Drachenrose

helle Zeiten

DraRos

Grundlage aller dieser Zeilen ist ein dekadent optimistischer Realpessimismus mit traumhaften Wirklichkeitsverlust.

Warten 03/02


Der Mond,
er steht am Himmel Wacht,
die Wölkchen zieh'n vorüber.

Die Sternlein
brennen voller Pracht,
sie blinzeln
zu mir nieder.

Ich weiß,
du bist gerad unterwegs
zu mir.
Ich fühl 's mit meinem Herzen.

'ne Wolke
schiebt ihn zu,
den Mond,
das Dunkel
macht mir Schmerzen.

Doch dann
kommst du
und es wird hell.
Du kriechst zu mir
ins Bett.

Der Mond,
er steht nun wieder Wacht,
die Sternlein
blinzeln nett.



Ringgefährten 03/02


Elbenkrieger steht auf Wacht,
schützt das Land gen Mitternacht.
Düster, drohend über ihm
schwebt der Fürst der Nazgül hin.

Himmel ist ganz schwarz verhangen,
dieses Buch nimmt dich gefangen.
Bist nicht mehr in dieser Welt,
wirst zu Frodo, bist ein Held,

fühlst du mit ihm alle Schmerzen,
doch mit Hoffnung groß im Herzen.
Schlacht gewonnen, Freudentränen
rinnen abwärts ohne schämen.

Legst du dieses Buch beseit,
macht sich Hoffnung in dir breit,
dass nun auch auf Obererde
Gutes endlich Sieger werde.


schuldig 03/02


Weit der Blick, groß das Meer
aus dem Schweiß der Kindersklaven
tauche ein in dich
dunkles Selbst
schwarze Menschenseele

betritt die Halle, dröhnt dein Ohr
angefüllt mit stummen Schrei'n
billiger Kinderhuren
tauche ein in dich
dunkles Selbst
schwarze Menschenseele

roter Hagel fällt vom Himmel
blutig gefrorene Tränen
eiskalter Kindersoldaten
tauche ein in dich
dunkles Selbst
schwarze Menschenseele

Durch`s Gebein
fährt Kinderpein,
darf nicht sein!


Seufzer 03/02

Mein Sein
allein
im Schleim
bringt den Reim,
doch vor Pein
dich zum Schrei'n.

Der Reim allein
im Schleim
ist nicht mein,
doch sein Sein
voller Pein
ist zum Schrei'n.


Gedankensplitter 04/02

am Abgrund stehen
grausig lockender Ruf
flüssig brodelndes Gestein
das Dunkel wartet

Entscheidung drängt
in mir Widerstreit
gut oder böse
das Dunkel lacht schallend

Freiflug nach unten
flammender Engel
Hitze hüllt mich schützend ein
das Dunkel verschmilzt

über den Wolken
unten nur Chaos
ordne das Ganze
streng rational
bin jetzt ............
ein flammender dunkler Engel

gestürzt 04/02

- für Frau2_sucht -

Liebe war schon lange tot,
glaubte ich ganz fest.
Da kam Gevatter Hein,
nahm dich mit
für immer nun.
Ich war ganz allein.

Spürte,
wie du mir doch fehlst,
es zerriss mein Herz,
versank in mir,
verzehrte mich.
Es geschah im März.

Elendig wimmernd in der Nacht,
doch am Tag auf cool gemacht,
Trost und Mitleid
prallten ab,
stand mit einem Bein
im Grab.

Gevatter Hein schon voller Eile,
als ich schrieb die erste Zeile.
Aus dem Stift
floss immer weiter
dieser depressive Eiter.

Fand das Leben plötzlich toll,
Hein ging mürrisch ohne Groll.
Deinen Tod nicht überwunden,
doch den Frieden
nun gefunden.

Irgendwann,
weiß ich genau,
jemand
in die Augen schau,
um uns tanzen Liebesfeen,
wir auf Anhieb uns versteh'n.

Täglich neu
wir uns begeistern,
fröhlich
unser Leben meistern
und an schönen Jahren reich
zieh`n wir ein ins Totenreich.




Ego2 04/02


Total genial
bin ich manchmal
und auch schön anzusehen.
Nicht,
das ihr denkt,
das ist Natur,
nein,
hab mich selbst beschenkt.

Mit starkem Willen
und viel Kraft
hab ich`s
endlich nun geschafft.
Ich bin nun
schön, schlau, bescheiden
und hab es
selbst heraus gefunden.


Worte 2 04/02


Worte
können schmerzen
Worte
können scherzen
Worte
lassen dich erröten
doch Worte
können töten
mit Worten
machst du Politik
um Worte
geht`s im Krieg
für Worte
gibt`s den Sieg
gebrauch sie mit Bedacht
Worte geben Macht
spricht Väterchen zu seinem Sohn,
ein kaltes Grinsen ist sein Lohn.

Eh Alter, du und deine Psalme
bringen mich langsam auf die Palme.
Ins Ohr die Stöpsel,
so wie immer,
verlässt der Sohn
wortlos das Zimmer
und genießt total beknackt

Worte
in Musik verpackt.

Lenz 04/02 + Rest


Mit voller Wucht
trifft mich dein Kuss,
es ist
totaler Wohlgenuss.

Der Lenz durchdringt
nun alle Hemden
und lässt erzittern
meine Lenden.

 

Paradigma II (04/02)

Verheult, zerzaust,
kommst du nach Haus,
mit der Fröhlichkeit
ist's aus.
Blut im Schritt, zerfetzter Slip,
nimmst mich
in dein Zimmer mit.

Liebstes meiner Töchterlein,
was wird mit dir geschehen sein?
War stets
der Wächter deiner Tugend
und beschützte
deine Jugend.

Tief im Wald warst du allein,
dort soll es geschehen sein.
Nahm dich dort mit böser Kraft,
verloren nun die Jungfernschaft.
Entsetzt, empört, zog ich los,
dachte nur an Rache bloß.

Schließlich bin ich
ganz benommen
im Wald
am Tatort angekommen.
Hier im dichten Unterholz
nahm er mir den größten Stolz.

Fand dort Spuren, Fasern, Blut
doch damit war es nicht genug,
als ich mal zum Himmel seh,
schwebt dort noch die Liebesfee.

Gab mir im Herzen einen Stich,
plötzlich seh ich dich und mich.
Heimlich liebend tief im Wald,
doch uns war es niemals kalt.

Verzeih mir
holdes Töchterlein,
musst nun
selber Wächter sein.

 
Machos Untergang (04/02)

Bist die Hellste
dort von allen,
doch du bist mir
nicht verfallen.
Hatte nie Problem mit Frauen
und verlor nun mein Vertrauen.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

Mein Sex war gut,
ich sah 's euch an,
begeistert
stand ich meinen Mann.
Romantik war noch nie mein Ding
und deshalb manches Mädchen ging.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

Mit hübschen Frauen
schmückt ich mich,
doch bei dir
kommt 's nicht zum Stich.
Für mich wirst du interessant,
doch deine Abwehr macht mich krank.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

Dich hat es
total entzückt,
dass mein Trieb
nun unterdrückt.
Du beginnst mit mir zu scherzen,
stilgemäß bei Wein und Kerzen.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies auch mein Untergang!

In deine Augen blick ich
fasziniert,
Mann, was war ich
doch vertiert.
Und ich seh bei dir es auch
Glücksgefühl in Kopf und Bauch.

Als ich dir zu Füßen sank,
war dies Machos Untergang!

 


Fühlingsmorgen (04/02)


Dichter Nebel,
undurchdringlich,
liegt über dem Land.
Traumwelt,
Elfenschatten, Zwergenkichern,
feuchte Spuren
im Gras.

Märchenhafte Stille
lässt mich mein Alleinsein spüren,
eins mit der Natur.
Über den Wipfeln
ein blutroter Kreis
kämpft langsam sich empor,
den Nebel zu lichten.

Die Traumwelt
kriecht
in sich zurück,
der Alltag bricht an.

 

Mein Com (04/02)

Sitz dir gegenüber,
strahlst mich an.
Stimmst mich freundlich.
Behutsam
gleiten meine Finger
über deinen Körper.

Ich brauch dich,
du brauchst mich.
Ich geb dir alles,
was du begehrst
und du
erfüllst mir meine Wünsche.

Manchmal
vernachlässige ich dich,
dann
entziehst du dich mir,
so wie jetzt -

blue screen of death!

 

Wunderschöner Tag?! (04/02)


Es war
ein wunderschöner Tag.
Kein Zoff, kein Streit,
nur Harmonie,
so wie ich es gerne mag.
Selbst die Natur
hat mitgespielt.
Am Abend
kuscheln wir uns eng,
schmusen, knutschen, herzen uns,
doch dann
schalten wir
die Nachrichten ein.

Hilflose Wut, Kummertränen,
die Welt ist schlecht.

 

 

Kein Traum ... (05/02)


Sinke nieder
auf mein Kissen,
ach, was werd ich
dich vermissen,
deine Küsse, deine Hände
sind weit weg jetzt in der Fremde.

Schließe langsam meine Lider,
finde mich im Traumland wieder.
Bin allein, ist dunkel, leer,
ist kein schönes Träumen mehr!
Scheint hier keinen Traum zu geben,
der schöner ist als 's wahre Leben.

 

 

Traumgespinst (05/02)


Im letzten Traum
nahmen wir uns
ganz lieb, doch stürmisch auch,
liebkosten und vernaschten uns.

Es war
nur ein Beginn,
zwar sind wir
verheiratet,
nur nicht miteinander.

Erwachte allein,
sah dich von fern
und wollt fragen,
war es wahr?

Begegne dir,
grüße freundlich,
mein Herz krampft,
das Gesicht zur Maske,
Versteckspiel.

Möchte dich
in den Arm nehmen,
streicheln, kuscheln, mehr ...
doch
die Moral setzt Grenzen!

 

 

Himmel (05/02)

Nehm dich in den Arm,
halt dich fest und warm.
Küsse dich ganz sacht,
dein Mund freundlich lacht.
Finger tasten, Zunge leckt,
wo es uns am Besten schmeckt.

Herzen klopfen mit Gerase,
Körper zucken vor Ekstase,
dringen endlich in uns ein,
das muss der 7te Himmel sein.

 


Sehnsucht (05/02)


Ich kann
dich nicht sehen,
ich kann
dich nicht hören,
ich weiß genau,
du bist hier.
Ich spüre dich!

Nackenhaare sträuben sich,
im Bauch
ein sonderbares Gefühl von Wärme, Unruhe, Leere, Sehnsucht.
Auf meinem Bauch
ein warmer Hauch
vom letzten Kuss.

Versuche
mich selbst abzulenken,
es wird schlimmer.
Schalt mich ab,
versinke
im traumlosen Nichts.

 

 


Fieberstund (05/02)


Umhüllt die Welt, ein Nebel grau,
Unheil ahnend, Magen flau,
eile ich zu sehen,
was hier soll verborgen werden.

Rauchende Trümmer, blut'ge Mieder
schreiend stöhnend fall ich nieder
zwischen die zerfetzten Leiber,
Männer, Kinder und auch Weiber.

Ich bin schuldig,
hatt' widerstanden
und mit wahnsinniger Macht
IHN davor noch ausgelacht.

Nun hat ER sich offenbart,
Liebe, Gnade wurd verscharrt.
Alle Pein
dringt in mich ein.

Lieg nun hier, ein Bündel Dreck,
putz nun endlich auch mich weg!
Hast gesiegt, ich gebe auf,
had're nicht mit Schicksals Lauf.

Hände patschen ins Gesicht
und 'ne Stimme, welche spricht.
Komm Papa, nun krieg dich wieder,
ist vorbei, dein feurig Fieber.


 


Gewitter (05/02)


Draußen donnert ein Gewitter,
drinnen großes Leibgezitter,
Haare spreizen sich vom Rücken,
deine Hände voll entzücken.

Es tobt der Gewittersturm,
winde mich hier wie ein Wurm.
Kommst über mich, Naturgewalt,
draußen wird's Gewitter alt,
doch hier drinnen brodelt Hitze,
zwischen uns zucken die Blitze.

Stöhnen klingt wie Donnergrollen
unsre Leiber überrollen
Decke, Laken, auch den Boden,
Körper in Ekstase toben.

Wild bewegen sich die Lenden,
müssen dieses Spiel beenden,
wie ein stürmisch Wasserfall
kommt der letzte Donnerhall.

Bettzeug, Laken sind zerrissen,
glücklich fall'n wir in die Kissen.
Hörst uns noch ein wenig tuscheln,
leiser wird es dann zum Nuscheln.
Weckt uns dann die Morgensonne,
kuscheln wir noch voller Wonne.

 

Tränen im Kopf (05/02)


Weiß nicht, wie ich's sagen soll.
Ist nicht schön zu hören.
Denke schon nichts and'res mehr,
Kopf wird nicht mehr frei.

Keiner merkt mir etwas an,
funktioniere gut.
Apathie kommt immer nur,
wenn ich bin allein.

Werde wieder depressiv,
nur tief in mir drin,
noch Außen noch der Alte bin,
doch es macht mir Angst!

Wie soll ich es dir nur sagen,
kann nicht mehr mit dir,
und wie wirst du es ertragen,
wenn ich mich entscheid?

 

 

An Claudia (05/02)


Lese deine Zeilen,
lese dazwischen,
Herz wird gespalten,
muss Augen auswischen.

Schmerz kommt von innen,
fühl mich ausgebrannt
und mit deinen Worten
im Tiefsten verwandt.

Les trotzdem weiter
und schöpf wieder Mut
aus der Kraft deiner Worte,
ich zieh meinen Hut.

Selbstmitleid und tiefe Trauer
sollen sein von kurzer Dauer.
Lebensfreud muss wieder fließen,
dort wo heute Dornen sprießen.

Jetzt nach Dunkelheit und Nebel,
setze ich mein Sonnensegel.

 

 

Wo bist du? (05/02)


Kopf im Nacken
schau hinauf,
glitzert, leuchtet, brennt.
Träum mich weg
zu einem Stern,
der uns beide kennt.

Fern
von dieser bösen Erde
verschmelzen uns're Seelen,
Gedanken
nur noch Einer sind,
niemand kann es stehlen.

Geben uns
viel Mut, viel Kraft
für die Zeit auf Erden,
dort
kennen wir uns nicht einmal,
niemals vereint sein werden.

Nur
auf diesem fernen Stern
brauchen wir nicht rufen.
Hier
in dieser Wirklichkeit
wir uns noch immer suchen.

 

Vollmond (06/02)


In tiefer Nacht der Vollmond schien
und du hast voller Lust geschrien.
Ich trank, ich leckte, schmeckte dich
und deinen süßen Leib,
duftende Haut wie Seide weich,
so lobe ich dich, Weib.

Meine Hände überall
kriegen nie genug,
erquicken dich an allen Stellen
und so geht's dir gut.
Labe mich an deinen Brüsten,
schwellen an wie Meeresküsten.

Saugend gleit ich dir zum Schoß,
du empfängst den Zungenstoß.
Deine Beine, schlanke Säulen
lassen mich voll Ehrfurcht heulen.

Wollust dich erzittern lässt,
auch das Laken ist benässt,
in mir regt sich das Entzücken,
denn du wirfst mich auf den Rücken,
nimmst ein Stückchen von mir auf
und der Ritt nimmt seinen Lauf.

Ich sehe deine Brüste springen,
möchte tiefer noch eindringen,
doch wir sind jetzt beide oben!
Es ist Schluss nun mit dem Toben.

In tiefer Nacht der Vollmond schien,
wir haben voller Lust geschrien.

 

Der Baum (09/02)


Die Welt
hielt nicht den Atem an
als dieser Baum
verschied.

Er war
der letzte seiner Art.
Er brach zusammen
unbemerkt,

nur das Wehklagen
nistender Vögel und flüchtender Kletterer
begleitete ihn.

Er war
das Herz dieses Waldes,
nun
fehlten seine Lebensströme,
seine Abwehrkräfte.

Der Wald krankte
in Trauer
und verging.




Tunguska (09/02)


Gleißendes Licht
durchschnitt den Wald,
Bäume
knickten reihenweise,
gigatonnen Stein
dringen in den Boden ein,

sekundenschnelle
verzehrende Hitze
verdampft die Tundra,
dunkles Frohlocken
schmerzt Gäa.

 


Flirtingfon und Chat (11/02)


Sie hatten sich
nie angeschaut
und nie zuvor gesehen,
doch als sie
ihre Stimmen hörten,
war es um sie gescheh'n.

Ein Blitz schlug ein
am lichten Tag,
Herzen lodern hell.

Im Chat
er nett
und sie kokett,
tauschen sie sich aus.
Die Flamme brennt
auch in der Nacht.
Herzen finden sich.

Nun endlich
ist es doch soweit,
sie stehen sich gegenüber.
Er steht hier.
Sie steht dort.
Zwischen ihnen
fällt kein Wort.

Vergessen ist
das Flirtingfon
und auch
der nette Chat.

Sie kennen sich
sehr lange schon,
nur anfangs
war es nett.

Sie schauen ganz erstaunt,
doch es ist wirklich wahr,
vor vielen langen Jahren
standen sie vor'm Altar.




Alpha und Omega (11/02)


Verdrillte Zeit
leeres All
nur zwei Giganten
umkreisen sich
unsichtbar
rasend schnell
in ihnen
die Unendlichkeit

Raumzeit
wirbelt, wabert, schwingt
Vereinigung erfolgt
das Universum
bricht zusammen
schrumpft
auf einen Punkt

und
expandiert
innerhalb
von Millisekunden

Neugeburt
Alpha und Omega
sind eins.

 

 

Tiefer Herbst (11/02)


Himmel tot und fahl
bereitet mir nur Qual.
Schlaffe Glieder, matter Geist,
aller Lebensmut vergreist,
kann nicht weinen,
kann nicht schrei'n,
lieg hier einfach rum,
allein!

 

 

Visionen (10/03)


Der Himmel hat sich zugezogen
in der Ferne zucken Blitze
was hat mich nur dazu bewogen
in mir brodelt böse Hitze
kann den Himmel nicht erkennen
dunkle Wolken türmen sich
höre garstig grausig Flennen
einsam allein und fürchte mich

Liebe um zu leben
Lebe um zu sterben

das Grauen wird nun über
eitert in der Brust
legt sich zum Sterben nieder
Lebensmutverlust

die kleine Elfe fliegt davon
ins Fäustchen lacht der Gnom
all mein Glück zerronn
steig herab vom Thron

Liebe um zu leben
Lebe um zu sterben
Lebe um zu sterben

es schwingen schon die Glocken
Sterben um zu erben
wollen jetzt zum Hades locken
treibst hinab den schwarzen Strom
zermalmt von Zweifel das Gemüt
dunkles Lachen dir zum Hohn
Gelächter vom geilen Gestüt

Liebe um zu leben
Lebe um zu sterben

 

 

 

Wolken (10/03)


Gebilde aus zarten Dampf
eine Welt für sich
ein Kopf
ein innig verschlungenes Liebespaar
durchdringen sich
zerfetzen, verweben, zerreißen
bilden
den Garten Eden
in der
Fantasie

 

 

Illusionen (10/03)

Zeit des Wartens,
Gedanken spielen frei.
Es entstehen
Illusionen,
wunderbare Träume,
Körper pulsen
vor Erwartung.

Zeitpunkt überschritten,
Sorgen bremsen aus
und dann ...
dann ...
wird´s unbeschreiblich,

wunderbar
doch voller Schmerzen,
einzigartiger Augenblick,
dafür
lebe ich!

 

 

Herz (11/03)

Ein blutend Herz aus toter Zeit
der Hall nie ganz verklingt
viel erlegt, verwundet, gehetzt
triumphierender Stolz
ist der Trauer nun gewichen.

Ein liebend Herz aus stolzer Zeit
der Hall klingt ewiglich
viel gelitten, geduldet, erwartet
ahnungsvolle Hoffnung
ist der Gewissheit nun gewichen.

Ein schmerzend Herz im Jetzt
der Hall verdrängt die Zeit
schwingt auf und ab
lebt immer dazwischen
statisch nur der Augenblick.

 

 

Freiheit (11/03)


endlich frei
Ketten nie gespürt
überprüfe die Weite
suche die Wand im Rücken
von überall
ungefiltert
prasselnde neue Eindrücke
nimm mich, kauf mich, werde glücklich, komm zu mir ...

Verwirrung und Entsetzen
Freiheit kann grausam sein
langsames Erkennen der Hierarchie
finde Gleichgesinnte
decken uns den Rücken

bauen Mauern
engen uns ein
fühlen uns
gefangen viel freier

 

 

Perspektive (11/03)

brodelnd Hitze tobt in mir
Kälte mordet meine Haut
Blick ist nicht fixiert
Traum von besserer Zeit
sehe meine Kinder vor mir
zum Abschied

gazettenkurze Auferstehung
„Die Überfüllung des Obdachlosenheimes kostete dem 42jährigen
Alfred das Leben. Die Streichung der Zuschüsse führte zu einer
Verringerung um zehn Schlafplätze.“

 

 

 
Erlöst 05/04

Am Horizont
die rote Sonne sich erhebt,
ihr Licht
erhellt die Welt!

Verbrannt und tot,
geschändet liegt sie offen,
kein Leben mehr,
auch die Söldner
kehren nicht zurück.

Ascheregen rieselt,
bedeckt den Boden grau,
verhungernde Feuerzungen
lechzen nach Futter.

Nichts weiter,
das noch erinnert,
an den Fluch
der vergangenen Jahrhunderte
-
den Menschen!

 

 

Abstand 05/04


Windgetöse, Wolkenfetzen
fegen durch die Luft
erkenne die Welt
unter mir
weites grünes Land
korngelbe Felder
schimmernd blaue See'n
nach unten führt der Fall

mit einem Ruck
entfaltet sich die Kappe
gebremstes Gleiten

Zeit zum Träumen
raus aus dieser Welt
ewig glücklich schweben
-
unverletzbar.

 

 

Schlächter (06/05)


Bedrohlich steigt er aus den Fluten,
herrlich schaurig anzuseh'n,
in der einen Hand die Ruten,
aus Mörderstahl und dennoch schön.
Edel, wehrhaft und sehr stark
schreitet er hinan.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

Böses er hier tilge
vom Angesicht der Welt
und hoffe nicht auf Milde,
das Urteil er selbst fällt.
Geh ein in dich
besinne dich auf böse Taten.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

Der Zinker ist auch Neider,
der Denunziant Vertreiber
und mordest du „nur“ Seelen,
und stahlst du auch „nur“ Stolz,
so wird er auch dich quälen
und packt dich ein in Holz.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

Rosenstolz und drachentreu
erfüllt er seinen Schwur.
Ideale sind nicht neu,
die Prinzipien nur.
Menschheit tanzt um's gold'ne Kalb,
wird durch Gotteszorn nicht alt.

Wieder wurde es nun Zeit -
Schlächter der Gerechtigkeit!

 

 

Introvertiert (07/05)


Wann hast du zuletzt geweint,
wann konntest du dich gehen lassen,
ohne das die ganze Meute
mit Häme dich gleich überfällt?

Schmerzen, Leid und Kummer
stauen sich in dir,
darfst hier nur Stärke zeigen,
immer nur der Sieger sein.

 


Drachenfeuer 10/05 – 07/13


Stille unnatürlich
zwängt ein meine Seele.
Keine Hilfe
von den Wächtern des Lichts.
Drachentreues Herz
nur für mich noch schlägt.

Regen rinnt den Himmel runter,
löscht das Feuer meines Drachen.
Versuch verzweifelt und erschöpft
es von neuem anzufachen.

Stimmen rufen,
herrlich Klang,
geben Mut und Kraft.
Auch mein Drache
leuchtet wieder,
haben’s bald geschafft.

Regen rinnt den Himmel runter,
löscht das Feuer meines Drachen,
doch mit Hilfe und mit Kraft
ist es wieder anzufachen.

 

 
Verzweiflung 10/05

Oh Herr,
was hast du getan
mich hierher zu setzen?
Falscher Ort,
falsche Zeit,
glücklich sein
kann ich hier nicht!

 

 

 

 

Verloren 12/05

Hab mich verloren
auf der Suche nach Glück
statt Nähe zu finden
ging ich nur zurück
hab verletzt und abgewiesen
um nicht selbst verletzt zu sein
verkroch mich in mir
verschloss mich total
hatte zwar immer wieder mal
auch ein wenig Spaß
doch fehlte meist
der letzte Kick
hab mich verloren
auf der Suche nach Glück

 

 

Seufzer 01/06

Ich wollte schreiben,
zog hinaus ans Meer.
Das Meer nahm mir die Worte!

 

 
Wasser 01/06


Massiert deinen Rücken – sanft und weich
zerschlägt Schiffe und Häuser – hart und brutal
trägt dich in die Ferne – geduldig und stark
lässt Seelen ergrauen – im ewigen Regen
Träger des Lebens – Ursprung des Seins

 

 

? ? ? 01/06


Schau auf die Wellen
Gischt tropft vom Kinn
Erspüre am Meer
des Lebens Sinn
vergessen die Menschen
vergessen die Zeit
in meiner Seele
Unendlichkeit
-
ich bin nichts

 
P.S. Gestürzt

Offenbar mich hier euch allen,
doch es muss euch nicht gefallen.
Trifft mich wieder Schicksalsgicht,
schreibe ich gleichein Gedicht.
Aber auch an schöne Tagen
will die Feder nicht verzagen.