Drachenrose
006019

Steinlicht


Grundlage aller dieser Zeilen ist eine schizoide Anamese mit leichter Psychopharmakaunterstützung.
Dunkle Hoffnung 06/2013 - Dunkelheit
 

Schwarzes Loch im Kopf gesprengt,
hat mir auch das Herz versengt,
und aus diesem, ganz tief drinnen,
blumig schöne Worte rinnen.
Nur aus der verschmorten Kammer
sabbert dunkles Weltgejammer.

 

 
Ausbruch        06/2013
 

Mir fehlt das Fotoalbum mit dem silbernen Knopf,  
deswegen hab ich keine Bilder im Kopf.,
doch les ich meine eig’nen Zeilen,
muss ich länger meist verweilen.,
denn alte Bilder steigen auf
und das Gefühl nimmt seinen Lauf.

Tränen, Wut erbricht und ins Herz zieht ein die Gicht,
möchte killen, möchte töten
und tu nicht vor Scham erröten.

 

 
Herzmelodie    06/2013
 

Hab mein Herz verloren                    
Hab es nie gesucht
Hab den Inhalt nie vermisst

Hatte die Melodie verloren
Die es mit Liebe füllt
Tumb lief mein Leben wieder

Mein Drache fand mich wieder
Er trug die Melodie
Die mich durchdrang

Die Melodie, sie spielte mich
Und trug die Sehnsucht hoch
Das leere Loch fing an zu schmerzen

Ich spielte selbst die Melodie
Bis es mir tief die Brust zerriss
Eine Amsel flog heraus

Hab mein Herz gesehen
Es lag allein im Wald
Unter einem Amselnest

Hab mein Herz gefunden
Es lag auf meiner Fensterbank
Die Amsel saß daneben
Und ich spiel die Melodie.

 

 

 
Tumb   06/2013
 

Dein Haar                              
Es weht so leicht im Wind
Ich steh hier wie ein Klotz.

Dein Zwinkern
Zeigt mir Freundlichkeit
Beweg mich keinen Schritt

Dein Lächeln
Steht voll Liebe da
In mir taut kein Eis

Die Worte
Die Du schmeichelnd rufst
Prallen an mir ab

Dein Gehen
Als Selbstschutz von mir weg
Bemerkte ich zu spät

 

 
Veränderung   06/13
 

Hätt nicht gedacht
Das dies noch geht,
doch fühl ich wieder Schmerz,
denn schließlich
bin ich cool und hart,
aus Stein ist doch mein Herz.

Doch ist es jetzt
Der Bauch der spricht
„du bist wieder allein!“
Es war so schön
Geliebt zu werden,
so sollt es immer sein.

 

 
Harphilfe         (06/13)
 

Tränen laufen ungezwungen
mein Herz geöffnet weit
die Harp gepresst
an meine Lippen
gibt mir dann den Rest

die Töne öffnen
weit die Pforten
das Elend kommt heraus
und ist der letzte Ton entschwebt
mir es auch wieder besser geht.

 

 

 
Mein Schatz   (06/13)
 

Es läuft,
es fließt,
die Feder kratzt
auf schmutzigem Papier.
Der Kopf,
es schüttelt Silben raus,
ein schlimmes Wortgetier.

Die Hand agiert,
der Finger schreibt,
es fügt sich
Satz für Satz.
Zum Schluss
steht dort ein Ungetüm,
trotzdem
mein größter Schatz.

 

 
Genuss            (06/13)
 

Der Harp entfleucht

Ein jammervoller Ton,

dann kommt der Takt,

und Ton und Takt

verwirbeln sich,

entstehen neu und fließen

und meine Seele

schlüpft hinaus

und setzt sich drauf.

Ich kann es nur genießen!

 

 
Zuflucht          (06/13)
 

Ich will
das Elend nicht mehr spüren,
sonst bringt es mich noch um.
Hier drinnen
ist’s so kalt,
wir rennen heulend in den Wald.

Das Bächlein murmelt leise,
die Bäume raunen weise.
Die Vögel zwitschern ihr Revier,
die Blätter streichelt sanft der Wind.
Der Farn neigt sich zur Seite
und führt uns
zu dem sanftem Moos
verschwunden
sind gleich Hemd und Hos.

Dein Schweigen ist belebend.
Mein Atem verläuft bebend.

Die Zuflucht
hier  …in uns … im Wald
tankt in uns die Kraft

Da draußen zu besteh’n.

 

 
Gedanken einer bösen Zeit 2  (07/13) - Dunkelheit
 

Durch die Zeit treibt mich der Fluch
Eigentlich hab ich genug.
Syrien ist dran bluten,
Menschen sind Euch scheißegal.

Mali stinkt vor Wahnsinnseiter,
doch Ihr tötet einfach weiter.
In Libyen Gadafis Erben
Streiten um ein Haufen Scherben,

schau ich nach Afghanistan,
tun mir leid die Taliban.
Es geht um „Demokratieexport“,
niemand glaubt Euch dieses Wort.

Sudan, Iran, Kuba und Jemen
Wollt ich nur nebenbei erwähnen.
Cobalt, Steine, Öl und Gold,
das ist alles, was Ihr wollt.

Snowden, Manning wollt vernichten,
weil sie über Euch berichten.
Gibt nur eine Frage, die sich stellt,

seid Menschen Ihr
… von dieser Welt?

 
perfekt (07/13) - Dunkelheit
 

Die Nacht
liegt nackt und bloß vor mir,
ganz leise rauschen Wälder.

Die Wolken
träge, schwer, verharren auf dem Fleck.
Im Dunkel liegen Felder.

Die Eule
schwebt samtweich dahin,
schlägt lautlos ihre Beute.

Die Welt
erscheint mir gerad perfekt
ohne die Menschenmeute.

 

 
kaputt (07/13) - Gefühle
 

Zerstört am Boden

Mauer kaputt

Herz aufgerissen

heraus rinnt der Schutt

heraus rinnt auch Freud

hatte sie nie vermisst

stupid funktioniert

wie das Leben so ist

 

 
Problem (07/13) - Exoten
 

So gern

würd ich

mich in Dir versenken

doch gibt’s da ein Problem

und das ist

mein Kopf

auch du

würdest gern mir

die Freude jetzt schenken

doch gibt’s da ein Problem

denn du

hängst am Tropf

 
für immer (07/13) - Gefühle
 

presse mich an dich

ohne zu fordern

für immer

für ewig

genieß deinen Leib

 

du atmest tief durch

und kannst nur erschauern

für immer

für ewig

erlebe es Weib

 

im Kopf

überschlagen sich die Gedanken

für immer

für ewig

so kann es nicht sein

 

nimm mit den Genuss

die Gefühle Gedanken

für immer

für ewig

geschrieben in Stein

 

 
Vereinigung (07/13) - Weltverbesserer
 

Sitz am Wasser stundenlang,

das gibt mir jetzt die Ruhe.

Die Melodie verklingt ganz einsam,

doch niemand hört hier zu.

'ne Trommel gibt den Takt zu,

ein Chor noch den Gesang

und eh der Bach zum Flusse wird,

vereinigt sich der Klang.

Der Bach nimmt alles gerne auf

und trägt es in die Welt.

Im großen weiten Meere dann

den Fischen dies gefällt.

 

 
Stolz (07/13) - Weltverbesserer
 

Das Bächlein murmelt leise,

die Bäume raunen weise.

Die Vögel zwitschern ihr Revier,

die Blätter streichelt sanft der Wind.

Im Wald

ist es so schön,

erzählt dir jeder Mensch.

 

Dein Magen krampft

schon wenn du daran denkst

und doch

stehst du jetzt hier

im Wald.

Dunkle Nacht,

die Vögel schlafen,

nur du

und der dunkle Wald.

Du willst schreien,

du kannst nicht.

Du willst weg laufen,

du kannst nicht.

Dein Atem flach,

dein Puls geht hoch und runter.

 

Meine Hand ohne Stimme

gibt dir

die Kraft

weiter zu gehen.

Dein erster Schritt

macht dir Mut

und mich

stolz.

 

 
Unglaube (07/13) – Dunkelheit
 

Ich schau

in deine Augen

und ich kann

es nicht glauben.

Diese strahlen

vor Liebe.

Ich verteile gleich

Hiebe,

so etwas kann's

doch nicht geben

in meinem

Scheißleben.

Alle wollen mich besiegen,

wie kannst du mich dann lieben?

 

 

(geschrieben zur Refrainmelodie Max Herre - Wolke 7)

 

 

 

 
Widerspruch (07/13) – Dunkelheit
 

Superhimmel, Sonne lacht,

der Tag erstrahlt im Licht,

Menschenmassen gut gelaunt

bevölkern diese Stadt.

Ich hänge mittendrin.

Lächelfratze im Gesicht

und könnt mich übergeben.

 

Die Menge tobt,

die Menge lacht,

ein Wetter,

wie sie’s mögen

und ich weiß nicht,

was ich hier mach,

bin stets am überlegen.

 

Den Massen

geht es richtig gut.

‚ne Stimmung

Zum genießen

und ich steh hier

im Freundeskreis

und fühle mich allein.

 

 
Musik (07/2013) – Weltverbesserer
 

Die Technik,

die ich gut beherrsch,

Gefühle nicht zu zeigen.

 

Das Schlimme ist,

die Technik herrscht,

ich kann’s gar nicht vermeiden.

 

Das einz’ge Loch,

das ich gefunden,

erspart mir jeden Krieg.

 

Der Kopf wird frei,

mein Herz, es lacht

zum Klange der Musik.

 

 
Sand (07/13) – Weltverbesserer
 

Ein Klotz aus Stein

geht seinen Weg

und walzt hier alles platt.

 

Ganz sanft

hast du sein Herz berührt.

Er hat es nicht gespürt.

 

Der Klotz aus Stein

schön weiter geht,

die Kanten werden rund.

 

Ganz sanft

hast du sein Herz berührt.

Er hat es nicht gespürt.

 

Der Klotz aus Stein

nun plötzlich steht

und Risse zeigen sich.

 

Ganz sanft

hast du sein Herz berührt.

Er hat es nicht gespürt.

 

Der Klotz aus Stein

ganz leis erbebt,

verrieselt sich als Sand.

 

Ganz sanft

hast du sein Herz berührt.

So hast du ihn verführt.

 

 

 
Mein Drache (07/13) – Gefühle
 

Mein Drache schläft fest,

hab ihn sehr erschöpft

mit meinem durchgeknallten Leben.

 

Mein Drache hat alles gegeben,

um mich zu retten,

fast war es jetzt zu spät.

 

Hab endlich erkannt,

was ich ihm verdanke,

dem lieben drachentreuen Herz.

 

Jetzt wird ich ihn pflegen,

genießen die Stunden,

zu zweit in allen Lebensrunden.

 

 

 
Angst (07/13) - Weltverbesserer
 

Jetzt habt ihr mich umzingelt,
geh weinend in die Knie,
bedecke meine Augen,
schreie wie ein Vieh.

Den Nacken tief gebeugt,
erwarte ich eure Prügel,
passieren tut noch nichts.
Mir wird trotzdem übel.

Blinzle durch die Hände,
Stiefel stehen dort,
bereit mich zu zertreten.
Ich will hier nur fort.

Die Stille macht mir Angst.
Ich will hier nur weg.
Die Stiefel bleiben stehen,
rühr’n sich nicht vom Fleck.

Hab jetzt aufgegeben,
schau euch ins Gesicht
und seh das erste Mal
in euren Augen Licht.

Das mich wärmt und hält,
das mich liebt und schützt
und frage mich allmählich,
wem meine Blindheit nützt.

 

 
Spiegel (07/13) - Weltverbesserer
 

Schau in eure Augen
und hab mich selbst erkannt.
Wie blind bin ich bisher
Im Leben rum gerannt.

Was hat mich so geblendet?
Was stumpfte mich so ab?
Wie konnte ich so fallen,
mich fühlen wie im Grab?

Eure Augenspiegel
mit Feuer und mit Glanz
zeigen einen Engel
Im lust’gen Lebenstanz.

 

 
Urteil (07/13) - Gefühle
 

Ich bin auf meiner Wiese.
Ich lieg auf meiner Bank.
Mein Blick kann frei hier schweifen.
Im Kopf bin ich noch krank.

Erinnere mich an Zeiten,
die’s lange vor mir gab.
Ich kann’s zwar nicht begreifen,
doch vor mir liegt ein Grab.

Darin hatt ich verscharrt
den ganzen Hass, den bösen.
Ich hoffte mal ganz stark,
das könnte mich erlösen.

Ich hab gesammelt Liebe pur
in all den ganzen Jahren,
doch davon gibt es nicht genug,
so musste ich erfahren.

Ich hatt gehofft im Lauf der Zeit
den Hass mit Liebe aufzuwiegen,
doch war es ziemlich aussichtslos,
Liebe war kaum zu kriegen.

Die Zeit ist um, der Richter kommt
und packt aus seine Waage.
Voll Demut und voll Traurigkeit
Sein Urteil ich erfrage.

Er nimmt die Liebe und den Hass,
die Waage steht bereit.
Ich schließ die Augen, neig das Haupt,
der Richter lässt sich Zeit.
 

Der Hass wird ausgewogen,
die Liebe nebendrauf.
Der Hass, er steigt nach oben,
die Augen werden groß.

Der Hass war aussichtslos und leer,
die Liebe voll … und schwer.

 

 
Sommernacht (07/13) - Dunkelheit
 

Ich lieg im Bett
Ich hör dich kommen
Nackenhaare sträuben sich

Berührst meine Schulter
Gehst an mein Ohr
Mein Körper ganz verkrampft

Kann dich nur spüren
Ich seh dich nicht
Wie soll das weiter geh’n

Den Hals hast du dir ausgesucht
Ich spür dein Saugen kaum
Doch es erregt mich sehr
 
Ich mach dich kalt
Ich mach dich platt
Du blutsaugendes Mückenpack

 

 
Erkenntnis (12/13) – Dunkelheit
 

Weheklang und lautes Schreien
kommt aus meinen Ländereien,
passiert sind dort gar böse Sachen,
angerichtet von dem grauen Drachen!

Aus den Bergen kam er her,
wo der Himmel dunkel schwer.
Um mein Land nun zu befrieden,
muss ich dieses Tier besiegen.

Ich legte an Helm, Panzer, Schwert
und stieg auf mein weißes Pferd.
Durch mein jetzt karges kaltes Land,
verödet, verdorrt, verbrannt,
ziehe ich auf öden Wegen
diesem bösen Tier entgegen.

Dreckig Wasser, trocken Brot
bewahrt Ross und Reiter vor dem Tod.
Morpheus flieht mich in der Nacht,
das Leid hätt’ mich fast umgebracht.
Fange an, zu fantasieren,
von gar vielen grauen Tieren

und sie fangen an zu sprechen:
„Nein, wir wollen uns nicht rächen!
Doch du kannst uns nicht besiegen,
musst dich erst mal selbst befrieden!
Wird nur eines durch dich sterben,
wirst du seine Qualen erben!

Solltest du uns alle töten,
geht dein Leben auch gleich flöten!
Wir sind du und du bist wir,
nicht nur irgendein Getier,

bist du nicht im Gleichgewicht,
gönnen wir dir Ruhe nicht!
Hast du es endlich doch gefunden,
beenden wir die bösen Runden.“

Wachte auf und kniete nieder,
Demut fuhr mir in die Glieder.
Wachsam, achtsam – Körper, Seele,
auf das mich nun nichts mehr quäle,
sollte doch mein Leben laufen.

Weiß nur immer noch nicht, wie?