Drachenrose

Zwischenzeit

DraRos

Grundlage aller dieser Zeilen ist ein  dekadent optimistischer Realpessimismus mit permanentem Wirklichkeitsbezug.

Zweifel 01/98


Warum
bin ich
so traurig?

Was
tut mir
denn so weh?

Ist es
mein Stolz,
Eitelkeit, Selbstmitleid

oder
sind es
wirklich
die Gefühle
für Dich?


Kinderreim 01/98


Schau mal, wie ich blute
um die süße Schnute.

Das kann schon mal passieren,
gerade beim Rasieren.

Und laufen mal die Tränen,
brauchst du dich nicht zu schämen,

auch Jungen dürfen weinen,
wenn sie etwas schmerzt.


verdammt 04/98


Ein rascher Blick,
ich weide mich an ihr,
herbe junge Sinnlichkeit.
Gegenblick – ertappt,

Zufall vortäuschen (das 4. Mal?),
coole Geschäftigkeit,
doch meine Augen gehorchen nicht!
Vollblicktreffer – doch sie lächelt mich an.

Was nun?
Hilflosigkeit lähmt mich,
meine Gefühlsfeigheit
führt mich zur Tagesordnung.

 

 

Kinder (05/98)


Du willst mich weinen sehen,
dann lass uns über Kinder sprechen.
Ich bin kein guter Vater,
doch ich lieb sie über alles.

Schrei nicht gern,
doch ich tu 's.
Schlag nicht gern,
doch ich tu 's.

Der Scham sitzt tief!
Manchmal lachen sie mich aus,
weil sie wissen,
ist nur Spaß,
wie will man da ernst bleiben.

Mit ihnen
entdeckt man Neues jeden Tag.
Du begreifst die Welt neu
mit ihren Augen
und du siehst:
Es ist gut!



Ich    (05/98)

Aus einer schönen Schale
möchten viele essen,
doch warum
sollt ich mich vergessen?
Klar,
ich bin ein Mann,
ein Schwein!
Doch reden wir nur, heißt es:
schwul, impotent!
Ach, lass sie reden!

Ich bin, wie ich bin,
kompliziert, einfach, lieb, böse,
auch du
änderst mich nicht!

Oder doch! -
ein bisschen,
aber dann
lieben wir uns!

 

 

Seufzer  (05/98)

Meine Kinder wissen es,
vertraue nicht und nie – frage neu.
Doch ihr
seid zu alt
um umzudenken.

Ich verarsch euch,
wo es geht.
Das ist
meine kleine Revolution.



wie weiter (06/98)

Ein Jahr in Euphorie,
den Weg fest eingebrannt,
nun ist 's fast vollbracht,
doch wo ist mein nächstes Ziel?

Ich bin so leer,
so depri,
hat 's Leben einen Sinn?
 
-denk positiv -

Ein Jahr im Stress,
der Weg verwaschen,
bald ist 's vollbracht.

Der Weg ist wichtig,
das Ziel egal.
Ich weiß,
wie 's weiter geht.

 

 

Letzte Nacht   (06/98)

Meine Hände gleiten
über deinen Körper,
mein Kopf ruht
an deiner Schulter,
in deinen Augen
seh ich
Vorwurf, Fragen, Seeligkeit.

Warum
trafen wir uns
nicht eher?



Seufzer  (06/98)

Höre Lieder,
denke,
alles schon gesagt,
alles schöner gesagt,
als ich es je kann.

Setz
mich wieder hin
und schreibe weiter.


 

Am Ufer  (06/98)

Schau auf die Wellen,
schau auf den Wald,
sitz hier ganz einsam,
mir wird langsam kalt.

Des Dichters Erben
geben mir Kraft,
geh tiefer hinein,
hab 's bald geschafft.

Sehe hier unten
den Fischen nun zu,
hör jemand schreien,
oh Gott, das bist du!

Kämpf mich empor,
zieh dich herab,
für immer vereint
im nassen Grab.

Solche Liebe sieht ER gern,
wir finden Gnade vor dem HERRN.

 

Danke  (06/98)

Einen Menschen, so voll Zärtlichkeit,
hab ich noch nie erlebt,
für den Moment der Zweisamkeit
hat Herz und Leib gebebt.

Die Leidenschaft mich überschlug,
ich konnt es nicht versteh'n,
Gefühle machten einen Flug,
doch leider musst ich geh'n.

Auf ewig ich ihm dankbar bin
für diesen schönen Abend,
Gedanken flossen so dahin,
es war für mich sehr labend.

Es fiel mir schwerer noch zu geh'n,
ich habe mich verliebt,
ich hoffe, er kann mir versteh'n
und das er mir vergibt!

Coco

 

 
keine Vergebung  (06/98)

Warum
sollt ich denn dir verzeih'n,
was du mir angetan.

Von Schmutz und Eis
hast mich befreit
und Kälte ausgetrieben.

Gefühle wurden wieder wach;
Zärtlichkeit,
gestaut in vielen Jahren,
brach wieder aus
und hätte dich zerstört,
wenn du nicht
so gegangen wärst.


Trennung 02/98


Du machst
es dir nicht leicht.
Liebe
ist noch vorhanden,
doch das
ist dir zu wenig.

Das kann nicht alles sein
im Leben.
Alltäglichkeiten
treiben uns auseinander.

Mit mir
wirst du nicht alt,
sagst du.

Du willst leben,
sagst du.
Ist wieder
ein Lebensabschnitt vorbei?

 

der Ring der Gegenzeit (04/98)

So schnell verströmt die Zeit
und niemand hält sie auf.
Wo war mein
point of no return?
Wie ändre ich den Lauf?

Wie oft kamen die Weichen,
ich folgte unbeirrt.
Doch ging ich immer richtig?
Ich bin total verwirrt.

Out of the dark, into the light,
dies singt sich ziemlich leicht,
doch the darkness hüllt mich ein,
my brain ist aufgeweicht.

Die Kondition sinkt ab auf Null,
den Ausweg such ich jetzt.
Ich springe in die Gegenzeit
und sehe
deine Wesenheit.



Seufzer    (05/98)

Sitze hier und trinke,
trinke, bis ich stinke.
Ich baumle mit die Beine,
sitz hier ganz alleine.

Der Kopf wird schwer und schwerer,
das Hirn wird immer leerer.
Auf einmal wird mir dann ganz leicht,
auf Alk bin ich nicht mehr geeicht.

Vergessen ist nun auch der Grund,
geh ins Bett, schlaf mich gesund.
Und morgen?

 

 

one night stand (05/98)


Wolltest mit mir spielen,
hatte es geahnt,
hast mir nichts gesagt,
aber gut durchgeplant.

Wollt dich nie besitzen,
so etwas liegt mir fern,
doch hätt dir gern geholfen,
hatte dich ganz gern.

Vielleicht wolltest du mehr,
doch nur die erste Nacht
und über meine Reaktion
hast du doch nur gelacht.

Denn auch wenn ich maskulin,
fühl ich manchmal ganz feminin.



An meine Frau 2  (05/98)

Wir traten und umarmten uns
meist zur selben Zeit.
Wir brauchen uns.
Du lehrtest mich zu lieben.
Ich lehrte dich zu denken.
Wir lehrten uns zu viel!
Ich liebte wieder
nicht nur dich.
Du dachtest wieder
nicht nur an mich.
Du wurdest immer cooler
und ich wieder weich.
Doch ohne uns
können wir nicht sein.
Vertrauen steht
ohne Ende,
denn wir reden
miteinander über uns.

Doch Vorsicht,
nichts kaputt reden!


 
Gewissen   (06/98)

Eine Form des Denkens?
oder
Ausdruck der Gefühle?
Sinnbild der Seele
oder
Gesicht der Vernunft?

I don't know!
 
Coco


Der Unterschied  (06/98)


Du gibst,
was dir angemessen erscheint.
Du holst mich raus
aus dem Trott.

Du ziehst mich an
und stößt mich ab.
Du bist
zu hart für mich.

Toleranz
muss erst noch in dir wachsen.
Du forderst
mit der Ungeduld deiner Jugend
zuviel von mir.

Ich bin nicht
jeder Frau gewachsen.
Ich bin
zu weich
für dich.

 

 

Träume   (06/98)


Du denkst,
du spielst mit mir,
aber
ich manipuliere dich,
unbewusst,
doch mit Erfolg.

Auch du
wirst mir verfallen
und leiden,
wenn ich geh.



Vorbei (06/98)

Mein Herz schreit
vor Seelenpein,
die Seele ächzt,
ich bin allein.

In Worte
kann ich es nicht fassen,
ich kann
nur Tränen laufen lassen.

 
 

Offenbarung  (06/98)

Ich liebe dich,
weiß nicht, warum,
wer kann es schon versteh'n.
Doch uns're Wege trennen sich.
Das Schicksal meint es bös.

Vielleicht
einmal im nächsten Leben,
ich würd' mich freuen,
versteh 's.

Ich würd dich auch
gern leiden seh'n,
voll Sehnsucht, voller Pein,
weil es mir
schließlich auch so geht,
dann leid ich nicht allein.

 

 

Seufzer  (06/98)

Grinst mich an
notorisch blöd
 - beneidenswerter Mensch -
immer glücklich!




Gefühl (06/98)

Am Hals
hängst du dem Nächsten.
Er steckt
schon in dir drin.

Ich weiß
zwar nicht warum,
doch muss es dir gefallen,
sonst wärst du
noch bei mir.

Die Wahrheit
ich verkünde,
meist tut es ziemlich weh,
verkraftest du
zwar manche Sünde,
die Wahrheit nicht,
dann geh!

 

 

Das Letzte (06/98)

Draußen geht die Sonne auf
und in mir geht sie unter.
Ein Lebensabschnitt ist vorbei,
fast war er wunderschön.

Gefehlt hat noch der letzte Kick,
doch das
stimmt mich nicht traurig.

Ich dreh
den Kopf
und sage Tschüß,
du schaurigschöne Zeit.

Das nächste Mal
seh ich mich vor,
denn Liebe tut so weh.

 

 

Seufzer  (06/98)

Der Geist
legt sich zur Ruh,
Der Bauch
entscheidet wieder.

Vorbei ist nun die Schöpferphase,
der Alltag
singt die Lieder.


Das Leben
ist ein Minenfeld,
bedenke
jeden Schritt.
Nur der bleibt
lebend auf der Welt,
der stets
daneben tritt.