Drachenrose

Exoten und Fantasie

Drachenerde


Offenbar mich
hier euch allen,
doch es muss euch nicht gefallen.
Trifft mich wieder
Schicksalsgicht,
schreibe ich gleich
ein Gedicht.
Aber auch an schönen Tagen
will die Feder nicht verzagen.



tolerierte Akzeptanzen (10/93)


Schwarzgemufftes Rumtata, girlgegeiltes Hahaha,
nachgesumpfte Gladiolen schleichen sich hinweg.
Kaltgestopfter Reichsverweser schaut hinab zum Uterus,
Vagina sei Dank, trotz allem,
er entflieht zum Bruderkuss.

Eichelart’ger Phallusschädel, samenhaftes Vertiko,
blaugeschmackte Eichelechse zuckt zurück.
Ich weiß nicht wo.
Wahngedanken dottersteif schwingen sich empor,
hyperbandsensible Nikotine schluchzen hinterher.

 

Stefan Striesow
ÖkoGruppe Spreewald

Langeweilegedanken (11/93)


Wer bin ich? Doch warum auch nicht?
Hier und heute stellt sich doch die Frage,
und wer wollte das bestreiten?
Getunte Augioten sagen nichts.
Ich bin, also muss ich koten!
Mutter und Vater zeugten mich,
hoffentlich hat wenigstens das Spaß gemacht.
Die Buche schlägt zurück,
wieder ein Autofahrer weniger.
Unvermeidlich - die Ökostrophe ohnegleichen.
Doch das ist es, was mich ausmacht.
Schneller denken, als sprechen,
biologisch abbaubar zu 99 Prozent - ScheissAmalgan!
Wo ist die nächste Politiker-Recycling-Anlage?
Ich fühl mich wohl...
 

K.Putt
Aktionsgruppe Volxsport

OB is O.K. (02/94)


Schwarzrotbraun dröhnt die Vision,
küsst mich hier und dort.
Lockend grinst der Steuerfraß. Autofahrermord?
Denkst du, ich will dir was sagen?
Körpersprache schmerzt mit Faust.
Glibberigrot rinnt es heraus,
strotzend lebend Saft;
ob mit Stöcken oder Steinen
irgendwann platzt jeder Kopf!
Aber wann platzt euch der Kragen?

Voll Hass ist diese Welt gepumpt,
der Deibel hat sich nicht gelumpt.
Effektive Menschizide machen wir doch selbst!
 

Gustav Geier
Institut: Pandora lebt!


35 Millionen (09/94)


Hätte ich den Jackpot
schon heute in der Tasche,
würd ich nur noch blöde tun
und streute fleißig Asche.
Die Welt ist ja sooo schlecht,
ich wäre noch viel schle(ä)chter!
 

Kunter Kinte
DSDt. Grüner Punkt für alle!

das Gespräch (??/88)


das Gespräch (vor mehrerereren Jahren) (00/88)

G: Solch einen Scheiß wollen Sie mir zurückgeben, der Wiederver­kaufswert ist ja schon unter Null gesunken! So etwas verdrecktes habe ich schon lange nicht mehr gesehen, das stinkt. Wie haben Sie in der kurzen Zeit das Ding so runterwirtschaften können? Hatten Sie einen Unfall?

M: Nur ein paar kleine Bagatellschäden,schon lange wieder repariert. Wir hätten es ja noch ein Weilchen behalten, aber das Verdeck ist kaputt, die Klimaanlage spinnt total und bekommen den Dreck nicht mehr weg.

Im Leasingvertrag stand doch drin, das wir ohne Aufpreis tauschen können, wenn uns das Modell nicht mehr zusagt.

G: Ja leider, ein Eröffnungsangebot, ich meinte damit aber nicht, das Sie das Modell selbst zur Sau machen.

Na gut, Sie können sich ein neues Modell ohne Aufpreis aus-suchen. Was hätten Sie denn diesmal für Vorstellungen?

M: Also, das Raumangebot war gut, aber ein stabileres Verdeck müßte es sein, wir hatten andauernd Sonnenbrand. Die Klimaanlage müßte mehr aushalten, haben Sie auch selbstreinigende Modelle?

G: Sie hatten doch eins, aber was zuviel ist, ist zuviel! Aber OK, also UV versiegelt, Klimaanlage, selbstreinigend können Sie haben, dort schweben ein paar Modelle.

Sie könne sich eins aussuchen, aber beim nächsten Mal können Sie sich mit Ihrem Drecksmodell begraben lassen.

M: Jaja, ist schon klar. Oh, das sieht ja Spitze aus, ein Superblau, UV versiegelt, Klimaanlage auf jedem Platz vierfach verstellbar und selbstreinigend, Super, das nehmen wir!

Wie heißt es denn?

G: Modell “Erde”!
erde







Egoman (12/97)


Es geht nicht um die Wirklichkeit,
auch nicht um Realität,
sondern um die Welt, wie ich sie sehe,
und nicht, wie ihr sie seht!

Ich will euch nur die Augen öffnen
für Nuancen, die’s nicht gibt.
Habt ihr keine Sinn dafür,
dann lasst es einfach sein.

Das Leben ist wie Karneval,
jeder Tag verrückt.
Man muss schon viel verrückter sein,
damit es einen entzückt.

 

Miro
Lebensfanclub LFC eV


der Ring der Gegenzeit (04/98)


So schnell verströmt die Zeit
und niemand hält sie auf.
Wo war mein
point of no return?
Wie ändre ich den Lauf?

Wie oft kamen die Weichen,
ich folgte unbeirrt.
Doch ging ich immer richtig?
Ich bin total verwirrt.

Out of the dark, into the light,
dies singt sich ziemlich leicht,
doch the darkness hüllt mich ein,
my brain ist aufgeweicht.

Die Kondition sinkt ab auf Null,
den Ausweg such ich jetzt.
Ich springe in die Gegenzeit
und sehe
deine Wesenheit.

Glücklich (06/98)




Kerzen leuchten warm
schau mir in die Seele
nehmen uns in den Arm
auf das uns nichts mehr quäle
Wangen werden salzig
Lippen brennen heiß
Gestammel
erreicht das Ohr

Herzen pumpen
roten Saft durch uns're Leiber
dein Keuchen
macht mich rasend
nun endlich
ist der Punkt erreicht
geben uns die Nadel.


Stillleben 02/2002


Der Mondschein schien
am Mittagstisch.
Das Essen
ist nicht mehr so frisch.

Ein Schädel
ruht schon auf dem Boden,
er thronte mal
am Tische droben.

Zerbröselt sind auch
Speis und Teller,
die Zeit vergeht nun
wieder schneller,

weil keiner ist,
der sie noch misst.
Der Mondschein schien
am Mittagstisch.


Parabelfabel (12/95)


Einst traf das BöseSelbst das GuteIch und trat es in den Putt. Da schwoll der Putt an und wurde so groß wie das GuteIch. Nun trennten sich beide und weil der Putt ein K aufaß, entstand daraus das Kaputt. Das GuteIch aber sprang vor Wut dem BösenSelbst auf den Rücken und kämpfte so lange mit ihm, bis sich das Böse vom Selbst trennte. Das GutIch nahm das Selbst auf und wurde zum GutenIchSelbst.

Doch das Böse begegnete dem Kaputt und nachdem sich beide zum BösenKaputt addierten, kam eine Potenz des Weges und transformierte sie zum Chaos.

Seitdem: Jedesmal, wenn das GuteIchSelbst sich Selbst vergisst, dann wird es gleich ein Chaos.

der 6. Prim 04/15


Um Dreizehn steht an einem Hügel,
davon wird ihm furchtbar übel,
denn der Hügel ist nicht klein
und Dreizehn kann nicht größer sein.

Er blickt sich um, ganz fragend.
Er hielt sich stets für überragend.
Dies war schließlich sehr erlabend.
Traurig ging er in den Abend.

Jetzt schlägt's dreizehn, ruft der Prim,
doch wir lassen ihn
jetzt zieh'n.


lieber Hören?  

die Maus 08/2015


Es war einmal vor langer Zeit
ne Maus im Wald, der war es kalt.
Das lag am Schnee, der lag sehr breit.
Das war einmal vor langer Zeit.

Der Schnee lag breit, die Winde wehn,
die Nacht war schwarz, sie konnt nichts sehn,
auch nicht die liegend lauernd Katz
mit ihrer krallbewehrten Tatz!

Der Maus im Wald war es erst kalt,
dann heiß mit Kralle durch den Leib.
Das war einmal vor langer Zeit
oder gerade eben.



Zeit und Du 12/2015


Gibt es wirklich Zeit und JeTzT?
Und vergeht sie schnell zerfetzt
oder ist nicht ohne Ende JeTzT;
weil JeTzT ist immer!?

Stimmt schon, alles was war,
war auch mal JeTzT.
Doch war und ist und ist und war,
kann ich drehen ohne Gefahr,
aber Zeit doch nicht!?

Und JeTzT schon gar nicht,
weil JeTzT ist immer!?
Im Kopf
wird’s immer schlimmer,
denn wenn
ich drehe ist und war,
wärest du
noch hier und da.
Auf jeden Fall
gehst du nimmer,
weil JeTzT ist immer!



Ende gut 02/2016


Nachts, als ich das Dunkel trank,
da verschwand die Eine.
Ich hatte keinen Durst
und war doch so alleine.

Tags, als ich ins Becken brach,
da tauchte Einer auf.
Der Hunger war vorbei,
wir machten einen drauf.

Mittags, als ich starb,
hat jeder mich gemieden.
Ein Licht stand hoch im Himmel
und alle war’n zufrieden.

Im Dämmern bin ich auferstanden,
das Licht ging seinen Weg..
Den durstigen Hunger spürt ich nicht,
genieße dieses Privileg.



Zeit gestohlen? 05/2016


Zeit erschien mir ohne Sinn,
denn sie verstreicht so vor sich hin.
Ja, ich weiß, man kann sie messen,
doch nur im Jetzt und dann vergessen.

Ich hab dann mal die Zeit zerfetzt,
alles war auf einmal jetzt.
Orgasmen, Schläge, Zärtlichkeiten
ohne Zeit sich auszubreiten.

Ich hab gestöhnt, geschrien, gelacht,
alles auf einmal jetzt gemacht.
Es tat so weh!
Es war so schön!
Ich bin tot und gerad geboren,
völlig abstrus und sehr verloren.

Die Erinnerung in Flammen
nicht mehr in der Zeit verhangen,
knallte mir den Schädel weg.
Zeit hat also einen Zweck!

Ich begann schnell neu zu weben,
Zeitkonstrukte schön zum schweben
und begann damit zu retten
alle die kausalen Ketten.


Warten II 06/2016


Ich wart auf dich schon viele Lenze
hier auf der grünen Weide,
doch kommst du nicht, lässt mich allein.
Der Abend kommt wie Seide.

Ich wart auf dich, ich liebe dich,
doch du lässt mich leiden,
ich hab gehofft, du liebst mich auch,
mein Leid ließ sich vermeiden.

Ich wart auf dich, ich brauche dich,
nur du bist mein Leben
und kommst es zur Vereinigung,
wirst du mir alles geben.

Ich wart auf dich, ich kenn dich nicht,
will doch nur bei dir sein,
wenn wir uns dann begegnet sind,
bist du nie mehr allein.

Ich wart auf dich am Wegesrain,
dein Schritt mich dann erwecke.
Ich freue mich und spring dich an,

ich bin eine Zecke.


Moos 12/2016



Das Moos ist grün,
das Blut ist rot,
der Himmel blau
und du bist tot.

Du liegst hier auf dem grünen Moos,
die Augen groß und weit
und neben dir liegt eine Ros.
Das tut mir herzlich leid.

Geschehen ist es heute Morgen,
die Sonne war schon hell,
die Eltern waren was besorgen
und dann ging es sehr schnell.

Du warst so jung und unerfahren,
so frisch in diesem Leben,
doch dieses birgt so viel Gefahren,
so ist es nun mal eben.

Keine Zeitung wird berichten,
wie dieser Mord geschah,
nur ich tu ihn bedichten.
Es ging mir ziemlich nah.

Bist nur aus dem Nest gefallen,
recht sanft ins grüne Moos,
doch die langen Katzenkrallen
gaben den Todesstoß.

Das Moos ist grün,
das Blut ist rot,
der Himmel blau
und du bist tot.



flatline 09/17



Ich war so schlapp, ich war so müde,
ganz ohne Energien,
nur noch Kohlendioxide,
mein Herz blieb einfach steh’n.

Ich dachte noch, das kann nicht sein
und war doch einfach tot.
Nicht Energieverlust allein,
auch Masse die verflog.

Ich weiß auch nicht, wie es geschah,
war nun ein Tachyon,
war plötzlich überall ganz nah.
Ich wurde Zeitspion.

Mal iso- und mal polymorph
sah ich die Tori kreisen,
nur dort, wo alle sich berührten,
sie auf 5D verweisen.
Fraktum2
Vielleicht war’s auch ein Kollapsar,
ich selbst war diachron,
Erscheinung einfach wunderbar
mit jenzeitigem Ton.

Die Tori selbst, gerollte Branen,
schafften nur die Vierte,
doch könnt es sein, ihr könnt’s erahnen,
dass dieser Raum gelierte !?

Zeit floss in allen Dimensionen
fraktal, gestaucht, mal linear,
gelegentlich in Abstraktionen,
nicht gerad‘ berechenbar.

Ich sprang umher in Überzeit,
gern gestern und dann morgen,
verlassen hat mich dann mein Schneid,
Fraktum wird mich entsorgen.

Mein Bremsen ließ ne Sonne dunkeln,
Schwarzloch gab mir Masse,
Strom ließ meine Augen funkeln:
„Sie sind in welcher Kasse?“



neue Weltformel - 10/2017



Ich wollt es nicht, ich wollt es nie,
doch Vakuum ändert seine Energie.
Dies tut es gerade nicht spontan,
ich machte es mir untertan
und in Jetztzeit gleich synchron
wurde ich zum Tachyon.

Lief der Jetztzeit schnell davon,
ich empfand es antichron.
Im Rückwärtsgang konnte ich schauen,
wie die Goten Römer hauen,
wie die Erde den Mond verschluckt,
aus sich heraus die Theia spuckt.

Ich sah so viel, beschreiben kann ich’s nicht,
irgendwann gebremstes Licht,
schlüpfte schnell in einen Knoten,
erhöhte dort die Spin-Schaum-Quoten,
fand einen String zum Ausprobieren,
musste mich erst mal orientieren.

Sause durch den Twistorraum,
erkenn im Schaum den Spinor kaum.
Betrete Räume ohne Zeit,
fast schon macht sich Stasis breit,
zum Glück war ich autochron,
komme schadlos noch davon.

Find eine Welt mit Dimensionen,
in welcher keine Wesen wohnen.
Vakuum auf Hochniveau
setz ich runter sowieso.
Um meinen Zeitzustand zu senken,
muss ich erst ins Black Hole lenken.

Aus White Hole flieg ich, Tardyon,
in eine neue Welt davon.
Mach sofort Riesenkrawall,
starte den Vakuumzerfall,
als endlich weg das Weltraumfieber,
find ich mich hier am Schreibtisch wieder!




Ich & Schrödinger 07/2018



Das Ding dort ist, 
ob ich es sehe oder nicht, 
es weiß dies nicht.

Ich bin, 
ob du mich siehst oder nicht, 
ich weiß es.

Wie du bist, 
ob ich dich sehe oder nicht, 
weiß ich nicht. 

 

Wenn du das Ding dort bist, 
ob ich euch sehe oder nicht, 
weißt du, das du bist.

Das Ding, das du siehst, das bin ich, 
ob du uns siehst oder nicht, 
ich weiß es.

Wie wir sind, 
ob du uns siehst oder nicht, 
weißt du nicht.

 

Wenn du das Ding dort nicht bist, 
ob ich euch sehe oder nicht, 
wer ist das dann?

Wenn du das Ding dort nicht bist, 
dann kannst du auch mein Ding nicht sehen, 
bin ich das Ding dann noch?

Wenn ich das Ding nicht bin, 
bin ich dann noch ich, 
wusste ich noch nie.


Übergang 12/2018


Sauber ist das Haus, Rauhnacht kommt,
schau zurück, sei achtsam, lass los.

Zeit außerhalb der Zeit, Rauhnacht ist,
Zeit für dich und deine Lieben.
Anderwelt ist offen, Rauhnacht ist,
holt Feuer dir ins Herz.

Genieß dein Jetzt, Rauhnacht ist,
bring dein Leben in Balance.
Sei bereit für Opfer, Rauhnacht ist,
gib gern und gut, nimm.

Finde den Weg, Rauhnacht ist,
schau nach vorn, frag Mimir.
Dunkel draußen, Rauhnacht ist,
Schwarzmond bringt kein Licht.

Schließ der Angst die Tür, Rauhnacht ist,
nimm an, Liebe, Leid, Leben.
Finde deine Grenzen, Rauhnacht ist,
träum dich weit darüber.

Fütter deine Raben, Rauhnacht ist,
lausche ihnen immer gut.
Sei du selbst, Rauhnacht ist,
erhelle deine Stärken.
 
Endlich wissen, Rauhnacht war,
die Zukunft ist bekannt.

Stabreim? 01/2019


Staunend sind still wir,
stehend wird es enden.
Trotzig werden täuschen ihn,
tanzend an sie wenden.

Sturm wird steigen aufrecht,
stumm wir uns verneigen.
Herden werden höhnend spotten,
heimlich müssen sie verrotten.

Die Wärter harren wütend weiter,
würgen ab die Luft.
Der Schmerz kommt schreiend hallend,
schemenhafter Duft.

Hat‘s Sinn, wenn schocke ich mit Reimen,
könnt‘s schlimmer werden noch?
Staben wollt ich, stückweis ging‘s,
staunend las ich selbst.



End- / Jetzt- / Immerzeit 02/2019


Raum und Quanten schwingen,
sich destruktiv durchdringen,
alles wird groß, alles wird kalt,
so wird es sein, aber nicht bald.

Mein Reiten auf den Quantenwellen
zeigt die Unbestimmtheit meiner Zellen.
Meinen Spin muss ich bestimmen,
also leuchten, nicht nur glimmen.

Mit meinen gegenläufigen Frequenzen
schaff ich konstruktive Interferenzen
und so steigt die Temperatur
für dieses All ne Frischekur.

Stauch den Raum auf Planckkonstante,
später singular das nannte
und drück ihn in den Quantenschaum,
da war er weg, der ganze Raum.

Tief im Schaum, wo ich nicht schaute,
eine Knospe sich erbaute
und aus dieser, welch ein Wunder,
reift die Welt wie ein Burgunder.

Denn sie konnte nicht entstehen,
hätte ich mal hingesehen.
Chronolog sie sich nun dehnt,
Zeit sich nach dem Raume sehnt.

Dachte früher mal, ich spinn,
doch hat Quantenschaukeln Sinn.
Muss nicht mehr ums Ende flennen,
kann die ganze Welt erkennen.

Ewigkeit 03/2019


Ich hab
die Ewigkeit
gekillt.

Wie
hat Sie
laut gelacht.
Sie
fühlt wie wir
den Zeitenschmerz,
ich
konnt’s nicht
mehr ertragen.

Ich hab
die Ewigkeit
gekillert.

Denkart 04/2019


Als ich noch war mobil,
begrenzte mich die Zeit.
Bekannt war die Vergangenheit
bis zum ersten Schleier.
Tätige Unwissenheit
schulte mein Denken.
Wir bauten um die Welt,
nur in unserem Sinne.
Ich wurde krank,
ich hatte Angst
und wollte doch so viel.
Das soziale Miteinander
hielt mich im Leben.

Als ich autochron noch war,
konnt ich mich nicht bewegen.
Alle Zeiten fest im Blick,
kein räumlich Weg führte zurück.
Doch konnte ich nur sehen,
ohne Einfluss auf das Jetzt.
Allwissend, ohne Taten,
war völlig normal.
Es ging mir gut,
ich war gesund,
ich hatte keine Angst,
ich hatte keinen Willen.
Kannte das Ende, den Beginn,
war ständig mittendrin.
Erkannte andere, sowie mich,
wir tauschten uns nicht aus.

Letztendlich wurde ich Demiurg,
schuf meine eigene Welt.
Griff ein,
wenn es mir nötig schien
und bin doch
immer wieder hilflos:
„Herr Allfater, Mittagspause,
ihre Tabletten liegen bereit.“


Schreiben 05/2019


ohne Bildung schrieb ich Frei
bis ich dann studierte
kein Wort kam noch auf Papier
Bildung mich blockierte

wollt mir nicht gelingen
schöne Zeilen super metrisch
heben, senken, knitteln,
Worte klangen dreckssynthetisch

Depression dies dann negierte
war ja alles schon egal
Manifest mein Versgefühl
Reime schildern meine Qual

Morgenzauber 05/2019


Ist nicht Tag, ist nicht Nacht,
bist dazwischen ohne Macht,
feuchtes Gras, trübe Sicht,
ehe die Sonne sich erbricht.

Das Kichern des Zwerges
aus den Höhlen des Berges,
zwischen Bäumen Elfenschatten,
Fabelwesen dir gestatten,
zu betreten dieses Reich.
Augen spielen dir ‘nen Streich.

Ein Ent will seine Ruhe,
ein Kobold trägt ‘ne Truhe,
Dryaden winken aus den Bäumen
und ein Einhorn ist am Träumen.
Hier in diesem Zauber mächtig
wächst dein Wohlsein richtig prächtig.

Glückliche Gefühle rinnen,
doch der Tag will jetzt beginnen.
Sonne steigt, Nebel fällt,
holt dich in die Oberwelt.

Natur 05/2019


Sieben Buchen, eine Eiche
stehn im Wald bei einer Leiche,
wie sie rauschen, wie sie flüstern,
ein Pony öffnet seine Nüstern
und es schnattern Destruenten,
wie Heerscharen lauter Enten.

Dieser Körper hier im Gras,
weiß denn jemand, wer, wie, was?
Sie zersetzen den Kadaver
und beenden ihr Palaver.

Um die Leiche klein zu kriegen,
rufen sie auch nach den Fliegen
und nach arbeitsreichen Wochen
liegen hier nur ein paar Knochen.

Totenruhe nach vielen Jahren
stört Chantal mit Fahrradfahren
und sie sagt zu Jason Lee,
dat sin Knochen von son Vieh.


Weltformel 07/2019


Ich bin der Vater aller Branen,
ich bin die Mutter aller Strings,
ich schleife gravitativ Quanten,
ich beherrsche alle Dings.

Ihr könnt raten,
ihr könnt kalkulieren,
nicht einmal falsch
ewig weiter spekulieren.

Es wird euch nicht helfen,
es sind nur Theorien.
Zur Lösung der Probleme
nehmt Kinderphantasien.

Ihr seid gefangen,
im Denken zu reif,
sie können es besser,
sind nicht so steif.

War gerad in der Wanne,
im Spinschaum gebadet,
ne Brane um den Körper,
SuGra mir nicht schadet.

Hab hier Dimensionen mehr,
sowohl im Raum, wie auch Zeiten,
alles ziemlich kommutativ,
lachend durch die Schäume gleiten.
 
Ein Tesserakt ist nicht das Ende,
fügst du Zeitraum noch hinzu,
polymorph seine Erscheinung,
schwarze Löcher als Tattoo.


Splitter - Was ist wirklich? 09/2019


Ein Samurai, der weint.
Ein Motor, der nicht dreht.
Schmerz, der uns vereint.
Ein Blick, der nicht versteht.

Suizid als Umweltschutz,
Framing zum Verdummen,
hilfreich scheint der Frühjahrsputz,
mit Leichentuch vermummen.

Stürme, welche toben.
Autos kräftig rosten.
Worte, die nicht loben,
spießen dich auf Pfosten,

bringen dich zum Rasen,
machen aggressiv,
durchlebst alle Phasen,
fällst ins Koma tief.

Vögel ohne Flügel,
Kinder, die nicht lachen.
Essen stirbt im Kübel,
sollte man nicht machen.



Sprunggedanken 11/2019


Unbedenklich, dachte ich
und bedachte nicht,
das Denken nicht bedenklich ist.
Unbegreiflich, dachte ich
und begriff nicht,
das Greifen nicht begreifbar ist.

Unhaltbar, dachte ich
und hielt mich daran fest.
Unnachahmlich bist du nicht,
denn es gibt ja auch noch mich.
Ich zerstörte unkaputtbar,
dachte das Undenkliche.

Unvermeidlich wollt ich meiden,
um unweigerlich zu leiden.
Unabdingbar unausweichlich
scheint unsagbar unbeschreiblich.
Das Unendliche verschwand,
meine neue Welt entstand.

Ewigkeit ward nun beendet,
auch die Liebe nun verendet.
Das Gegenteil von Ewigkeit
sind die Räume ohne Zeit.
Unerreichbar diese Welt,
unbesiegt euch nicht gefällt.

Hab im Kopf verschränkte Quanten
zu gottähnlichen Verwandten.
Übergriffig zugegriffen,
hing ich später zwischen Riffen.
Ingenieur aus Wortfabrik
soeben deine Ohren fickt.

Hörte salzig, sah in Moll,
fühlte farbig, nicht so toll.
Unwahrscheinlichkeit zerlegend,
ist nicht immer sehr erhebend.
Ist nicht wahr, ist nicht Schein
oder leg ich mich herein?

Dieses quere Denken schlaucht
und der Wirkstoff ist verbraucht,
neuen Stoff zu generieren,
muss die Welt unifizieren.
Mit nur kleinen Quantensprüngen
dauerts lange zum Gelingen.

Ist unfassbar, du jetzt denkst!

Mir ein kleines Lächeln schenkst. :-)



black hole 11/2019


Die Zeit, sie ward verschollen,
an Masse angeschwollen,
verdrillt rotiert sie schnell.

Ich wollte sie umarmen,
sie ließ sich nicht umgarnen
und schwupps, da war sie weg!



Quiz Stand: 11/2019


1. Welches deutsche Gesetz garantiert die Unverletzlichkeit der Person?
-  keines, weil unmöglich

2. Welcher Politiker schwamm Weltrekord?
- kein mir bekannter

3. Haben Deutsche das Recht oder die Pflicht auf Arbeit?
- nichts von beiden

4. Welches milliardenschwere Unternehmen löste sich zugunsten afrikanischer Bauern auf?
- kein mir bekanntes

5. Welcher Gott hat nur glückliche Gläubige?
- kein mir bekannter

-          noch Fragen?



Sprunggedanken II 12/2019


Bin ich identitär,
weil ich mich beschwer?
Bin ich AfD,
weil ich die Scheiße seh?
Bin ich ein Faschist,
weil mir gerad nicht so ist?
Bin ich gegens Grundgesetz,
weil ich Mustafa verpetz?
An die Kirche mal gepisst,
bin ich jetzt der Antichrist?

Hatte mir das Maul verbrannt
und steh jetzt am Scheibenrand.
In der hohlen Erde
herrscht der Angstzustand,
schweben Reichsflugscheiben
aus Neuschwabenland.

Im Zwölften, der sich Zehnter nannte,
Nibiru uns zur Sonne stieß
und die ganze Welt verbrannte.
Uns dem Schicksal überließ.
Parlament- und ProletArier
wollten niemals hier die Scharia.



Putztag 01/2020


Ein mannigfaltig Haufen,
verstaubt mit vielen Schlaufen,
liegt vor mir zum Polieren,
dann fange ich jetzt an.
Ndimension
Die Sechste von dem Dutzend
entrollte ich fein putzend, 
erkannte plötzlich Tiefe, 
wo vorher keine war.

Die Neunte nun vibrierte,
was mich sehr verwirrte.
Erkannte plötzlich Dinge,
wo vorher Leere war.

Ich zog sie aus dem Haufen
mannigfaltiger Schlaufen.
Erleuchtung mich durchdringt,
Erregung macht mich zittern

und lass die Sechste fallen.
Gleich fing es an zu knallen.
Das Dutzend sich durchdringt,
das Dutzend sich berührt.

Multiversen sich entfalten,
von mir gar nicht aufzuhalten.
Perspektiven für die Räume,
selbst die Zeit ist polymorph.

Immersiv transzendentale 
Dimensionen auf der Ahle, 
kaum gebraucht das ganze Dutzend,
meist nur Viere davon nutzend.

Gern dürft ihr sie besuchen, 
auch mit Kaffee und mit Kuchen,
hab sie extra fein geputzt,
dimensionslos kaum benutzt.