem neuen Stich.
Aus mir fließen Rotz und Tränen,
du machst weiter ohne Schämen!

Und vor lauter Pein und Not
mache ich mich selber tot,
Herz versteinert, kalt und bös,
macht kein Stachel mehr nervös.

Herr bewaffnet Kommissar,
ich kam mit meiner Frau nicht klar.
Zu Haus liegt sie
in uns’rem Bett
und ist jetzt
für immer nett!
 

 

Jahreswechsel - 12/00

Ein Hammerschlag von Schweremut
trifft mich am Jahresende,
jetzt fehlen mir deine Zärtlichkeit
und deine warmen Hände.

Ich schau nach draußen in die graue Welt,
mein Gesicht spricht Bände.
Wofür
hab ich bis jetzt gelebt,
kaum etwas
das sich lohnt.

Auch wenn
ich einmal glücklich war,
bin ich
doch längst entthront.

Orakel und Mysterium
nichts wurde davon wahr.
Das Elend
zieht mich in den Schlund
tiefer Jahr um Jahr.

Habe mich ergeben
der grenzenlosen Pein.
Der Schmerz in mir
bahnt sich hinaus,
doch keiner
hört mein Schrei’n.

Hab Angst,
das es so weiter geht,
hab Angst
vor ander’n Menschen.

Niemand
der mich rettet.
Nichts,
was mich hier hält!

Muss nun endlich handeln
und verlasse diese Welt.

 

 

In einer lauen Sommernacht..  (04/01)

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Ich saß hier unten
und weinte bitterlich,
große feuchte Augen,
schluchzend tief betrübt.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Umarmten sich zwei innig
mit Liebe ohne Ende,
schmeckten sich ganz süß,
kuschelten glücklich.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Erschlugen zwei den Dritten
mit hartem gelben Neid,
befriedigt schlichen sie davon
mit Beute voller Hass.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Ich saß hier unten
und weinte bitterlich,
große feuchte Augen,
schluchzend tief betrübt,
weil ich nur sah
den Hass und Neid
und für die Liebe blind.

In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

 

Weihnacht II 11/01

Weihnacht steht nun wieder an
mit Werbung und Geschenken.
Ich hasse dieses Konsumfest.
Willst du es mir verdenken?

Was interessiert mich Jesu Christ
und das er nun geboren ist?
Die Schuld der Menschheit auf dem Rücken
konnt ihn der Tod doch nur entzücken.

Weiß ist immer noch der Schnee,
die Welt ist bös´ wie eh und je,
rot das Blut an deiner Hand,
Gewalt gewinnt die Oberhand.

Draußen fern im kalten Raum
ballt sich Armageddon.
Hunderttausend Tonnen Stein
läuten´s Menschenende ein.

Gäa seufzt und die Natur
erholt sich ohne Menschen nur.
 

 

Leerer Körper (01/02)

Das Leben einen Fehler dir
ganz selten nur verzeiht.
Es sammeln sich
im Lauf des Lebens
wahnsinnig viele davon an.

Innen völlig leer, nach außen voller Kraft,
die Maske sitzt perfekt.
Hast nichts mehr,
was du geben kannst,
doch funktionierst du noch.

Klammerst dich am Leben fest,
weißt gar mehr,
warum?

Es kommt der Tag,
du wirst gefragt,
wie hast du gelebt?

Erinnerungen steigen auf.
Tage voller Glück,
ein Lächeln froh ziert dein Gesicht.

Jetzt kannst du
in Frieden ziehen.
 


 

Kalte Weihnacht (01/02)

Weihnachtszeit, schlimmste Zeit,
zu Hause ganz allein.
Die Frau nahm auch die Gören mit,
für dich war'n sie Ballast
und diesen ganzen Festtagstrubel,
wie hast du ihn gehasst.

Sehnsucht nagt in dir, wieder läuft alles schief.
Du lechzt nach jenem Weihnachtsmief,
musst jetzt hier raus.
Läufst alleine durch die Stadt,
suchst ein wenig Wärme,
siehst helle Fenster, Kinderlachen,
dort wärest du sehr gerne.

Einsam stehst du draußen.

Ein weißer Hauch zog durch die Nacht.
Er hat die Erde kalt gemacht.
Alles wurde hier verdorben
die Liebe in dir ausgestorben.

 

 

 

Aufgegeben (01/02)


Wie kann ein menschlich Herz
das alles nur ertragen
Krisen, Krankheit, Elend, Armut,
es muss doch mal verzagen

Gewalt macht kalt
Neid bringt Streit
Unrecht siegt Glück bekriegt
Konsum macht nicht glücklich

Seh zurück mit trüben Blick
auf die grauen Jahre
Hoch vom Berg winkt ein Zwerg
zieht mich mit hinab

Düst'res Land ausgebrannt
Menschen meiden sich
voller Jauch stöhnt der Bauch
kommt alles wieder hoch
Herzenspein ganz allein kann 's nicht sein

Dieses Spiel ist ohne Ziel,
warum spiel ich 's noch?

Gar kein Fun bringt 's voran
alles öde grau
Drogenscheiß Sex ganz heiß
törnen mich bloß ab

mit vollem Speed zum Suizid
nur das bringt den Kick
Liebe tot Gefühl verroht
zeigt sich diese Welt

keinen Scherz nur Commerz
Mammon hat die Macht
Neandertal war einmal
jetzt ist Pleistozän

Diese Spiel ist ohne Ziel,
warum spiel ich 's noch?

 

 

 

Wiedergeburt (02/02)


Deine Tage hier auf Erden
sollen nun gezählet werden.
Zu sich ruft dich Gott der Herr,
schickt Gevatter Hein.

Die Gebeine bleiben liegen,
musst nun in den Himmel fliegen.
Denkst du an die schlimmen Sachen,
ist dir gar nicht mehr zum Lachen,
dir wird immer bang und bänger
und der Hals wird immer länger.

Deine Taten ohne Wertung
liegen vor IHM wie ein Buch,
doch du weißt, du warst kein Feiner
und so wirst du klein und kleiner.
Und du hörst die Engel raunen,
dann ertönen die Posaunen.
Du warst so ein schlimmer Lümmel,
du darfst niemals in den Himmel,
doch viel zu schade und zu teuer
ist 's auch mit dem Fegefeuer,
spricht zu dir die göttliche Fusion,
alle Erdengötter in Union.

Fragen machen sich nun breit,
wo verbringst du deine Zeit?
Nun die Antwort kommt sofort,
gehst vom Himmel über Bord,
auf die Erde fällst herab
geradewegs ins eig'ne Grab.
Frisst dich selbst, ist nicht zu schade,
bist jetzt eine Fliegenmade.

 

 

Albtraum (02/02)

 
SWAT und Furien jagen dich, Entsetzen, Grausen fürchterlich.
Ein Laserpunkt ziert dein Gesicht, bevor es auseinander bricht.
Über dem Kopf das Flammenschwert dein Leben war bis heut verkehrt.
Liegst auf dem Bock für Peitschenhiebe, in diesem Traum gibt 's keine Liebe.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!
 
Der Henker prüft des Seiles Dicke, erbärmlich zuckst du in der Mitte.
Ein Werwolf hat dir seine Klauen mitten durch den Leib gehauen.
Das Würgeeisen nimmt die Luft und deine Energie verpufft.
Am Boden schlägt das Flugzeug nieder, du warst darin, das war 's jetzt wieder.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!

Neben dir platzt ein Schrapnell, dieser Tod kam wirklich schnell
und mit Klötzen an den Füßen, solltest du die Fische grüßen.
Fest an einen Pfahl gebunden, wirst du mit Skalpell geschunden
und dein Blut, es spritzt sehr weit, denn sie nehmen sich viel Zeit.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!

Stirbst nun diesmal durch ein Feuer mit den Schmerzen ungeheuer.
Es zerreißt dich wie ein Kissen, wirst im Weltall raus geschmissen.
Holt Schamane sich dein Herz, spürst ihn nicht mehr, diesen Schmerz.
Hat der Tag die Nacht verjagt, erwachst von Ratten abgenagt.

Albtraum,
so stirbst du jede Nacht,
Albtraum,
wirst ständig umgebracht.
Albtraum!


Stillleben 02/02


Der Mondschein schien
am Mittagstisch.
Das Essen
ist nicht mehr so frisch.

Ein Schädel
ruht schon auf dem Boden,
er thronte mal
am Tische droben.

Zerbröselt sind auch
Speis und Teller,
die Zeit vergeht nun
wieder schneller,

weil keiner ist,
der sie noch misst.
Der Mondschein schien
am Mittagstisch.


 

 Verschüttet (02/02)



Draußen schuften die Brigaden,
wir hier drinnen spüren 's nicht,
müssen erst den Berg abtragen,
endlich scheint dann wieder Licht.

Drinnen wird es langsam stickig
und der Sauerstoff wird knapp.
Draußen gibt es ihn sehr üppig,
sickert nicht in unser Grab.

Und sie schuften wie besessen,
sind nur Hektotonnen noch,
doch wir fühlen uns vergessen
hier in diesem düst'ren Loch.

Sind nun endlich durchgebrochen,
Jubel ist gleich riesengroß,
doch kommt keiner angekrochen,
unten liegen Leichen bloß.

draros 5