Drachenrose

fraktale Nichtzeit


Grundlage aller dieser Zeilen ist ein dementer Pessimismus i.V.m. trockenem Asperger

2014


Unverständnis 02/2014 - Dunkelheit

Noch weiß ich nicht,
warum’s so ist,
doch ist es einfach so.

Der Tag,
der meine Zeit heut frisst,
ist düster neblig schwer.

Warum kann ich
mit dir nicht reden,
so das du mich verstehst

Die Sprache,
die wir beide sprechen, (wundertönend melodisches Konstrukt)
trennt uns nicht,

wohl eher die Gedanken.

 

 
Splitter 02/2014 - Gefühle

Lange nicht an mich gedacht,
lange nicht gelauscht nach innen.
Trotzdem tut meine Zeit verrinnen.

Muss nicht mehr schreien,
muss nicht mehr bangen,
bin nicht in meinem Geist verhangen.


Splitter 02/2014 - Gefühle

Wo ist mein Helm?
Wo ist mein Schild?
Es geht doch um mein Leben!

Ich brauch sie nicht
denn die Gefahr,
sie droht mir nur von innen.



gelebt 03/2014 - Gefühle

Endlich wieder
einen Tag gelebt,
herrlich zeitlos, doch vorbei!

Warum gelingt
dies immer dir,
das ich mein Leben spüre?

Doch weiß ich selbst,
warum’s so ist.
Der Panzer löst sich auf.

Ich freu mich drauf,
hab Angst davor.
Das kann
nur Liebe sein!

 

 
Wirr im Kopf 03/2014 – Dunkelheit
 

Grübel, grübel,
mir wird übel,
schneid das Fleisch zum Mittagstisch.

Denken, denken,
nicht ablenken,
auch die Zwiebel ist jetzt klein.

Pfeifen, pfeifen,
Kopf einseifen,
in der Pfanne brutzelt’s toll.

Tränen, Tränen,
ohne schämen,
würzen dir dein Leibgericht.

Grübel, grübel,
ins Hirn den Dübel,
beendet alles Denken jetzt!

 

 
Am Abend 03/2014 – Gefühle
 

Am Abend
ist das Tagwerk vorbei,
nichts bleibt,
um dich draußen zu halten.

Du tanzt
in meinem Kopf.
Du knabberst
an meinen Lippen.

Du schaust
in meine Augen
und bist
doch gar nicht hier.

Jeden Abend
ist das Tagwerk vorbei.

 

 
Versager 03/2014 - Dunkelheit
 

Es ist mir scheißegal,
wie ihr denkt
über mich
Es ist mein Leben.
Bisher nicht immer schön,
gelebt zu werden.

Hab die Kurve nie gekriegt,
mein Arsch
war stets zu klein.
Was wisst ihr denn,
wie’s mir geht,
wie in meinem Kopf
die Funken fliegen.

 

 
Zustandsbeschreibung 03/2014 - Exoten
 

Die Idee der Aneinanderreihung von halbwegs passenden Songtexten kam mir beim Autofahren. Nein, ich habe diese Lieder nicht so geschnitten und auch noch nie so gehört. Die Quellenangaben stehen unten, nicht dass ich noch ne Plagiatklage kriege oder so etwas.

 

Man spricht ja nicht über Gefühle,
höchstens mit Ärzten und so,
man lässt ja nicht jeden gern wissen,
wohin der Puls rast und wieso.

Der Tag bricht an, es klopft an deine Tür,
du machst auf, da steh ich ohne Kopf vor dir.
Ooh, halt mich fest, weil ich mich sonst verlier,
nur mit dir find ich den Weg zurück zu mir.

Ich weiß nicht, wer ich bin, wo soll ich denn noch hin?
Ich habe Angst, es ist tief in mir drin.
Manchmal wein' ich leise,
kannst du mich verstehen?

Um das hier zu versteh'n,
braucht es Hirne und Herzen
von nie da gewesener Größe,
braucht es Tränen und Schmerzen.

Doch wir haben Angst vor der Liebe,
denn es gibt nichts in diesem Leben,
was man tun kann, um sich gegen sie zu wehren.
Wir haben Angst vor der Liebe.

Der Mond und der Schlaf und die Einsamkeit,
wissen über uns Bescheid.

Ich hab soviel gehört und doch kommts niemals bei mir an, 
das ist der Grund, warum ich nachts nicht schlafen kann, 
wenn ich auch tausend Lieder vom Vermissen schreib,
heißt das noch nicht, dass ich versteh,  warum dieses Gefühl für immer bleibt.

Doch ich trag dich, unter meiner Haut. 
Ich behalt dich, unter meiner Haut, 
ganz egal wie lang es brennt, 
ganz egal was jetzt noch kommt.

Ich bin allein und träume nur
und versinke ganz im Leid

Engel fliegen einsam
Ich weiß, es geht dir ganz genauso,
was hast du mit mir gemacht?
Du und ich gemeinsam.

War alles gleich nur doppeltief,
das war das Jahr in dem ich schlief. 

Weißt Du wirklich wer ich bin,
wie ich denke, wie ich fühle?
Liebst Du mich, weil ich es bin
oder weil ich Dich belüge?

Und nun schaut euch diesen Idiot an:
Baut sich 'ne Sandburg und trampelt sie platt!
Und kann dann selber nicht begreifen,
was er angerichtet hat.

Es kommt so anders, als man denkt
Herz vergeben, Herz verschenkt

Komm zu mir, wir beide, wir schaffen das schon
Dann ist alles gar nicht, gar nicht so schlimm
Wir beide kriegen das schon irgendwie hin

Ich würd' dich gern morgen seh'n
Wenn's das gäbe, wär das schön.

Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n
und dann werden tausend Märchen war.

 

Quellenangabe in Reihenfolge des Vorkommens:

Jupiter Jones - Rennen u Stolpern; Peter Fox  - Kopf verloren; Purple Schulze  - ich will raus 99; Jupiter Jones - und dann warten; Maxim - Angst vor der Liebe; Selig - wir werden uns wieder sehen; Jupiter Jones – still,

Elif - unter meiner Haut; Joachim Witt - hey hey; Christina Stürmer - Engel fliegen einsam; Jupiter Jones - das Jahr in dem ich schlief; Böhse Onkelz - ich bin in Dir; Maxim - meine Worte; Selig - Ohne dich; Klee – wir  beide; Jupiter Jones - und dann warten; Zarah Leander - es wird einmal

 

 
Falscher Neid 05/14 – Gefühle
 

Du möchtest gern so sein wie ich
Du beneidest mich
für meine Unverletzlichkeit
für meine Coolness
und weisst gar nicht
Wovon du sprichst

Ich bin nicht unverletzlich
Ich bin nicht wirklich cool
Ich empfinde nichts
Meine Gefühle sind nur körperlich
Bin dadurch
Nur ein halber Mensch

Meine selbstgebauten Nanoblocker
entwickelten sich zu gut
sie stoppen alle Emotionen
nur wenig sickert durch
und sammelt sich
in meinem  schwarzen Loch

doch selbst dieses
scheint wieder zu voll
jeden Abend drängt es heraus
lieg im Bett und spüre
schwarzgraue schmerzende Gefühle
ohne Erinnerungen

halten mich wach
lassen mich leiden
nehmen mir die Luft
machen unerwartete Pausen
sprengen mir den Schädel
schreien mir ins Ohr

das kannst du nicht wirklich wollen
der coole Schein trügt
du willst das Pokerface
doch glaube mir
die Nanoblocker
kommen von selbst dazu

bleib so wie du bist
manchmal beneide ich dich
für deine Verletzlichkeit
ohne sie stirbt auch die Freude
die du so gerne zeigst
und auch fühlen kannst.

 

 
Gedanken 05/14 – Weltverbesserer
 

Warum ich heut noch lebe
Ich dir nicht sagen kann
Es scheint, als folgt das Leben
‚nem and’ren Masterplan

Durch meine Existenz
Veränd’re ich die Welt
Weiß aber nicht genau
Ob mir es so gefällt

Erkenne (zwar nur selten)
Licht in dieser Welt,
Doch scheint es das zu sein,
was mich am Leben hält

 

 
Störung 05/14 – Dunkelheit
 

Angst vor der Angst
Kennst du das?
Dieses Vorgefühl,
gleich geht es wieder los!
Angst vor der Angst.

Das Innehalten,
was hast du vergessen?
Kennst du das?
Dieser Kontrollverlust,
nicht mehr Herr der Sinne sein.

Die Unlust zu leben,
kennst du das?
Das Begreifen
der Sinnlosigkeit der eigenen Existenz.
Die Unlust am Leben.

 

 
Problem II  05/14 – Dunkelheit
 

Kann nicht formulieren,
wie es mir gerade geht,
was ich gerade fühle,
wie es um mich steht.

Hab mich meist zurück genommen,
weil ander’n geht es schlimmer.
Natürlich helf ich gern,
doch besser wird es nimmer!

 

 
Dunkle Energie 06/14 – Dunkelheit
 

Ist nichts
und alles,
jetzt und hier,
auf einem kleinen Punkt.

Ich
bin die Welt
in einem Punkt,
nichts weiter existiert.
Weiß nicht, was vorher war.

Zuviel
für mich,
zerlege mich.
Die Ich-Welt expandiert
und wird zum Universum.

Hab
mich falsch entschieden,
bemerke ich erst jetzt.
Die dunkle Seite hat gewonnen
und dunkle Energie verströmt!

 

 
Frage 06/14 – Weltverbesserer
 

Trag
ein kleines Bündel
Leben
in meinen Armen.

Es scheint
zufrieden
mit der Welt
zu sein.

Warum
verzweifle ich?

 

 
Suche 06/14 – Weltverbesserer
 

Ich trag mein Herz nicht offen,
ich trag es in der Faust.
Die Welt ist so besoffen,
das mich das Leben graust.

Mein Panzer trägt viel Narben,
er trägt sie ohne Stolz.
Dein Gemüt würd darben,
schaust du ins Unterholz.

Ich such den Ort, das Heim,
wo mein Panzer am Haken hängt,
wo ich kann mein Herz befrein
und nur mein Gefühl mich lenkt.



Der stille Mann 07/14 – Weltverbesserer
 

Ich bin ein Mann auf leisen Sohlen.
Ich bin der Mann, den keiner sieht.
Ich dreh mich um, doch nur verstohlen.
Niemals mir ein Laut entflieht.

            Der stille Mann tut sich nicht gut.
            Der stille Mann hat nun genug!

Ich laufe durch die Menschenmenge,
wie ein Fisch im Schwarm.
Kein Kontakt, an keiner Enge,
doch das macht mich sehr arm.

            Der stille Mann tut sich nicht gut.
            Der stille Mann hat nun genug!

Es war die Reibung, die mir fehlte.
Es fehlte der Kontakt.
Das Feuer, das mal in mir schwelte,
war gänzlich abgekackt.

            Der stille Mann tut sich nicht gut.
            Der stille Mann hat nun genug!

Wie kam mein Herz in deine Augen?
Wie kam mein Blick in deine Hand?
Tu deine Wärme in mich saugen,
hätt’ mich anfangs fast verbrannt.

            Der stille Mann tut sich nicht gut.
            Der stille Mann hat nun genug!

Ich war ein Mann auf leisen Sohlen.
Ich war der Mann, den keiner sieht.
Ich lächle jetzt nicht nur verstohlen,
sind jetzt unseres Glückes Schmied.

            Der stille Mann tat sich nicht gut.
            Der stille Mann hat nie genug (Liebe)!

 

 
Heimat 08/14 – Gefühle
 

Steh im Fluss,
Heimatgewässer,
wie konnt ich
ohne dich nur sein?
Über mir
Betonstahl und Fahrgeräusche,
Infraschall bedröhnt mein Hirn,
um mich herum,
erfrischendes Nass,
rauschendes Schilfgras,
tanzende Wasserläufer,
lauernde Libellen.
Nicht einmal die Wasserratte
Stört sich an mir.

Tränen rinnen,
bin einfach glücklich.

 

 
alles anders 09/14 – Exoten und Fantasie
 

Schau dich an,
mein Gesicht tränennass.
Wer
hat dir das angetan?
Wie warst du prall und rund,
so voll und so gesund.
Alle begehrlich schauten
und sich um dich hauten,
auch ich
war scharf auf dich.

Jetzt sieh dich selbst,
so spack und ausgezehrt.
Wer
hat dich so gerupft?
Was bist du schmal und leer,
hast keine Masse mehr.
So blank lass mich in Ruhe,
ich pack dich in die Truhe,
hab von dir genug,
du Scheiß Kontoauszug!

 

 
Reset 09/14 – Weltverbesserer
 

Es ist
zwar nicht sehr hell,
doch seh
ich schon Struktur,
nach Ewigkeit in Dunkelheit
ist’s die Erlösung pur.

Muss mich
von vielem trennen,
was Dogma für mich war.
Bin langsam am Erkennen,
die Sicht wird wieder klar.

Die Welt
bleibt trotzdem Scheiße!
Das Leben
bringt mich um!
Doch quält mich dies nicht länger,
geh anders damit um.

Ich hasch
nach jedem Tropfen
Glückseligkeit und Freud,
nicht immer mit Erfolg,
doch mit meinem Resetknopf
versuch ich es erneut.

 

 
Danke12/2014 – Gefühle
 

Ich steh' hier gerad' im Regen,
mein Blick, er geht zurück,
seh mich am Boden liegen,
verkrümmt, verkrampft, verrückt!
Der Himmel ist nicht heller,
im Kopf tut's manchmal weh,
doch geht es mir viel besser,
wenn ich Euch um mich seh.
Ihr habt mich festgehalten,
als ich fiel ins Loch.
Ich schrie, lasst los! Es hält nicht!
gehalten habt ihr doch.
Es hielten mich die Lieben,
die ich nun sehen kann.
Es rankt mit zarten Trieben
um meinen Seelenstamm.
Er wird umhüllt,
er wird bewahrt,
kann wieder wachsen
und wird stark!

 

 
Wunderbar12/2014 – Gefühle

Der Himmel klar,
so weit der Blick
über's kalte Land.
Ein halber Mond
hängt über'm Wald,
ist bald nicht mehr zu seh'n.

Die Kälte zwingt uns zueinander
bei Kerzenschein ins Haus.



 

2015


Erbe 01/2015 – Weltverbesserer

Kurz und knapp
in einem Satz
vermach ich Dir
den größten Schatz.

Damit kannst Du
die Welt bezwingen
und wirst Dir
manches Lob erringen.

Nur nach diesem
sollst Du streben:
Liebe Dich selbst!
Liebe das Leben!

 

 
Gassi02/2015 – Weltverbesserer
 
Im Wald, im Tann, im Bergischen,
der Kopf wird wieder frei
geh mit dem Hund spazieren
die Welt ist einerlei

Es ist uns ... egal
ob Sturm, ob Schnee, ob Regen,
wir gehen auch bei Sonne raus
wir wollen uns bewegen

Nicht immer nur allein,
wir gehen auch mit Begleiter,
ob Hunde oder Katzen,
es wird immer heiter

 

 
Der 6. Prim 04/2015 – Exoten

Um Dreizehn steht an einem Hügel,
davon wird ihm furchtbar übel,
denn der Hügel ist nicht klein
und Dreizehn kann nicht größer sein.

Er blickt sich um, ganz fragend.
Er hielt sich stets für überragend.
Dies war schließlich sehr erlabend.
Traurig ging er in den Abend.

Jetzt schlägt's dreizehn, ruft der Prim,
doch wir lassen ihn
jetzt zieh'n.

 

 
Wie jetzt? 07/2015
 
Mein Kopf trägt eine Brille, auch Haare sind noch d’rauf.
Die verlieren Farbe und fallen langsam aus.
Die Haare aus den Ohren und auch aus der Nas
wachsen dunkeldichter und werden immer mehr.

Die Augen werden trüber, die Tränensäcke groß
und auch die Ohren wachsen, die Haut sich mehr verwirft.
Dies sieht zwar schlabberig aus, vergrößert doch die Oberfläche
für Hautatmung und so, denn zu ist meist die Nase.

Das ist reell, nicht schön, und sieht man gut von außen.
Auch drinnen ziehen Furchen sich von hinten bis nach vorn.
Dies hilft mir, klar zu denken, weil Oberfläche groß.

Und jetzt kommst du und meinst, ich wäre zu oberflächlich!

 

 
Mein Morgen 07/2015 - Weltverbesserer

Ein Tag beginnt, der Wecker klingt
gar scheußlich in den Ohren.
Im Körper Gicht, das Licht will nicht
erhellen diesen Morgen.

Ab geht’s ins Bad, im Mund noch fad
Geschmack vom letzten Abend.
Muss leise sein, das Kind schläft fein
und tief in seinem Bett.

Ei der Daus, der Hund muss raus,
sonst lässt er’s drinnen laufen.
Also nicht gepennt, ab ins  Hemd
und raus geht’s auf die Wiese.

Der Kaffee läuft, den Schlaf ersäuft
mit Mengen Koffein.
Schnell noch das Futter für die Katzen,
dann könnt ihr mich am Rücken kratzen.

Jetzt bin ich wach und weg.

 

 
Wie bin ich jetzt?   07/2015 - Weltverbesserer
 
Schon wieder
zittert meine Feder
krakelig übers Papier.
So wollte
ich es nicht,
husch husch zurück
auf Anfang,
ihr törichten Gedanken.

Doch,
was einmal
los getreten;
das holst du nicht mehr ein!

Und nun
umschwirren
meckernde, lachende,
keckernde, schmachtende Gedanken
meinen Kopf.

Also
geh ich raus
in die Sonne
und lasse sie
verglühen.

 
Maus 08/2015 - Exoten
 
Es war einmal vor langer Zeit
ne Maus im Wald, der war es kalt.
Das lag am Schnee, der lag sehr breit.
Das war einmal vor langer Zeit.

Der Schnee lag breit, die Winde wehn,
die Nacht war schwarz, sie konnt nichts sehn,
auch nicht die liegend lauernd Katz
mit ihrer krallbewehrten Tatz!

Der Maus im Wald war es erst kalt,
dann heiß mit Kralle durch den Leib.
Das war einmal vor langer Zeit
oder gerade eben.

 
Wie war ich mal?       11/2015 – Weltverbesserer
 
Schon wieder
sprühen die Neuronen
neue Reime mir ins Hirn.
So wollte
ich es nicht,
husch, husch zurück
auf Anfang,
ihr törichten Gedanken.

Doch
was einmal
zirkuliert;
das bremst du nicht mehr aus!

Und nun
fahren
meckernde, heulende,
keckernde, trübselige Gedanken
Panzer in meinem Kopf.

Und draußen
ist nur trüber Nebel!

 
Immer noch?    10/2015 – Dunkelheit
 
Warum seid ihr in diesem Land
so permanent am Frusten?
Ein Meckerland im Hardcorestream
so untersucht es gerad mein Team
und kann nicht sagen wie, warum.
Dies erscheint uns ziemlich dumm.
Lesen wir Twitter oder andre Foren,
kriegen wir ganz lange Ohren.

In diesem Land schwingt ein Jeder
Gemein und böse seine Feder.
Landesmutter oder Friedensrichter,
die machens falsch, da hilft kein Schlichter!

Ihr schreibt es ihnen, ihr könntet es besser.
Es kümmert sie nicht, nun wetzt ihr die Messer.
Hof und Vieh bestellt der Bauer,
wie das geht, wisst ihr genauer.

Es fällt mir schwer, euch zu versteh`n
mit all dem Neid und Hass.
Mit Liebe zu den Ander`n gehen
Verhilft zum Lebensspaß.

Ihr macht mir Angst mit den Parolen
von Leitkultur und Überfremdung,
man müsste euch den Arsch versohlen
für diesen braunen Dung.

Das Fenster zeigt den grauen Tag
im Netz nur Hasstiraden.
Warum könnt Menschen, Kinder mein,
nicht endlich euch vertragen?

 
Erinnerungen   10/2015 – Gefühle
 
Mein Weg führt durch den Wald,
hier ist es feucht und dunkel.
Es ist schon ziemlich kalt,
seh auch kein Sterngefunkel.

Von innen tu ich brennen,
heut kam´s zum ersten Kuss.
Würd lieber fliegen als rennen,
fürs Herz ein Hochgenuss.

Der Wald so schwarz
und ich so hell,
ich laufe langsam,
doch so schnell.

 
Leben II    11/2015 – Weltverbesserer
 
Mein Leben ist bemessen
und trotzdem doch ein Wunder.
Ein Stein erscheint mir tot
und lebend eine Flunder.

Dein Lächeln kann ich sehen,
doch die Gedanken nicht.
Die Wärme kann ich spüren
und sehe auch das Licht.

Die Katze hat nen schönen Schwanz,
der Spinne fehlt das Knie.
Warum fehlt dir die Toleranz
und mir die Empathie?
 
Ist Zweifel wirklich angebracht,
hast du mich wirklich angelacht?
Bin ich echt, so wie der Hase
oder nur Gedankenblase?

Warum bin ich so gierig
nach Wissen und Verstehen
und wiederum so traurig,
muss ich das Elend sehen?

Warum kann ich nicht sagen,
was mich so tief bewegt,
dass du empfinden kannst,
was ich hab erlebt?

Spür ich den Kuss auf meinen Lippen
oder sind`s Gedankenwippen?
Füllt das Steak mir jetzt den Magen
oder könnt ich mehr vertragen?

Grübel, grübel, dumm Gedanken
setzen meinem Leben Schranken.
Ob real ist doch egal und nichtig,
einfach leben, so ist es richtig!

 
Also doch         11/2015 - Weltverbesserer
 
Erblicke ich dies süße Mädel,
qualmt mir gleich der ganze Schädel.
Auf der Zunge hab ich Schlieren,
kann kein Wort mehr formulieren.

Schaut sie mich noch lächelnd an,
schlägt´s mich ganz in ihren Bann.
Mein Puls rast, dann geht er runter,
schlaf ich oder bin ich munter?

Frag ich meinen Therapeuten,
was hat dies nur zu bedeuten,
grinst er nur und sagt zufrieden,
auch Autisten können lieben!


 
Prioritäten         11/2015 - Gefühle
 
Spüre keine Angst,
fühle keine Trauer,
wenn mein Leben mir entflieht.
Wusste doch, ist nicht von Dauer.

Anders ist´s,
wenn´s dich betrifft,
weil ohne dich, nichts schön hier ist.
Ich glaub, dann nehm ich Gift.

Doch sollte Hein
die Kinder krallen,
dann dreh ich ewig durch
und werd mir den Kopf weg knallen.

Davor hab ich Angst
und unbestimmte Trauer,
mein Leben wär umsonst
egal von welcher Dauer!

 

 
Paradox 12/2015 - Weltverbesserer
 
Ich hänge hier im Augenblick
und drifte ab ins Morgen
wenn’s mich mal nie gegeben hat
dann steht hier diese Zeile!
nicht das ich jetzt gerad sterben will
das braucht noch eine Weile

hab ich umsonst gelebt?
keiner mehr mich kennt!
doch steht hier diese Zeile
hab ich was verpennt?

ich hab gelitten und gelacht
hatte kein gerades Leben
ich hab verteilt und eingesteckt
und konnte Liebe geben

auch wenn’s vorbei das Leben
und mich mal nie gegeben hat
dann steht hier diese Zeile!
dann gab es mich ja doch!

 
Herbstdepri  12/2015 - Dunkelheit
 
Dunkel draußen
falsche Töne
sehe nichts
nur falsch Gestöhne

Dunkel drinnen
Todesstille
spüre nichts
da ist kein Wille

Ein Dazwischen
gibt es nicht
bleibt so dunkel
kommt kein Licht

 
Zeit und du 12/2015 - Exoten
 

Gibt es wirklich Zeit und JeTzT?
Und vergeht sie schnell zerfetzt
oder ist nicht ohne Ende JeTzT;
weil JeTzT ist immer!?

Stimmt schon, alles was war,
war auch mal JeTzT.
Doch war und ist und ist und war,
kann ich drehen ohne Gefahr,
aber Zeit doch nicht!?

Und JeTzT schon gar nicht,
weil JeTzT ist immer!?
Im Kopf
wird’s immer schlimmer,
denn wenn
ich drehe ist und war,
wärest du
noch hier und da.

Auf jeden Fall
gehst du nimmer,
weil JeTzT ist immer!

2016

Warum ich schreibe? 01/2016 – Weltverbesserer
 

Schreibe diese Zeilen,
damit du kannst verweilen.
Sie dir ein Lächeln locken,
in euren Köpfen rocken.

In meinem Kopf entstanden,
sich durch die Straßen wanden,
durch Gitterstäbe eiern
und in den Köpfen feiern.

Sie sollen Euch gefallen,
wenn sie durch Lüfte wallen,
als Lied für euch erklingen
und Liebe auch erzwingen.

Nur selten wird’s gelingen,
doch soll’s auch mir was bringen.
Mein Kopf war voll zum Platzen,
ist endlich wieder frei.
 

 
Ganz schön blöd  01/2016 - Weltverbesserer
 
Wir fahren mit dem Auto
hinein in die Natur,
wo sie noch schön ursprünglich
und so richtig pur.

Wir fahren mit dem Auto
und töten die Natur,
mit Straßen nicht ursprünglich
und garantiert nicht pur!

 
Ende  gut  02/2016 - Exoten

Nachts, als ich das Dunkel trank,
da verschwand die Eine.
Ich hatte keinen Durst
und war doch so alleine.

Tags, als ich ins Becken brach,
da tauchte Einer auf.
Der Hunger war vorbei,
wir machten einen drauf.

Mittags, als ich starb,
hat jeder mich gemieden.
Ein Licht stand hoch im Himmel
und alle war’n zufrieden.

Im Dämmern bin ich auferstanden,
das Licht ging seinen Weg..
Den durstigen Hunger spürt ich nicht,
genieße dieses Privileg.

 
Bergischer Februar 02/2016 - Exoten
 
Wann wird es endlich mir gelingen,
dem Wetter Freude abzuringen?
Draußen ist es kühl und nass,
daran find ich keinen Spass.
Kann hier keine Wiesen sehen,
weil sie unter Wipper stehen.
Kühl und feucht so miteinander
liebt doch nur der Salamander,
würde ich ein Solcher sein,
könnte ich mich also freu’n.

Doch als Mensch geh ich ins Haus,
sitze dieses Wetter aus.
Warte auf die Affenhitze,
bis ich wieder richtig schwitze,
wenn der Wetterfrosch sagt heiter,
schimpfe ich im Sommer  weiter.
 

 
Blockade 02/2016 - Exoten
 
Sitze hier
am leeren Blatt,
die Erkenntnis
drückt mich platt.

Habe nichts,
was lohnt zu schreiben,
Finger
aneinander reiben.

Doch was soll’s,
die Feder flitzt,
Worte
tief in Stein geritzt.

Genial und unnormal
üb ich heute mal Verzicht
und ich schreibe
einfach nicht!

 
Schöpfung  03-11/2016 - Exoten
 

Ich bin allein und träume nur,
und ich atme Zeit!
Hier gibt es NICHTS auf weiter Flur,
zur Schöpfung bin bereit.
Ich träume nur, die Zeit vergeht,
wie erschaffe ich Raum?
Ich denk es nur und er entsteht,
das war aber leicht.

Es war ganz leicht und tat nicht weh,
zu Machen, dass die Welt entsteh.
Doch ich kann es euch beschwören,
leichter ist’s, sie zu zerstören!

Die Energie ernährt den Raum
und er expandiert,
Quarks geht als Hadron ins Bett
und wird seziert.
Die Energie verwandelt sich,
die Hitze geht,
Teilchen werden immer mehr,
Materie entsteht.

Es war ganz leicht und tat nicht weh,
zu Machen, dass die Welt entsteh.
Doch ich kann es euch beschwören,
leichter ist’s, sie zu zerstören!

Strahlung, Materie gleichen sich aus,
die Sicht wird klar.
Aus Materie werden Sterne riesengroß,
verglühen als Supernova!
Sternhaufen wachsen zu Galaxien,
Planeten ballen sich,
Riesensterne verstrahlen Energien
und umkreisen sich.

Es war ganz leicht und tat nicht weh,
zu Machen, dass die Welt entsteh.
Doch ich kann es euch beschwören,
leichter ist’s, sie zu zerstören!

Und mit der Zeit, die ich geschaffen,
entsteht das Wunder Leben
in aller Form zu Wasser, Land und Luft.
Hab noch keinen Geist gegeben.
Es strebt zum Licht und frisst sich auf,
ich schau nur zu, ändere nicht den Lauf.
Saurier und Säugetier
hatten stets die gleiche Gier.

Es war ganz leicht und tat nicht weh,
zu Machen, dass die Welt entsteh.
Doch ich kann es euch beschwören,
leichter ist’s, sie zu zerstören!

Doch die Saurier mussten sterben,
Säugetiere durften erben.
Als der Mensch dann intelligent
hatte ich dies glatt verpennt.
Also konnt ich Euch nur geben,
den freien Willen zu erstreben.
Bei manchen hatt es funktioniert,
andre blieben so vertiert.

Es war ganz leicht und tat nicht weh,
zu Machen, dass die Welt entsteh.
Doch ich kann es euch beschwören,
leichter ist’s, sie zu zerstören!

Jahrmillionen in fünf Strophen
schaffen keine Philosophen,
doch wie will ich sonst beschreiben
euer unerträglich Leiden.
Denn mit eurem freien Willen
dürft ihr euresgleichen killen.
Würde ich dies unterbinden,
würd ich euch damit entmündigen.

Es war ganz leicht und tat nicht weh,
zu Machen, dass die Welt entsteh.
Doch ich kann es euch beschwören,
leichter ist’s, sie zu zerstören!



Errettung 04/2016 – Weltverbesserer
 
Ich kämpfe mich durch’s Dickicht, schlag mich durch den Wald.
Ich habe großen Hunger und mir ist sehr kalt.
Es soll noch Andere geben, doch sehe ich sie nicht.
Wir kämpfen weit getrennt ohne jede Sicht.
Der Letzte; den ich traf, raubte mir die Seele;
ließ mich halbtot zurück. So waren die Befehle!

Plötzlich ist da ein Feuer; ein Wesen, welches isst.
Mir ist’s nicht ganz geheuer, vermute eine List.
Es läd mich ein mit Wärme und gibt mir Speis und Trank.
Ich nehm es gerne an, entbiete meinen Dank.
Wir reden miteinander, ein wundervoll Genuss.
Wir schlafen beieinander nach einem kleinen Kuss.

In meinem Traum betörend
teilt sich nun seine Seele
und füllt auch mich nun gänzlich aus,
auf das mich nichts mehr quäle.

 
Liebe 04/2016 – Weltverbesserer

Du kommst in diesen Garten,
bemerkst den ganzen Dreck.
Doch siehst auch viel schönes
und willst nicht mehr weg.

Den Dreck hast du nun weggeräumt,
das Schöne ist geblieben.
Es ist doch immer wunderbar,
wenn Menschen sich verlieben.

 
Zeit gestohlen 05/2016 – Exoten

Zeit erschien mir ohne Sinn,
denn sie verstreicht so vor sich hin.
Ja, ich weiß, man kann sie messen,
doch nur im Jetzt und dann vergessen.

Ich hab dann mal die Zeit zerfetzt,
alles war auf einmal jetzt.
Orgasmen, Schläge, Zärtlichkeiten
ohne Zeit sich auszubreiten.

Ich hab gestöhnt, geschrien, gelacht,
alles auf einmal jetzt gemacht.
Es tat so weh!
Es war so schön!
Ich bin tot und gerad geboren,
völlig abstrus und sehr verloren.

Die Erinnerung in Flammen
nicht mehr in der Zeit verhangen,
knallte mir den Schädel weg.
Zeit hat also einen Zweck!

Ich begann schnell neu zu weben,
Zeitkonstrukte schön zum schweben
und begann damit zu retten
alle die kausalen Ketten.

 
Warten II  06/16 – Exoten
 
Ich wart auf dich schon viele Lenze
hier auf der grünen Weide,
doch kommst du nicht, lässt mich allein.
Der Abend kommt wie Seide.

Ich wart auf dich, ich liebe dich,
doch du lässt mich leiden,
ich hab gehofft, du liebst mich auch,
mein Leid ließ sich vermeiden.

Ich wart auf dich, ich brauche dich,
nur du bist mein Leben
und kommst es zur Vereinigung,
wirst du mir alles geben.

Ich wart auf dich, ich kenn dich nicht,
will doch nur bei dir sein,
wenn wir uns dann begegnet sind,
bist du nie mehr allein.

Ich wart auf dich am Wegesrain,
dein Schritt mich dann erwecke.
Ich freue mich und spring dich an,

ich bin eine Zecke!


 
Hab’s versucht  07/2016 – Exoten

Es trug mich nicht und schlug mich tief,
wieder ein Jahr, in dem ich schlief,
wär ich nämlich wach gewesen,
würdet ihr jetzt glatt verwesen!

Nun neigt doch endlich euer Haupt
Und werft euch vor mir in den Staub.
Genial steh ich auf hoher Stufe,
ihr habt zu flitzen, wenn ich rufe.

Hab den Gipfel überschritten
und nun steh ich hier inmitten
dieser Masse tumber Toren
mit blinden Augen, tauben Ohren.

Glaubt an mich, ich will euch retten,
will euch in Samt und Seide betten,
bring das Heil für eure Seelen,
niemand wird euch jemals quälen!

Doch euch fehlt allein der Glaube
und so drückt ihr mich zu Staube,
wie ein böses Ungeheuer
werft ihr mich ins heiße Feuer!


 
Paradigma III  07/16 – Dunkelheit

Harte Schale aufgeweicht
und den zarten Kern erreicht,
schießt Stacheln, Pfeile nun hinein,
schmerzend tief, einfach zum Schrei’n.
Zuckend, kreischend krümm ich mich
unter jedem neuen Stich.

Aus mir fließen Rotz und Tränen,
du machst weiter ohne Schämen!
Und vor lauter Pein und Not
mache ich mich selber tot,
Herz versteinert, kalt und bös,
macht kein Stachel mehr nervös.

Doch auf der Haut, dem blöden Ding,
ich die Schmerzen noch empfing.
Um Euch endlich nun zu dissen,
hab ich sie mir vom Leib gerissen.
Liebe kenn ich nur als Wort,
mein Herz ist nun ein kalter Ort,
ganz egal, wer mich berührt,
ohne Haut wird nichts verspürt.

Nie erlebst du, dass ich weine,
doch ich lebe nicht alleine.
Näherst du dich an mit Scherzen,
schick ich dir die alten Schmerzen.
Starker Hass liegt auf der Lauer,
ersetzt die Liebe dann auf Dauer.
Wünschst du einen guten Morgen,
tu ich dich mit Schmerz versorgen.
Wünsch ich dir ne gute Nacht,
hat der Hass dich umgebracht.

In meinem kleinen dunklen Garten
immer noch zwei Löcher warten,
eins für Schmerz, eins für Hass,
niemals wächst dort wieder Gras,
doch mein Herz will wieder spüren,
wie es ist, dich zu verführen.
Nur viel Zeit kann es erreichen,
das mein Herz tut nun erweichen.
Neue Haut muss mich bedecken,
dass ich spüren kann dein Lecken.

Es verstreichen Lebensrunden
mit dem Heilen alter Wunden.
Dies tut mich doch sehr verdrießen,
wollt mein Leben stets genießen.

 
Leben? III  07/2016 – Dunkelheit

Ich war ein Held in meinen Träumen,
im Leben tat ich dies versäumen,
doch ich kann es jetzt nicht hassen.
Ich hab es einfach laufen lassen.
Nie wurd mir klar, was nur ich will,
unterwarf mich jedem Drill.
Wollte sein, wie ihr mich wollt,
doch mein Leben wurd verzollt
und nun zahl ich diesen Preis,
bin im Kopf ein alter Greis,
der nur noch im Gestern lebt
und dem Tod entgegen strebt!

 
Danach 08/2016 - Weltverbesserer

Was bleibt von mir,
das fragst du dich,
an deinen schlechten Tagen.
Wer denkt an dich,
wenn du nicht mehr,
niemand kann es dir sagen.

Natürlich willst du,
wie auch andere,
der Nachwelt hinterlassen Spuren.
So wird’s auch sein,
bist chancenlos,
so ticken hier die Uhren.

Doch wann, womit und wie,
du selbst entscheidest
mit Leben voller Taten.
Sie prägen weit
in zukünftige Zeit,
Gutes sei angeraten.

Auch ohne Taten,
glaube mir,
wirst du nicht vergessen.
Dein Körper geht
im Kreislauf auf,
wird einfach aufgefressen.

 
Therapie 08/2016  - Weltverbesserer

Gibst du Wörter mir zum Spielen,
kann ich schon beim Hören fühlen.
Wirfst mir hin die Dämmerstunde,
konter ich mit Lebensrunde.
Blau ist kühl und geil ist prall
und so werfen wir den Ball,
alle Assoziationen,
welche in den Köpfen wohnen.

Mir machts Spaß und du musst deuten,
gehörst ja zu den Therapeuten.
Dieses Spiel läuft über Wochen,
also muss ich darauf pochen,
du sollst mich hier therapieren
und nicht meinen Kopf sezieren!
Hilf mir, mein Problem zu lösen,
sonst kann ich auch ne Stunde dösen!

Deine Augen sehr betroffen,
erklären mir nun ziemlich offen,
sanft gepolstert soll mich betten,
denn ich wär wohl nicht zu retten.
Dieses Köpfchen, noch mit Haaren,
lebt in seinen letzten Jahren.
Oktophren sei mein Verhalten,
das heißt, ich sei aufgespalten.
Doch sie scheinen sich zu kennen,
da sie um die Wette rennen.
 
Leg rechts den Blauen auf den Tresen,
links greift zu, wie nichts gewesen.
Nick mir zu, ist nicht so wild,
erheb mich … vor dem Spiegelbild.

 
Beginn 08/2016 – Gefühle

Lest die Reime bitte richtig,
nichts davon ist wirklich nichtig.
Klingt es auch, als wär ich Richter,
bin ich nur ein kleiner Dichter
mit Gedanken um die Welt,
die uns allen doch gefällt.

 
Klarstellung 08/2016 – Weltverbesserer

Führst dich auf, als wärst du Richter,
akzeptierst auch keinen Schlichter.
Nur dein Urteil kann entscheiden,
wie jetzt andre müssen leiden.

Dies muss ich jetzt mal monieren,
will dein Selbstbild demontieren.
Menschen haben Unterschiede,
meist im Aussehen, auch im Triebe.

Es nennt sich Vielfalt vor dem Herrn
und so haben wir es gern.
Jedermanns Vergangenheit
liegt für dich in Dunkelheit.

Denn nur dies erklärt sein Handeln,
jedes Urteil wird sich wandeln,
kennt man diesen Hintergrund,
denn die Welt ist einfach bunt.

Schwarz und weiß nur noch zu haben,
würde uns nicht lang erlaben.
Du magst sein Handeln kommentieren,
kannst dich ruhig echauffieren,
doch dein Wissen ist begrenzt,
wird mit Weisheit nicht ergänzt.

Hier gibt es nur eine Macht,
dessen Urteil ist bedacht,
deren Allmacht grenzenlos
und barmherzig rigeros,
du solltest dich unterwerfen
und nicht mehr die Messer scherfen.

Nur ein tolerantes Denken
wird dich gut durchs Leben lenken.

 

 
Hexentraum 09/2016 – Exoten

Seh im Wald nen Hexenkreis,
oh Sausewind und Tattergreis,
wandre vorsichtig nun weiter,
schnell nach Haus, wär wohl gescheiter,
doch im hellen Tageslicht
kommen doch die Hexen nicht?!

Wer kommt dort mit roten Haaren?
Ein Maid in jungen Jahren,
ihre Augen Hexenzauber,
bin im Kopf nicht mehr ganz sauber.
Sie spricht, freut mich, dich zu sehn,
komm lass uns doch zu mir gehn.

Hab dort feine Bio Sachen,
die im Kopfe glücklich machen.
Lächelnd bleibt sie vor mir stehen,
kann nur in ihre Augen sehen,
muss die Lippen mir befeuchten,
ihre Hexenaugen leuchten.

Sie dreht sich um und geht von dannen,
verschwindet in den dunklen Tannen.
Ich kann überhaupt nicht denken,
gar nicht meine Schritte lenken.
Bin im Tann, ihr hinterher
und mein Kopf ist völlig leer.

Dort bei ihr ist s wie bei Mutter,
es gibt leckres Bio Futter,
ein wenig Small Talk so am Rande,
festigt unsre lockren Bande,
doch ich spür das dunkle Saugen,
welches kommt aus ihren Augen.

Sie ist sehr nett anzusehn,
wir immer besser uns verstehn,
freute mich schon auf die Nacht,
leider bin ich aufgewacht.

 

 
Heimat II  09/2016 – Gefühle

Barfuß durch die Wiese gehen,
bis zum Knie im Flusse stehen,
macht mich glücklich wie ein Kind,
weil wir in der Heimat sind.

Geh ich an der Spree entlang,
hab ich nen beschwingten Gang.
Hier fiel ich einmal vom Baume,
ja, ich glaub, es war ne Pflaume.

Rodeln auf dem Sanzeberg,
ach, da war ich noch ein Zwerg.
Fahrradsturz und fast ertrunken,
hab die Kindheit durchgewunken.

Erinnerung an junge Frauen
und die Kerle, die mich verhauen.
Bin auf Wiesen aufgewacht,
manchmal war es dunkle Nacht.

Lausitz, oh du flaches Land,
hast mir die Kindheit eingebrannt.
Stehe ich hier an der Spree,
ich dann alles wiederseh.

 
Splitter 09/2016

Nur weil im Kopf ein Reim entsteht,
nenne ich mich nicht Poet,
aber die Melodien der Worte
sind für mich wie Erdbeertorte.
 

 
Herbst 10/2016 – Weltverbesserer

Blätter fallen, Nebelschwaden
lassen uns im Dunste baden.
Auf dem Feld die letzte Gülle
machen jede Nase knülle.

Schau ich raus, glaub ich ganz schnell,
niemals wird es wieder hell!
Will mich vor dem Grau verstecken,
krieche unter alle Decken.

Werde ich dann wieder wach,
haben wir den nächsten Tag,
denn die Zeit verrinnt ja weiter
und zum Glück ist’s heute heiter.

Wir gehen raus bei prallem Wetter,
Sonne scheint auf nasse Bretter.
Unsere Laune steigt nach oben,
so können wir den Herbst nur loben.


 
RSM oder LQG? 12/2016 - Exoten

Es gab einmal ne Zeit,
da gibt es Zeit noch nicht.
Der Knoten ist kein String,
wahrscheinlich ohne Licht.

Es war die Nichtzeit ohne uns,
ihr könnt es jetzt erahnen.
Da war etwas, ich weiß nicht wie,
vielleicht liegt‘s an den Branen.

Das Etwas in dem Riesennichts,
es ist nicht singular.
Eins allein bringt ja nichts,
das ist doch allen klar.

Mannigfaltig polymorph
kann man nicht erkennen,
nur das Grummeln nehm ich wahr,
tut sich durch Räume brennen.

Multipel divergent, trotzdem homogen
und mehr noch als dual
hat Etwas dann beschlossen,
die Nichtzeit ist ne Qual!

Zwei schütteln die Branen,
so dass sie sich beranden.
Einer bewegt das Netz,
so ist die Zeit entstanden!

 

 
Moos 12/2016 – Exoten

Das Moos ist grün,
das Blut ist rot,
der Himmel blau
und du bist tot.

Du liegst hier auf dem grünen Moos,
die Augen groß und weit
und neben dir liegt eine Ros.
Das tut mir herzlich leid.

Geschehen ist es heute Morgen,
die Sonne war schon hell,
die Eltern waren was besorgen
und dann ging es sehr schnell.

Du warst so jung und unerfahren,
so frisch in diesem Leben,
doch dieses birgt so viel Gefahren,
so ist es nun mal eben.

Keine Zeitung wird berichten,
wie dieser Mord geschah,
nur ich tu ihn bedichten.
Es ging mir ziemlich nah.

Bist nur aus dem Nest gefallen,
recht sanft ins grüne Moos,
doch die langen Katzenkrallen
gaben den Todesstoß.

Das Moos ist grün,
das Blut ist rot,
der Himmel blau
und du bist tot.




2017

Schnee 01/2017 – Dunkelheit
 

Weißer Schnee vom Himmel fällt,
kein Kristall gleicht einem Andern,
scheint nicht zu sein von dieser Welt,
kann doch nur dazwischen wandern.

Ach, könnt ich doch nur verstehen,
was mir die Kristalle sagen.
Könnte fremde Welten sehen,
muss doch einen Schritt nur wagen.

In der nächsten kalten Nacht,
Schneekristalle tief im Blut,
bin ich nicht mehr aufgewacht.
Die Idee war nicht so gut.

Weißer Schnee vom Himmel fällt,
kein Kristall gleicht einem Andern,
bedeckt er mich in dieser Welt,
wird niemals dazwischen wandern!


 
Glücklich pur 01/2017 – Weltverbesserer
 
Das Meer, der Wald voll Worte sind
sie schweben durch die Lüfte
und trittst du dann in Hundekot
kommen dazu noch Düfte.

Der Schnee, der heute hier noch liegt,
ist morgen schon zerflossen.
Später mal im Frühling dann
treiben frische Sprossen.

Ich schau mir auch gern Wolken an,
wie sie sich zart umfließen.
Die Welt ist einfach wunderschön,
ich kann es nur genießen.

Ich komm nach Haus und werd geliebt
von Kindern, Frau und Hund.
Wer dies einmal in echt versiebt,
der wird nie mehr gesund.

Ich steh allein hier unter Bäumen
und genieße die Natur.
Lasse die Gedanken träumen
und bin einfach glücklich pur.

 
Frisch 01/2017 – Exoten
 
Mag mich heute gar nicht bücken,
oh, wie schlimm zwickt‘s mir im Rücken
doch mit dem kaputten Knie
komm ich auf den Boden nie.

Rotz tropft aus der dicken Nase,
unten tröpfelt’s aus der Blase.
Auch das Halloweengesicht
gefällt mir gerad im Spiegel nicht.
Gelber Schleim sitzt tief im Rachen,
oh Gott, was soll ich denn nur machen?

In den Hals stopf ich ne Zwiebel,
Schleim stirbt ab, doch mir wird übel.
Der Doktor muss die Spritze zücken
und die sticht er in den Rücken.
Hol die Krücken aus dem Keller
und dann lauf ich wieder schneller.

Soll es aus der Nas nicht laufen,
werd ich einfach weniger saufen
und gegen die gelben Flecken
muss ich mir ne Binde stecken.
Aus meinem Zauberfarbenkasten
tu ich mein Gesicht entasten.

Drei Tabletten für den Job,
manchmal ist’s dort ziemlich grob.
Schaff es pünktlich fünf vor Neun
auf der Arbeit frisch zu sein.

 
Winter 01/2017 – Weltverbesserer
 
Nun ist sie da, die neue Welt,
er hat es doch vollbracht.
So ruhig, still, entspannend schön,
gestaltet über Nacht.

Bis in späte Mittagsstunden
hat er für die Gestaltung Zeit gefunden.
Das, was ich seh, das ist perfekt,
alles unter weiß versteckt.

Dies macht mich leise und bedächtig,
ja, er ist schon ziemlich mächtig.
Seine imposanten Horden
kamen diesmal aus dem Norden.

Ich kann nur ein paar Krähen hören,
dies tut mich nicht weiter stören.
Hier im Wald geschah sein Wille,
er herrscht absolute Stille.

 
Abschiedsdank 01/2017 - Weltverbesserer

Was hab ich mit Gevatter Hein
gepokert manches Spiel,
auch wenn Gevatter stets verlor,
gelacht haben wir sehr viel.

Jetzt hält Hein
mich fest im Arm,
fühl mich geborgen,
mir ist warm.

Zwar geht’s mir
heftig an den Kragen,
doch wollt ich
nochmal danke sagen,

allen Menschen
die ich gerne kenne.
Erwartet nicht.
das ich jetzt flenne.

Es war schön,
den Weg mit euch zu gehen,
wie es weiter geht?
Ich wird es sehen.

Mein Leben
so im Nachhinein
hätt können
gar nicht schöner sein.

Ich musste niemals
Hunger leiden
und konnte mich
stets frei entscheiden.

Ich durfte zwei Mal
Leben geben
und musst es niemals
jemand nehmen.

Ach wie gern,
würd ich jetzt lachen,
und übers Leben
Witze machen,

doch
die letzten Zeiteinheiten
sollten
Demut stark verbreiten.

Sterben manche
mit einem Winseln,
verkneif ich mir
ein freches Grinsen.

 
Dunkel 01/2017 – Dunkelheit
 
Dunstig, dunkel
wird die Sicht,
hinterm Berg schon
ist das Licht.

Schatten
legt sich auf das Land
Helligkeit
ist hier verbannt.

Nur durch
kalten, weißen Schnee,
ich
die Hindernisse seh.

Dunkel, kalt
ist auch mein Herz,
denn so
spür nicht den Schmerz.

Ließ mich
wieder mal betrügen
von deinem
Lächeln, deinen Lügen.

 

 
Gedanken einer bösen Zeit 3 01/2017 – Dunkelheit
 

Hui, was ist denn das da draußen?
Drohnen durch die Lüfte sausen,
lassen die Geschosse starten
und zerfetzen Nachbars Garten.

Heute früh im Morgengrauen
hatten schon Bomber rein gehauen.
Nachbar liegt in seinem Keller,
weil die Bomben waren schneller.

Seine Frau, lodernd in Flammen,
war dort neben ihm gefangen.
Kinder zerfetzten mit Gekreisch,
Luft stinkt hier nach Menschenfleisch.

Jetzt wird es langsam wieder leise,
Drohnen verlegen ihre Kreise.
Kann dem grünen Halbmond winken,
bevor weitere Bomben ausklinken.

Wenn Drohnen weg, fliegen Granaten,
lassen uns im Blute waten.
Landminen und Sturmgewehre
machen ihrem Namen Ehre.

Es spielen Krüppelkinder in Ruinen,
Söldner nur dem Tode dienen.
Flüchten können nur die Starken,
doch tut niemand sie erwarten.

Gut verstreut auf dieser Erde
liegen diese Todesherde.
Kämen sie zu uns nach Haus,
wär es mit unserm Leben aus.

Doch Syrien, Mali, Afghanistan
machen wir uns untertan.
Schießt doch weiter, ist weit weg,
kümmert uns hier einen Dreck!?
 

 
depressiv 02/2017 – Dunkelheit
 
An einem scheißnormalen Tag
die Sonne zwischen Wolken stand.
Es starben Menschen irgendwo
und kamen auch zur Welt.
Dort verbrannten große Wälder,
hier ersoffen Weizenfelder.
Mein Kind hat eine EINS geschrieben
und du wolltest wieder lieben.
Dieser Tag war so normal
doch mir war es scheißegal.

An einem scheißnormalen Tag
die Sonne zwischen Wolken stand.
Das Benzin ist wieder teuer,
das Finanzamt will die Steuer.
Nekrophiler schändet Leiche,
die Armeen tun das Gleiche.
Nachbar schläft mit meiner Frau,
gibt hier keinen, dem ich trau.
Dieser Tag ist so normal,
mir ist alles scheißegal.

An einem scheißnormalen Tag
die Sonne zwischen Wolken stand.
Botenstoffe sind blockiert,
mein Empfinden reduziert.
Auch mein Leben trüb und leer
bringt mir keine Freude mehr.
Ihr schaut entsetzt und mit Befremden,
hab keine Kraft, es zu beenden.
Dieser Tag ist so normal,
mir ist alles scheißegal.
 

 
Sitzung 02/2017 – Dunkelheit
 
Ich Bekloppter geh erneut
zu einem Psychotherapeut,
der erklärt mir ganz beflissen.
Das Leben ist gar nicht beschissen.

Meine Nachbarn seien doch nett,
gehen mit meiner Frau ins Bett,
denn ich tue es ja nicht
und es wäre Gattenpflicht.
Wenn mich niemand kann mehr leiden,
müsse ich mich mal verkleiden.
Ist doch Karneval bald wieder,
könnte greifen in die Mieder
hübscher Mädchen, junger Frauen
und denen mal den Tag versauen.
Bin doch sowieso ein Arsch
und zu den Leuten ziemlich barsch.

Das lass ich erst einmal sacken,
auch Therapeuten können verkacken.
Ich würd ihm gerne eine kleben,
tret aus der Tür, wieder ins Leben!
 

 
Perspektive II 02/2017 – Gefühle
 
Ein Schatten
fällt den Berg hinunter
und dunkelt
tief die Erde.
Ein zartes Pflänzchen
krümmt sich dort,
damit es größer werde.

Ein Schatten
fällt ins Tal hinein,
ich kann
nach oben sehen.
Bin nicht
geblendet von der Sonne,
ich sehe dich dort stehen.

Der Schatten
ist nun wieder fort.
Das Pflänzlein
kann sich strecken.
Doch ohne dich,
komm, sag es mir,
wer sollte
mich erwecken.
 

 
System 03/2017 – Weltverbesserer

Ständig fühl ich mich getrieben
von gar bösen Peitschenhieben.
Das System, in dem wir leben,
sollte niemand gern anstreben,
saugt dich aus bis tief ins Mark.
Du wirst Zombie, es wird stark.
Brot und Spiele, Glanz und Glimmer,
trotzdem wird es immer schlimmer.
Ihre Medien nie verzagen
und wir glauben, was sie sagen.
Manipulation mit Worten
funktioniert doch allerorten.
Sag Regime, dann sind’s die Bösen,
welche wir müssen erlösen.
Sprechen sie von den Rebellen,
soll sich dein Gesicht aufhellen.
Unser Bestes sie nur wollen,
niemand sollte ihnen grollen.
Unverzichtbar sei die Sache,
die die Reichen reicher mache.

Ich freu mich über jeden Tag,
an dem ich so nicht denken mag
und genieße jede Stunde,
hier im Kiez, in kleiner Runde.


 
Mein bunter Drache Rosenstolz 03/2017 – Gefühle

Bei einem Thema über Drachen
erwartet man meist schlimme Sachen,
doch meiner ist für mich ein Schutz,
bewahrt mein Leben vor dem Schmutz.
In seinen Schwingen weich und warm
fühle ich mich niemals gram.

Mein bunter Drache Rosenstolz
beschützt mich und mein Leben.
Er ist aus ganz besonderen Holz,
so wie ich, halt eben.

Mein Drache ist nicht klein
und auch ziemlich schlau,
manchmal nicht ganz fein,
doch er weiß ganz genau,
wie man mich bremst und startet
und was mein Partner gerad erwartet.

Mein bunter Drache Rosenstolz
begleitet mich seit Jahren.
Er war schon zur Geburt dabei,
hab ich von ihm erfahren.

War schon oft ein dummer Tor
und verschloss vor ihm mein Ohr,
doch Rosenstolz ist drachentreu.
Ich mich immer wieder freu.
Sitz ich hier auf seinem Rücken,
kann das Leben nur entzücken.

Mein bunter Drache Rosenstolz
ist ein sehr starkes Wesen.
Er ist aus ganz besonderen Holz
und lässt mich stets genesen.

Trägt er mich auf seinen Schwingen,
könnt ich die ganze Welt bezwingen.
Denk ich traurig, bin allein,
Rosenstolz wird bei mir sein.
Alle Menschen, die mich halten,
meinen Rosenstolz gestalten.

Mein bunter Drache Rosenstolz,
verrückt und polymorph,
ist aus ganz besonderen Holz,
so, wie unser Dorf.
 

 
Rettende 03/2017 Gefühle
 
Immer wenn das Leben quält,
erscheinst du sternengleiches Wesen.
Hast mich vor Allen auserwählt,
immer lässt du mich genesen.

Deine Augen, engelsgleich,
baden meine Seelen weich.
Dein sanfter Blick ist so gesund,
verschließt kosend meinen Mund.

Deine Lippen, diese milden,
seh ich die drei Worte bilden.
Deine Stimme, rau und zart,
schwingt in meinem Knochenmark.

Liebe Finger mich berühren
und mich raffiniert verführen.
Deine Brust beginnt zu beben,
bringt uns beide jetzt zum Schweben.

Dein Leib ist voller süßer Wärme,
von welcher ich in Träumen schwärme.
Dein Duft ist einfach ohnegleichen,
kann auch stets mein Herz erweichen.

Wohlig schön will ich es fühlen,
lässt du deine Zunge spielen.
Dein Haar strahlt voll Sonnenschein,
liebend dring ich in dich ein.
 
Deine Schenkel mich umklammern,
leise tönt dein gurrend Jammern.
Jauchzend kommen wir zum Schluss,
Ende schön des Koitus.
 

 
Abends, nachts 05/2017 – Gefühle
 
Lieg im Bett, es ist sehr still,
auch kein Nachbarschaftsgebrüll.
Neben mir nur weißes Laken,
es kommen die Gedankenkraken.

Dreh mich, wälz mich, her und hin,
alles kommt mir in den Sinn.
Schafe laufen wunderlich,
lässt der Hirte sie im Stich.

Mein Gewissen ist so rein,
müsste eigentlich schlafen fein,
doch in meinem Kopf, dem trüben,
scheinen Panzer gerad zu üben.

Lege ich mich auf den Rücken,
will das Zimmer mich erdrücken.
Atem halten und dann lassen,
nur der Schlaf kann mich nicht fassen.

Augen auf, Augen geschlossen,
in meinem Kopf wird jetzt geschossen.
Würd gern die Gedanken lenken,
einfach nur an gar nichts denken.

Erschlagend unkausele Ideen
fleißig durch den Schädel wehen,
von Sex auf Mond und dann auf Beine,
in diesem Hirn ist nichts alleine.

Wollte gerad die Decke heben,
kommt ein depressives Beben.
Kann nicht wollen, fühlen, wissen,
niemals mehr den Schlaf vermissen.

Ausgelaugt, total erschöpft,
Gedanken sich alleine köpft.
Denk schon nicht mehr an den Schlaf,
nick endlich weg, so ist es brav.
 

 
Entschuldigung 05/2017 – Gefühle
 
Ach, wie gern, würd ich mich teilen,
von Spaß zu Hobby weiter eilen.
Lesen, wandern, Drohnen fliegen
und ein bisschen Sprachen üben,
über das Leben diskutieren
oder nur nach Wolken stieren,
mit Dir kuscheln brav im Bett,
singen wäre auch ganz nett.

Mit meinem Balg, so singulär,
fällt mir das doch ziemlich schwer.
Um mein Leben zu erheitern,
wird ich meinen Geist erweitern,
oktophren und doch zusammen,
da sie ja von mir abstammen.

Lass Dich bitte nicht verwirren,
wenn Gedanken mich umschwirren,
welche nicht zum Thema passen,
manchmal krieg ich’s nicht zu fassen.

 

 
Mein Name ist Legion 05/2017 – Dunkelheit
 
Herr, nachts plagen mich Visionen
von den Reitern ohne Gnad
soll Angst in unseren Köpfen wohnen
doch aus dieser wächst Verrat

für die vermeintlich bessere Welt
sah ich, sich Engelsheere schlugen
Dogma, Hoffnung, Glaube, Liebe,
sie schwer auf ihren Schultern trugen

in diesem Engelsschargemenge
sah ich keine Emotionen
nein, sie kämpften wie Maschinen
hochgezüchtet Killerdrohnen

es floss Blut in viele Seen
dann ertönten die Posaunen
und das Schlachten kam zum Steh’n
durch die Heere ging ein Raunen

Ich sah Dich, oh welch ein Jubel,
durch die Engelsscharen schreiten
Liebe, Zorn erkannt ich nicht,
wertneutral nach allen Seiten

Endlos das Gemetzel weiter,
niemals scheint die Schlacht gewonnen,
Gut und Böse gibt es nicht,
Hoffnung niemals ganz zerronnen

Ich wache auf und geh ins Licht,
schaue auf die heile Erde,
aus den Augen fließt mir Trauer,
ich Dich nie erkennen werde.

So friedvoll herrlich diese Welt,
spür die Trauer mich zerfetzten,
stumpf mich ab, ich leide,
denk ich an Syrien mit Entsetzen.
 

 
Suche 09/2017 -Gefühle

Einst wollte ich mich selber suchen, doch stand ich mir im Weg.
So konnte ich nur lauthals fluchen und lief mich einfach um.

Ich zog hinaus nun in die Wälder mit meinem Bruder Wolf,
wir mieden stets die Güllefelder, blieben unter grünem Dach.

Dort draußen fand ich nun die Stille ohne suchen.
Nicht viel braucht ich zu tun, ging einfach in mich rein.

Obwohl ich gar nichts fühlte, da war nur große Leere,
ich immer weiter wühlte, in mir nur dunkle Angst.

Ganz tief in mir total verlaufen, überfällt ein schwarzes Grauen,
würd mir gern die Haare raufen, bin doch nur Geist, nur Schein.

So böse, so dunkel, so leer fühl ich mich in mir
und fühle gar nichts mehr, nicht mal Angst und Grauen.

Da ist kein Wille, der mich lenkt, Zeit ist bedeutungslos,
sehr ulkig, wenn ich so bedenk, dass Uhren heilig sind.

In meinem Nichts hing ich nun fest und fand auch nichts dabei,
doch irgendwo ein fühlend Rest hatte noch Ambitionen.

Dal niente wurde schreien in dieser tiefen Leere.
Trotzdem war ich allein, niemals ich mich bekehre.
 
I.
Das Kreischen wurd melodisch und mit der Zeit
kam auch der Takt methodisch, war dafür nicht bereit.

Plötzlich warst da auch noch du, du nahmst mich in den Arm,
du hörtest diesen Tönen zu, mir wurde wieder warm.

Du zeigtest mir den Weg hinaus, wieder in das Leben.
Du nahmst mich mit zu dir nach Haus, in mir ein heißes Beben.

Du hast mich auserkoren, traurig aber ist,
bist aus mir selbst geboren mit dipolarer List.

II.
Das Kreischen wurd melodisch und mit der Zeit
kam auch der Takt methodisch, war dafür nicht bereit.

Plötzlich warst da auch noch du, mein großer Bruder Wolf,
wir hörten dieser Musik zu, du tanztest wie ein Elf.

Ich setze mich auf diese Schwingen, Melodeien wundersam,
wir übertrumpften uns beim Singen, wir wurden selbst Musik.

Ängste, Trauer, Emotionen wieder konnte zeigen,
selbst Liebe wollte wohnen und auch wieder Leiden.

Ich ließ mich verwöhnen, mein Körper ganz entspannt
von diesen wundersamen Tönen, und fand aus mir heraus.

III.
Ein Schatten sich zu mir gesellt, sein Knurren macht das Schreien still,
das Dunkel ist nun grau erhellt, Geistbruder Wolf ist drachentreu.

Bruder Wolf mich hier gefunden, ich mich an ihn schmiege.
Wir zogen viele schöne Runden, mehr selbstlos als mit Liebe.

Er gibt mir das Selbstvertrauen, gerade an schlechten Tagen,
das Schlechte zu verdauen, mich mit der Welt vertragen.

Mir selbst bin ich doch scheißegal, da gibt es nichts zu finden.
Du füllst mich aus so anormal, in Wohlgefallen winden.

Aus Dir zieh nun meine Kraft mich hier heraus zu winden.
Dank Bruder Wolf hab ich’s geschafft, bin wieder in der Welt.

 

Einsicht? – 08/2017 – Gefühle

Weiß manchmal nicht, wie’s funktioniert,
doch funktionier ich noch,
der Tag vergeht so irgendwie,
mein Geist liegt tief im Loch.

Kann mich von außen seh’n,
Geist löste sich vom Leib,
will jetzt nicht mehr bei mir steh’n.
Es liegt wohl an der Zeit.

Mein Geist ist plötzlich überall,
drinnen und auch draußen.
Ich die Wesen überfall,
die im Walde hausen.

Mein Körper steht allein im Wald,
ich selbst steck ganz tief drinnen,
dem Körper wird es langsam kalt,
die Stunden, sie verrinnen.

So leer, so leicht, geht’s mir nur hier,
was schert mich da mein Fleisch.
Was schert der Kommentar von dir,
alles nur dumm Gekreisch!

Ich tausch mich aus mit Mutter Eiche,
sie ist schon über hundert Jahr,
sie sah so manche Menschenleiche
und auch die äsend Krähenschar.

Mein Geist werde verdampfen,
der Körper bliebe leer,
gehörte zu den Menschen,
das Leben ist halt schwer.

Ich kriech zurück in dieses Fleisch
mit großem Unbehagen,
geh‘ zu den Menschen wieder,
versuch‘, nicht zu verzagen.
 

 
Septemberwolf 09/2017 - Weltverbesserer

Draußen Sturm und Regen,
drinnen mollig warm,
doch Wolf muss sich bewegen.
Wir starten in den Wald.

Mein Hügel hat nen Gipfel,
auf dem ich gerade steh‘.
Der Herbststurm tobt durch Wipfel,
die lassen’s einfach zu.

Verweil‘ unter der Buchenkron‘,
gleich am Hornissennest.
Sie nimmt mich auf wie einen Sohn,
der Regen trifft mich nicht.

Mein Wölfchen will nur spielen,
die Eiche hat Erbarmen,
armdicker Ast, ohne zu zielen,
landet vor meinen Armen.

Es leuchten seine Lichter,
dies wird seine Beute,
wird das Gehölz auch dichter,
er holt es wieder raus.

Wie ein borelischer Gepard,
der Ast fliegt durch die Lüfte,
stürmt er durch das Dickicht hart
und trägt die Beute heim.
 

 
Flat Line 09/2017 – Exoten

Ich war so schlapp, ich war so müde,
ganz ohne Energien,
nur noch Kohlendioxide,
mein Herz blieb einfach steh’n.

Ich dachte noch, das kann nicht sein
und war doch einfach tot.
Nicht Energieverlust allein,
auch Masse die verflog.

Ich weiß auch nicht, wie es geschah,
war nun ein Tachyon,
war plötzlich überall ganz nah.
Ich wurde Zeitspion.

Mal iso- und mal polymorph
sah ich die Tori kreisen,
nur dort, wo alle sich berührten,
sie auf 5D verweisen.

Vielleicht war’s auch ein Kollapsar,
ich selbst war diachron,
Erscheinung einfach wunderbar
mit jenzeitigem Ton.

Die Tori selbst, gerollte Branen,
schafften nur die Vierte,
doch könnt es sein, ihr könnt’s erahnen,
dass dieser Raum gelierte!?

Zeit floss in allen Dimensionen
fraktal, gestaucht, mal linear,
gelegentlich in Abstraktionen,
nicht gerad‘ berechenbar.

Ich sprang umher in Überzeit,
gern gestern und dann morgen,
verlassen hat mich dann mein Schneid,
Fraktum wird mich entsorgen.

Mein Bremsen ließ ne Sonne dunkeln,
Schwarzloch gab mir Masse,
Strom ließ meine Augen funkeln.

„Sie sind in welcher Kasse?“

 

 
Befreiung 09/2017 – Gefühle

Du schlägst mir auf den Kopf,
du schlägst mir auf den Magen,
du schlägst mich nur mit Worten,
ich kann es nicht ertragen.

Du sagst, du willst mir helfen,
du tätest mich doch lieben.
Mein Weinen ist erloschen
unter deinen Hieben.

Ich fühle mich so schuldig,
obwohl ich es nicht bin.
Der Vorwurf deiner Worte
ergibt nicht wirklich Sinn.

Ich weiß nicht ein, ich weiß nicht aus,
muss mich doch entschließen.
Ich fasse endlich den Entschluss
und tue dich erschießen.

Ein Richter mich arg tadelt,
man tut nicht solche Sachen.
Ich sitz jetzt hinter Gittern,
kann endlich wieder lachen.
 

 
Neue Weltformel – 10/2017 – Exoten

Ich wollt es nicht, ich wollt es nie,
doch Vakuum ändert seine Energie.
Dies tut es gerade nicht spontan,
ich machte es mir untertan
und in Jetztzeit gleich synchron
wurde ich zum Tachyon.

Lief der Jetztzeit schnell davon,
ich empfand es antichron.
Im Rückwärtsgang konnte ich schauen,
wie die Goten Römer hauen,
wie die Erde den Mond verschluckt,
aus sich heraus die Theia spuckt.

Ich sah so viel, beschreiben kann ich’s nicht,
irgendwann gebremstes Licht,
schlüpfte schnell in einen Knoten,
erhöhte dort die Spin-Schaum-Quoten,
fand einen String zum Ausprobieren,
musste mich erst mal orientieren.

Sause durch den Twistorraum,
erkenn im Schaum den Spinor kaum.
Betrete Räume ohne Zeit,
fast schon macht sich Stasis breit,
zum Glück war ich autochron,
komme schadlos noch davon.

Find eine Welt mit Dimensionen,
in welcher keine Wesen wohnen.
Vakuum auf Hochniveau
setz ich runter sowieso.
Um meinen Zeitzustand zu senken,
muss ich erst ins Black Hole lenken.

Aus White Hole flieg ich, Tardyon,
in eine neue Welt davon.
Mach sofort Riesenkrawall,
starte den Vakuumzerfall,
als endlich weg das Weltraumfieber,
find ich mich hier am Schreibtisch wieder!

 
Nach Unten 11/2017 – Dunkelheit

Draußen weicht die Wärme,
in mir ist es kalt,
grollen durch die Därme,
so werd ich nicht alt.

Hirnbalken wird blockiert,
denk nur mit linker Seite,
die Wirklichkeit erfriert,
mit mir selber streite.

Ja, das Loch ist weit noch offen
und mein Herz ist leer,
brauch nicht mehr auf Liebe hoffen,
denn du kannst nicht mehr.

Dieses Loch fängt an zu saugen,
bin ein leichtes Ziel.
Zuerst verliere ich die Augen,
ist kein schönes Spiel.

Deine Hände, die du bietest,
sind mir unsichtbar.
Selbst wenn du mich nicht verrietest,
bin ich unhaltbar.

Niemals hab ich mich getraut,
zu sagen, was ich liebe,
Sonne wärmte mir die Haut,
jetzt gibt’s dafür Hiebe.

Dieses Loch saugt mir das Fell,
gar nichts mehr ich fühl.
Ohne Augen wird’s nicht hell,
ohne Haut noch kühl.

Nette Stimmen wollen locken
mich aus diesem Schlund.
Meine Ohren einfach blocken,
Lauscher werden wund.

Pheromone mich erreichen,
kann sie nicht mehr deuten,
Hirn ist jetzt voller Leichen,
Totenglocken läuten.

Kann nicht hören, fühlen, sehen.
Bin nun fern vom Leben.
Ihr könnt euch wenden oder drehen,
hab mich aufgegeben.

 

 
Wintergassi 12/2017 – Weltverbesserer
 

Der Tag ertrinkt in furchtbar grauen Schwaden.
Mein Mut versinkt. Es ist kaum zu ertragen.
Steh weiß im Wald und bin so blind.
Mir ist so kalt. Es weht kein Wind.

Nur Krähen krächzen mir am Ohr, ansonsten ist es still.
Fast kommt es mir idyllisch vor. Das ist, was ich will!
Die Fährten zeigen Rehe an. Sie sind auf Nahrungssuche,
zerwühltes Weiß, kaum Blätter dran, neben der nackten Buche.

Unter Eichen gelber Schnee, aufgedeckte Wiese,
helfen doch bestimmt dem Reh, auch wenn ich jetzt niese.
Kein Druck und kein Gehetze, nur Wölfchen will noch spielen.
Sind nur Naturgesetze. So kann ich wieder fühlen.

 

 
Angst 12/2017 - Dunkelheit

Mein Name ist, wie du mich nennst.
Es ist egal, ob du mich kennst.

Ich komm zu dir, wann ich es will
und dann steht dein Herz dir still.

Eng wird dir nun deine Brust,
absolut Kontrollverlust.

Ich komm am Tag, komm in der Nacht.
Anfangs hast du noch gelacht.

Du hast mich noch nie gesehen
und du wirst es nie verstehen. ………..