Drachenrose

Gefühle

Drachenrose


Lest die Reime bitte richtig,
nichts davon ist wirklich nichtig.
Klingt es auch, als wär ich Richter,
bin ich nur ein kleiner Dichter
mit Gedanken um die Welt,
die uns allen doch gefällt.

 




harte Schale, weicher Kern (11/97)
 

Sitze hier und hör Musik,
die Augen feucht,
Tränen laufen übers Gesicht.
Es geht um Liebe, Gefühle und Herz.
Manchmal brauch ich das,
es muss raus!

Nachher gehe ich wieder raus
als harter Kerl mit breiten Schultern
und Heavy Metal Maske als Gesicht,
mit Gefühlslegasthenie,
und verletze andere,

ungewollt!



Kummer, Leid und Schmerz
lassen das Herz aus den Augen fließen!



Tränen (12/97)

Das Schicksal schlägt gern grausam zu,
man kann es kaum verkraften.
Den ersten Hieb noch weggesteckt,
musst du im nächsten saften.
Wenn Wasser fließt gar bitterlich,
auch wenn du weggerannt,
den nächsten Schlag spürst du nicht mehr,
Tränen sind weggebrannt.
Und wenn du endlich leer dich fühlst,
dann trifft es dich noch härter,
auch wenn du denkst, es ist vorbei,
das Schicksal drischt noch stärker.
Entzieht sich dann die starke Hand, die breite Schulter,
die du dringend brauchst,
dann schlägt’s dir voll die Beine weg
und liegst allein am Boden.

Es ist so kalt hier unten.



Seufzer

Oh Gott, ich liebe dieses Leben,
das mir zeigt,
ich liebe, ich leide, ich hasse,
und nur so kann ich noch leben!


trau dich  (01/98)

Wir würden uns gern kennenlernen,
doch die Situation
läßt es nicht zu.
Angst vor Verletzung
ist groß
und so
spielen wir uns etwas vor
und gehen
aneinander vorbei.

 



Seufzer

Er kommt zu mir und heult sich aus.
Sie kommt zu mir und heult sich aus.
Ich verstehe, tröste und bau euch wieder auf,
doch wo weine ich?
Allein!

 




Wie? (01/98)

Ich weiß nicht,
wie ich`s sagen soll: Ich liebe Dich.
Ich zeige dir Musik,
denn sie
sagt alles,
was ich nicht sagen kann,
obwohl,
wir sprechen eine Sprache.

 



Analyse (01/98)

Sitze hier
und warte nur
auf ein Zeichen von dir.
Selbstkontrolle oder Dummheit,
schüchtern oder feige,
vielleicht alles?

Zu oft verletzt und abgewiesen.
Schmerz macht hart
oder traurig
oder wahnsinnig.

Der Mensch
ist aufgrund seiner Vernunft
in der Lage
über sich selbst zu bestimmen.

Immer?




Distanz (01/98)

Ein Blick in deine Augen
zeigt mir die Verletzlichkeit
deiner Seele.
Im Gespräch erfolgt
ein vorsichtiges Abtasten.
Nähe
ist vorhanden,
Distanz
wird gesucht.

TU MIR NICHT WEH!

Wie
wollen wir
uns so kennenlernen?
 

zu Haus (ein Sonntag)  (01/98)

Mit dir reden
möcht ich gern,
doch du
bist gerad so fern.
Ich würd auch
mit dir schweigen,
doch du
bist nicht hier.
Spazierengehen im Schnee
mit den Kindern und mit dir
wär auch sehr schön.
Möcht jetzt gern kuscheln,
doch mit wem?
Gefühle
nicht nur zeigen,
sondern mit dir teilen.

Die Phantasie
zeigt schöne Bilder,
harmonisch, liebevoll.
So schön
würd es nie werden,
doch Träume sind so toll.
Ich bin zu Hause
bei den Meinen,
doch ohne dich
allein.
 

 

Zweifel   (01/98)

Warum
bin ich
so traurig?
Was
tut mir
denn so weh?

Ist es
mein Stolz,
Eitelkeit, Selbstmitleid
oder
sind es
wirklich
die Gefühle
für Dich?

 

Kinder (05/98)

Du willst mich weinen sehen,
dann lass uns über Kinder sprechen.
Ich bin kein guter Vater,
doch ich lieb sie über alles.
Schrei nicht gern,
doch ich tu 's.
Schlag nicht gern,
doch ich tu 's.
Der Scham sitzt tief!

Manchmal lachen sie mich aus,
weil sie wissen,
ist nur Spaß,
wie will man da ernst bleiben.
Mit ihnen
entdeckt man Neues jedenTag.
Du begreifst die Welt neu
mit ihren Augen
und du siehst:
Es ist gut!

 

 

Seufzer    (05/98)

Sitze hier und trinke,
trinke, bis ich stinke.
Ich baumle mit die Beine,
sitz hier ganz alleine.
Der Kopf wird schwer und schwerer,
das Hirn wird immer leerer.
Auf einmal wird mir dann ganz leicht,
auf Alk bin ich nicht mehr geeicht.
Vergessen ist nun auch der Grund,
geh ins Bett, schlaf mich gesund.
... und morgen?

 

Seufzer  (05/98)

Meine Kinder wissen es,
vertraue nicht und nie – frage neu.
Doch ihr
seid zu alt
um umzudenken.
Ich verarsch euch,
wo es geht.
Das ist
meine kleine Revolution.



Letzte Nacht   (06/98)

Meine Hände gleiten
über deinen Körper,
mein Kopf ruht
an deiner Schulter,
in deinen Augen
seh ich
Vorwurf, Fragen, Seeligkeit.

Warum
trafen wir uns
nicht eher?

 
Vorbei (06/98)

Mein Herz schreit
vor Seelenpein,
die Seele ächzt,
ich bin allein.
In Worte
kann ich es nicht fassen,
ich kann
nur Tränen laufen lassen.

 

Offenbarung  (06/98)

Ich liebe dich,
weiß nicht, warum,
wer kann es schon versteh'n.
Doch uns're Wege trennen sich.
Das Schicksal meint es bös.
Vielleicht
einmal im nächsten Leben,
ich würd' mich freuen,
versteh 's.

Ich würd dich auch
gern leiden seh'n,
voll Sehnsucht, voller Pein,
weil es mir
schließlich auch so geht,
dann leid ich nicht allein.

 
 

Seufzer  (06/98)
Grinst mich an
notorisch blöd
-beneidenswerter Mensch -
immer glücklich!

 

keine Vergebung  (06/98)

Warum
sollt ich denn dir verzeih'n,
was du mir angetan.
Von Schmutz und Eis
hast mich befreit
und Kälte ausgetrieben.
Gefühle wurden wieder wach;
Zärtlichkeit,
gestaut in vielen Jahren,
brach wieder aus
und hätte dich zerstört,
wenn du nicht
so gegangen wärst.

 

Selbstschutz (07/98)

Sarkasmus
und auch Ironie,
ich lieb sie
ohnegleichen,
denn sie
verdecken meine Seele.
Der Schmerz
trifft nur die Oberfläche
und kann
mich nicht erreichen.


untreu (07/98)

Treue zu dir aufgegeben,
zurückgestoßen jetzt.
Liebe dich noch immer!
Steh am Fenster,
schau hinab,
liebenswerte Tiefe.
Schließ die Augen,
sieh den Wind,
hör den Puls der Welt!
Ist nicht mehr meine!

Gelöst hast du dich nun von mir
für immer und für ewig.
Liebe dich noch immer!
Der Wagen prescht mit Mörderspeed
dem nächsten Baum entgegen,
der Aufprall ist Erlösung.
Schließ auch die Ohren,
hör den Sturm,
fühl den Puls der Welt!
Ist nicht mehr meine!

Die Schlinge
liebkost meine Haut,
ein Sprung bringt nun das Ende.
Vertrauen gebrochen,
Verzeihung vorhanden.
Liebe dich nicht mehr.
Öffne die Lunge,
schrei in den Sturm,
bin selbst der Puls der Welt!
Ist nämlich meine!


Geborgenheit (11/98)

Der Himmel grau,
der Himmel weint,
gar scheusslich stürmt es draußen.
Wir sitzen drin,
wir sitzen warm,
lass den Sturm ruhig sausen.

Der Himmel grau,
die Luft so kalt.
Wir sitzen in der Stube,
lachen viel
und herzen uns,
spielen in der Grube.

Der Himmel grau,
mich fröstelt schon...,
Mag gar nicht daran denken,
doch wird mir warm,
denk ich an uns
und wie wir uns beschenken.


in einer lauen Sommernacht 04/01


In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.
Ich saß hier unten
und weinte bitterlich,
große feuchte Augen,
schluchzend tief betrübt.
In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand. 

Umarmten zwei sich innig
mit Liebe ohne Ende,
schmeckten sich ganz süß,
kuschelten glücklich.
In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Erschlugen zwei den Dritten
mit hartem gelben Neid,
befriedigt schlichen sie davon
mit Beute voller Hass.
In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.

Ich saß hier unten
und weinte bitterlich,
große feuchte Augen,
schluchzend tief betrübt,
weil ich nur sah
den Hass und Neid
und für die Liebe blind.
In einer lauen Sommernacht
der Mond
in voller Pracht am Himmel stand.



Harphilfe (06/13)


Tränen laufen ungezwungen,
mein Herz geöffnet weit,
die Harp gepresst
an meine Lippen,
gibt mir dann den Rest.

Die Töne öffnen
weit die Pforten,
das Elend kommt heraus
und ist der letzte Ton entschwebt,
mir es auch wieder besser geht.

Genuss (06/13)


Der Harp entfleucht
ein jammervoller Ton,
dann kommt der Takt,
und Ton und Takt
verwirbeln sich,
entstehen neu und fließen
und meine Seele
schlüpft hinaus
und setzt sich drauf.
Ich kann es nur genießen!

kaputt (07/13)


Zerstört am Boden
Mauer kaputt
Herz aufgerissen
heraus rinnt der Schutt
heraus rinnt auch Freud
hatte sie nie vermisst
stupid funktioniert
wie das Leben so ist

für immer (07/13)


presse mich an dich
ohne zu fordern
für immer
für ewig
genieß deinen Leib

du atmest tief durch
und kannst nur erschauern
für immer
für ewig
erlebe es Weib

im Kopf
überschlagen sich die Gedanken
für immer
für ewig
so kann es nicht sein

nimm mit den Genuss
die Gefühle Gedanken
für immer
für ewig
geschrieben in Stein

Urteil (07/13)


Ich bin auf meiner Wiese.
Ich lieg auf meiner Bank.
Mein Blick kann frei hier schweifen.
Im Kopf bin ich noch krank.

Erinnere mich an Zeiten,
die’s lange vor mir gab.
Ich kann’s zwar nicht begreifen,
doch vor mir liegt ein Grab.

Darin hatt ich verscharrt
den ganzen Hass, den bösen.
Ich hoffte mal ganz stark,
das könnte mich erlösen.

Ich hab gesammelt Liebe pur
in all den ganzen Jahren,
doch davon gibt es nicht genug,
so musste ich erfahren.

Ich hatt gehofft im Lauf der Zeit
den Hass mit Liebe aufzuwiegen,
doch war es ziemlich aussichtslos,
Liebe war kaum zu kriegen.

Die Zeit ist um, der Richter kommt
und packt aus seine Waage.
Voll Demut und voll Traurigkeit
sein Urteil ich erfrage.

Er nimmt die Liebe und den Hass,
die Waage steht bereit.
Ich schließ die Augen, neig das Haupt,
der Richter lässt sich Zeit.

Der Hass wird ausgewogen,
die Liebe nebendrauf.
Der Hass, er steigt nach oben,
die Augen werden groß.
Der Hass war aussichtslos und leer,
die Liebe voll … und schwer.

Splitter 02/2014


Wo ist mein Helm?
Wo ist mein Schild?
Es geht doch um mein Leben!

Ich brauch sie nicht
denn die Gefahr,
sie droht mir nur von innen.


am Abend (03/2014)

Am Abend
ist das Tagwerk vorbei,
nichts bleibt,
um dich draußen zu halten.

Du tanzt
in meinem Kopf.
Du knabberst
an meinen Lippen.
Du schaust
in meine Augen
und bist
doch gar nicht hier.

Jeden Abend
ist das Tagwerk vorbei.

Heimat 09/14


Steh im Fluss,
Heimatgewässer,
wie konnt ich
ohne dich nur sein?
Über mir
Betonstahl und Fahrgeräusche,
Infraschall bedröhnt mein Hirn,
um mich herum,
erfrischendes Nass,
rauschendes Schilfgras,
tanzende Wasserläufer,
lauernde Libellen.
Nicht einmal die Wasserratte
stört sich an mir.

Tränen rinnen,
bin einfach glücklich.


Danke 12/14


Ich steh' hier gerad' im Regen,
mein Blick, er geht zurück,
seh mich am Boden liegen,
verkrümmt, verkrampft, verrückt!

Der Himmel ist nicht heller,
im Kopf tut's manchmal weh,
doch geht es mir viel besser,
wenn ich Euch um mich seh.

Ihr habt mich festgehalten,
als ich fiel ins Loch.
Ich schrie, lasst los! Es hält nicht!
gehalten habt ihr doch.

Es hielten mich die Lieben,
die ich nun sehen kann.
Es rankt mit zarten Trieben
um meinen Seelenstamm.

Er wird umhüllt,
er wird bewahrt,
kann wieder wachsen
und wird stark!


Wunderbar 12/14


Der Himmel klar,
so weit der Blick
über's kalte Land.
Ein halber Mond
hängt über'm Wald,
ist bald nicht mehr zu seh'n.

Die Kälte zwingt uns zueinander
bei Kerzenschein ins Haus.


Erinnerungen 10/2015



Mein Weg führt durch den Wald,
hier ist es feucht und dunkel.
Es ist schon ziemlich kalt,
seh auch kein Sterngefunkel.

Von innen tu ich brennen,
heut kam´s zum ersten Kuss.
Würd lieber fliegen als rennen,
fürs Herz ein Hochgenuss.

Der Wald so schwarz
und ich so hell,
ich laufe langsam,
doch so schnell.



Prioritäten 11/2015


Spüre keine Angst,
fühle keine Trauer,
wenn mein Leben mir entflieht.
Wusste doch, ist nicht von Dauer.

Anders ist´s,
wenn´s dich betrifft,
weil ohne dich, nichts schön hier ist.
Ich glaub, dann nehm ich Gift.

Doch sollte Hein
die Kinder krallen,
dann dreh ich ewig durch
und werd mir den Kopf weg knallen.

Davor hab ich Angst
und unbestimmte Trauer,
mein Leben wär umsonst
egal von welcher Dauer!



Heimat II 09/2016


Barfuß durch die Wiese gehen,
bis zum Knie im Flusse stehen,
macht mich glücklich wie ein Kind,
weil wir in der Heimat sind.

Geh ich an der Spree entlang,
hab ich nen beschwingten Gang.
Hier fiel ich einmal vom Baume,
ja, ich glaub, es war ne Pflaume.

Rodeln auf dem Sanzeberg,
ach, da war ich noch ein Zwerg.
Fahrradsturz und fast ertrunken,
hab die Kindheit durchgewunken.

Erinnerung an junge Frauen
und Kerle, welche mich verhauen.
Bin auf Wiesen aufgewacht,
manchmal war es dunkle Nacht.

Lausitz, oh du flaches Land,
hast mir die Kindheit eingebrannt.
Stehe ich hier an der Spree,
ich dann alles wiederseh.


Perspektive II 02/2017


Ein Schatten
fällt den Berg hinunter
und dunkelt
tief die Erde.
Ein zartes Pflänzchen
krümmt sich dort,
damit es größer werde.

Ein Schatten
fällt ins Tal hinein,
ich kann
nach oben sehen.
Bin nicht
geblendet von der Sonne,
ich sehe dich dort stehen.

Der Schatten
ist nun wieder fort.
Das Pflänzlein
kann sich strecken.
Doch ohne dich,
komm, sag es mir,
wer sollte
mich erwecken.



mein bunter Drache Rosenstolz 03/2017


Bei einem Thema über Drachen
erwartet man meist schlimme Sachen,
doch meiner ist für mich ein Schutz,
bewahrt mein Leben vor dem Schmutz.
In seinen Schwingen weich und warm
fühle ich mich niemals gram.

Mein bunter Drache Rosenstolz
beschützt mich und mein Leben.
Er ist aus ganz besonderen Holz,
so wie ich, halt eben.

Mein Drache ist nicht klein
und auch ziemlich schlau,
manchmal nicht ganz fein,
doch er weiß ganz genau,
wie man mich bremst und startet
und was mein Partner gerad erwartet.

Mein bunter Drache Rosenstolz
begleitet mich seit Jahren.
Er war schon zur Geburt dabei,
hab ich von ihm erfahren.

War schon oft ein dummer Tor
und verschloss vor ihm mein Ohr,
doch Rosenstolz ist drachentreu.
Ich mich immer wieder freu.
Sitz ich hier auf seinem Rücken,
kann das Leben nur entzücken.

Mein bunter Drache Rosenstolz
ist ein sehr starkes Wesen.
Er ist aus ganz besonderen Holz
und lässt mich stets genesen.

Trägt er mich auf seinen Schwingen,
könnt ich die ganze Welt bezwingen.
Denk ich traurig, bin allein,
Rosenstolz wird bei mir sein.
Alle Menschen, die mich halten,
meinen Rosenstolz gestalten.

Mein bunter Drache Rosenstolz,
verrückt und polymorph,
ist aus ganz besonderen Holz,
so, wie unser Dorf.


Rettende 03/2017


Immer wenn das Leben quält,
erscheinst du sternengleiches Wesen.
Hast mich vor Allen auserwählt,
immer lässt du mich genesen.

Deine Augen, engelsgleich,
baden meine Seelen weich.
Dein sanfter Blick ist so gesund,
verschließt kosend meinen Mund.

Deine Lippen, diese milden,
seh ich die drei Worte bilden.
Deine Stimme, rau und zart,
schwingt in meinem Knochenmark.

Liebe Finger mich berühren
und mich raffiniert verführen.
Deine Brust beginnt zu beben,
bringt uns beide jetzt zum Schweben.

Dein Leib ist voller süßer Wärme,
von welcher ich in Träumen schwärme.
Dein Duft ist einfach ohnegleichen,
kann auch stets mein Herz erweichen.

Wohlig schön will ich es fühlen,
lässt du deine Zunge spielen.
Dein Haar strahlt voll Sonnenschein,
liebend dring ich in dich ein.

Deine Schenkel mich umklammern,
leise tönt dein gurrend Jammern.
Jauchzend kommen wir zum Schluss,
Ende schön des Koitus.


Abends, nachts 05/2017


Lieg im Bett, es ist sehr still,
auch kein Nachbarschaftsgebrüll.
Neben mir nur weißes Laken,
es kommen die Gedankenkraken.

Dreh mich, wälz mich, her und hin,
alles kommt mir in den Sinn.
Schafe laufen wunderlich,
lässt der Hirte sie im Stich.

Mein Gewissen ist so rein,
müsste eigentlich schlafen fein,
doch in meinem Kopf, dem trüben,
scheinen Panzer gerad zu üben.

Lege ich mich auf den Rücken,
will das Zimmer mich erdrücken.
Atem halten und dann lassen,
nur der Schlaf kann mich nicht fassen.

Augen auf, Augen geschlossen,
in meinem Kopf wird jetzt geschossen.
Würd gern die Gedanken lenken,
einfach nur an gar nichts denken.

Erschlagend unkausale Ideen
fleißig durch den Schädel wehen,
von Sex auf Mond und dann auf Beine,
in diesem Hirn ist nichts alleine.

Wollte gerad die Decke heben,
kommt ein depressives Beben.
Kann nicht wollen, fühlen, wissen,
niemals mehr den Schlaf vermissen.

Ausgelaugt, total erschöpft,
Gedanke sich alleine köpft.
Denk schon nicht mehr an den Schlaf,
nick endlich weg, so ist es brav.


Entschuldigung 05/2017


Ach, wie gern, würd ich mich teilen,
von Spaß zu Hobby weiter eilen.
Lesen, wandern, Drohnen fliegen
und ein bisschen Sprachen üben,
über das Leben diskutieren
oder nur nach Wolken stieren,
mit Dir kuscheln brav im Bett,
singen wäre auch ganz nett.

Mit meinem Balg, so singulär,
fällt mir das doch ziemlich schwer.
Um mein Leben zu erheitern,
wird ich meinen Geist erweitern,
oktophren und doch zusammen,
da sie ja von mir abstammen.

Lass Dich bitte nicht verwirren,
wenn Gedanken mich umschwirren,
welche nicht zum Thema passen,
manchmal krieg ich’s nicht zu fassen.


Einsicht? - 08/2017



Weiß manchmal nicht, wie’s funktioniert,
doch funktionier ich noch,
der Tag vergeht so irgendwie,
mein Geist liegt tief im Loch.

Kann mich von außen seh’n,
Geist löste sich vom Leib,
will jetzt nicht mehr bei mir steh’n.
Es liegt wohl an der Zeit!?

Mein Geist ist plötzlich überall,
drinnen und auch draußen.
Ich die Wesen überfall,
die im Walde hausen.

Mein Körper steht allein im Wald,
ich selbst steck ganz tief drinnen,
dem Körper wird es langsam kalt,
die Stunden, sie verrinnen.

So leer, so leicht, geht’s mir nur hier,
was schert mich da mein Fleisch.
Was schert der Kommentar von dir,
alles nur dumm Gekreisch!

Ich tausch mich aus mit Mutter Eiche,
sie ist schon über hundert Jahr,
sie sah so manche Menschenleiche
und auch die äsend Krähenschar.

Mein Geist werde verdampfen,
der Körper bliebe leer,
gehörte zu den Menschen,
das Leben ist halt schwer.

Ich kriech zurück in dieses Fleisch
mit großem Unbehagen,
geh‘ zu den Menschen wieder,
versuch‘, nicht zu verzagen.


Suche 09/17



Einst wollte ich mich selber suchen, doch stand ich mir im Weg.
So konnte ich nur lauthals fluchen und lief mich einfach um.
Ich zog hinaus nun in die Wälder mit meinem Bruder Wolf,
wir mieden stets die Güllefelder, blieben unter grünem Dach.

Dort draußen fand ich nun die Stille ohne suchen.
Nicht viel braucht ich zu tun, ging einfach in mich rein.
Obwohl ich gar nichts fühlte, da war nur große Leere,
ich immer weiter wühlte, in mir nur dunkle Angst.

Ganz tief in mir total verlaufen, überfällt ein schwarzes Grauen,
würd mir gern die Haare raufen, bin doch nur Geist, nur Schein.
So böse, so dunkel, so leer fühl ich mich in mir
und fühle gar nichts mehr, nicht mal Angst und Grauen.

Da ist kein Wille, der mich lenkt, Zeit ist bedeutungslos,
sehr ulkig, wenn ich so bedenk, dass Uhren heilig sind.
In meinem Nichts hing ich nun fest und fand auch nichts dabei,
doch irgendwo ein fühlend Rest hatte noch Ambitionen.

Dal niente wurde schreien in dieser tiefen Leere.
Trotzdem war ich allein, niemals ich mich bekehre.

Das Kreischen wurd melodisch
Das Kreischen wurd melodisch Ein Schatten sich zu mir gesellt,
und mit der Zeit
und mit der Zeit sein Knurren macht das Schreien still,
kam auch der Takt methodisch,
kam auch der Takt methodisch, das Dunkel ist nun grau erhellt
war nicht dafür bereit. war nicht dafür bereit. Geistbruder Wolf ist drachentreu.
Plötzlich warst da auch noch du, Plötzlich warst da auch noch du, Bruder Wolf mich hier gefunden,
du nahmst mich in den Arm, mein großer Bruder Wolf, ich mich an ihn schmiege.
du hörtest diesen Klängen zu, wir hörten dieser Musik zu, Wir zogen viele schöne Runden,
mir wurde wieder warm. du tanztest wie ein Elf. mehr selbstlos als mit Liebe.
Du zeigtest mir den Weg hinaus, Ich setzte mich auf diese Schwingen, Er gibt mir das Selbstvertrauen,
wieder in das Leben. Melodeien wundersam, gerade an schlechten Tagen,
Du nahmst mich mit zu dir nach Haus, wir übertrumpften uns beim Singen, das Schlechte zu verdauen,
in mir ein heißes Beben. wir wurden selbst Musik. mich mit der Welt vertragen.
Du hast mich auserkoren, Ängste, Trauer, Emotionen Mir selbst bin ich doch scheißegal,
traurig aber ist, wieder konnte zeigen, da gibt es nichts zu finden.
bist aus mir selbst geboren selbst Liebe konnte wohnen Du füllst mich aus so anormal,
mit dipolarer List. und auch wieder Leiden. in Wohlgefallen winden.
Ich ließ mich verwöhnen, Aus Dir zieh ich nun meine Kraft
mein Körper voll entspannt mich hier heraus zu winden.
von diesen wundersamen Tönen, Dank Bruder Wolf hab ich's geschafft,
und fand aus mir heraus. bin wieder in der Welt.



Befreiung 09/17



Du schlägst mir auf den Kopf,
du schlägst mir auf den Magen,
du schlägst mich nur mit Worten,
ich kann es nicht ertragen.

Du sagst, du willst mir helfen,
du tätest mich doch lieben.
Mein Weinen ist erloschen
unter deinen Hieben.

Ich fühle mich so schuldig,
obwohl ich es nicht bin.
Der Vorwurf deiner Worte
ergibt nicht wirklich Sinn.

Ich weiß nicht ein, ich weiß nicht aus,
muss mich doch entschließen.
Ich fasse endlich den Entschluss
und tue dich erschießen.

Ein Richter mich arg tadelt,
man tut nicht solche Sachen.
Ich sitz jetzt hinter Gittern,
kann endlich wieder lachen.


Wintersonne 01/2018



Ich hab Sie gesehen
mit lieber Gestalt,
die Augen verbrannten.
Sie schien mir schon alt.

Doch es war Ihr Reiz,
es war Ihre Glut,
die mich faszinierten,
so ging es mir gut.

Sie hat mir gefehlt,
ich hab Sie vermisst,
wusst schon nicht mehr,
wie schön Sie doch ist.

Sie strahlt mich an,
weil ich Ihr vertrau.
Ihr wisst, wen ich meine,
es ist meine Frau.


zu leise 07/018



Geh offen auf dich zu, 
dein Lächeln schafft Vertrauen. 
Breite mein Leben vor dir aus, 
schon hast du mich verhauen.

Mein Schreien ist so still, 
weil keiner hören will.
Wer ist das hier in meiner Haut, 
der jede Chance mir versaut?

Ich lach dich an, 
Seele froh stirbt jede Nacht. 
Morgens wird es wieder hell, 
weiterhin hast du die Macht.

Mein Schreien ist so still, 
weil keiner hören will.
Wer ist das hier in meiner Haut, 
der jede Chance mir versaut?

Im Grundsatz ist doch allen klar, 
das Leben ist kein Kindergarten. 
Wir sind doch ständig in Gefahr, 
Gevater Hein kann’s kaum erwarten.

Mein Schreien ist so still, 
weil keiner hören will.
Wer ist das hier in meiner Haut, 
der jede Chance mir versaut?

Unbekümmert tust mich loben, 
tanz ich durch den Regen, 
du die Tränen so nicht siehst.
Käm dir auch ungelegen.

Mein Schreien ist so still, 
weil keiner hören will.
Wer ist das hier in meiner Haut, 
der jede Chance mir versaut?

Doch wenn ich ehrlich bin, 
bist du nicht mein Problem. 
Narben tief in meinem Kopf
kannst auch du nicht sehn.

Mein Schreien ist so still, 
weil keiner hören kann.
Ich bin hier in meiner Haut, 
jede Chance selbst vertan.

Mein Schweigen wär so brüllend, 
Mercalli neun bis dutzend, 
Retter kommen mit Gebraus, 
Trümmer zum Neustart nutzend.



Zeitrelation 07/2018


Nachts, als ich dein Leuchten sah,
konnt ich es erahnen.
Himmel, waren wir uns nah,
Liebesveteranen.

Tags, als ich die Tränen sah,
sollte ich es wissen.
Liebe war schon nicht mehr da,
es hat uns zerrissen.

Später, als der Schmerz uns brach,
wollt ich so nicht leben.
Niemand, der dem widersprach,
nur ein kalter Regen.

Abends, als der Schmerz noch quoll,
hab ich mich erschlagen.
Mit uns war es mal so toll,
konnt ich nicht ertragen.

Nachts, als ich alleine lag,
hab ich dich vergessen.
Spürte stark, dass ich mich mag,
war nicht mehr besessen.

Selbstzweifel/Trauma 07/2018


Fühl ich oder träum ich dich, 
nichts kann ich beweisen. 
So lässt die Logik mich im Stich, 
mein Hirn ist am Vergreisen.

Manipulierte Rezeptoren 
gaukeln mir ein Leben vor,
höre ich wirklich mit den Ohren 
oder bin ich nur ein Tor.

Bin ich an sich oder für mich 
oder beides doch zugleich?
Bin ich räumlich einzig, 
denke ich zu folgenreich?

Nur ich selbst war Anfang, 
hab Euch nur erdacht, 
mein Geist mit sich selber ringt, 
bin nicht wieder aufgewacht!


spontan 11/2018


Der Tag ist jung, ich bin es nicht,
der Blues steckt ziemlich tief.
Ich hörte meine Kinderlieder
und heule immer noch.

Die Welt so alt, der Mensch so jung,
scheint noch nicht erwachsen.
Die Träume dieser Lieder
haben sich nicht erfüllt.

Ich will nur, dass mich jemand hört.

Wir sehen uns, wir grüßen uns
und gehen einfach weiter.
Ich bleibe stehen
und will nur fühlen.

Die Sonne kommt doch morgen erst,
jetzt bleibt es erst mal dunkel.
Der Blues steckt tief
und ich voll drin.

Ich will nur, dass mich jemand hört.

Ich sage dir, worum es geht.
Willst du es wirklich hören?
Es ist der Augenblick, der zählt.
Ich weiß nicht mal, warum?

Ein Vogel, der nicht fliegen kann.
Ein Löwe, der nicht jagt.
Ein Mensch, der nicht lacht.
Ich habe mich verwählt.

Ich will nur, dass mich jemand hört.

Weiß nicht, was ich gerad hier mache,
das ist nicht mein Leben.
Ich hoffe stets,
ich träume nur,

doch scheint es wahr zu sein.
Der Blues ist tief
und ich voll drin,
doch was kommt dann?

Ich will nur, dass mich jemand hört.

Und ich trinke zur Erleuchtung,
schreibe ich beim xten Bier,
doch es hilft nicht,
dunkel wird’s.

Mache weiter,
mich verwirrt es.
Wie lautet meine
Schicksalszahl?

Ich will nur, dass mich jemand hält!

Segeltripp 11/2018


Das Meer, das Meer ist einfach groß.
Ich schwimm hier ganz allein.
Ich seh so weit, da ist nur Meer,
ich bin doch nur so klein.
Ich schau nach vorn, nach links, nach rechts,
auch unter mir nur Meer.
Ich wollte nur die Freiheit spüren
und alles ist nur leer.

Der Herr, der Herr ist einfach groß.
Ich sitz hier ganz allein.
Ich seh so weit, kann ihn nicht spüren.
Vielleicht bin ich zu klein?
Ich schau nach vorn, nach links, nach rechts,
auch hinter mir nur Leere.
Ich wollte nur die Freiheit fühlen,
er kam mir in die Quere.


Irrtum aufgelöst 03/2019


Ich dachte mal,
ich brauch dich nicht,
Gefühle war’n am Sterben.

Nun spüre ich
wie schwarz der Tag,
denn du bist weit weg.

Ich weiß es nun,
ich brauch dich hier,
sonst Doppelherz in Scherben.


bunte Seele 04/2019


Oktophren ist schnell geheilt,
wird es nur durch vier geteilt.
Bei bipolar gibt es Tabletten,
welche deine Stimmung retten,
mit Arznei bei schizophren
kannst du unter Leute gehen.

Wenn sich deine Seele teilt,
wirst du niemals ganz geheilt.
Pillen können nur blockieren
das Benehmen wie von Tieren.
Multipel dissoziativ,
einer von uns immer schlief.

Manche dieser Lutschpastillen
brechen doch nur meinen Willen,
mannigfaltig meine Seelen,
leuchten ohne wie Juwelen.
Ängste meiner Subpersonen
überschreiben Liebeszonen.

Brauchen starken Sub zum Führen,
müssen einen Helden küren.
Werden leer, folgen dem Licht,
fürchten auch das Neue nicht.
Regenbogen, den ihr seht,
nur aus weißem Licht besteht.


armselig 04/2019


Warum
spür ich keinen Durst,
will doch überleben?
Wie
soll ich fühlen,
was ich nicht kenne?

Niemals
gespürt den Durst
… nach Liebe,
kann
mir nicht fehlen!


Bes 04/2019


du bist ohne Angst
freundlich nett zu allen
selbst ein Autounfall
änderte dich nicht

du kanntest unseren Kiez
vermutlich besser als ich
man kannte dich
nahm dich auf

du warst ein Tröster
am Sterbebett
Seelenbeistand
Kummerauflöser

du bist ohne Angst
du bist nicht mehr
wartest auf uns
jetzt in der Erde

kleiner Kater
tot und kalt
ohne Angst

Perspektive IV 07/2019


Bist die Schönste doch von Allen,
welche sich mit mir abgibt.
Kenne dich zwar erst seit Stunden,
doch fühl dich ruhig geliebt.

So ruhig liegst du neben mir,
so hübsch, so still, so dumm.
Wie habe ich es nur verdient,
dass ich gleich in dir kumm?

Wie hatten wir uns kennen gelernt,
wie kams zu diesem Fick?
Nur du hattest nen offnen Drink,
warst halt das dümmste Stück.

Was mach ich hier, wo bin ich nur,
oh Gott, ist das der Eugen?
Steckt der gerade in mir drin?
Ich wollt das nicht, brauch Zeugen.

Die fette Sau, ich schäm mich so,
und mir schmerzt der Schädel.
Beide Löcher jucken wild,
bin so ein dummes Mädel.

Dies ist alles nie geschehen,
die Cam ich nicht seh,
Wochen später manche fragen,
geiler Pornodreh?


Zwiespalt 07/2019


Bist für mich
ein schwarzer Stein,
kann nicht mit dir fühlen.

Wenn ich dich
dann tanzen seh,
Emotionen wühlen.


erlebt 07/2019


Gevatter Hein, geliebter,
du sollst nicht mit mir scherzen!
Die Reanimation
bereitet mir stets Schmerzen.

Farben immer blasser,
das Weiß tut hell erstrahlen,
schweben himmlisch göttlich.
Die Angst zu Staub zermahlen.

Kontakt 11/2019


Ich umarme nie
Ich umarme mich nicht
Ich umarme niemand

Ich umarme mich
Ich umarme manche nicht
Ich umarme manche

Ich umarme anders
Ich umarme wie alle
Ich umgarne alle

Körpersprache Hochverrat
hast du keinen Spruch parat